In blaues Licht getaucht, eröffnet Ness das Konzert mit dem Song "Isso", gefolgt von "Vergesslich". Spätestens beim anschließenden Stimmungscheck ist klar, dass das Publikum bereit ist für einen Abend voller Musik und Emotionen.
Zwischen den Songs nimmt sich Ness immer wieder Zeit für persönliche Geschichten über Beziehungen, Selbstzweifel und den Mut, weiterzumachen.
Ehrlich, verletzlich und humorvoll
Als sie ankündigt: "Mein nächster Song ist ein bisschen traurig", reagieren die Besucher*innen mit Lachen. Die augenzwinkernde Ankündigung passt zu ihr, denn viele ihrer Songs sind alles andere als fröhlich und genau das lieben ihre Fans.
Ihre Worte über das "Besserwerden trotz Struggles" leiteten sanft in den Song "Schattenfreunde" über. Als während des Auftritts ein technischer Fehler auftritt, reagiert sie gelassen: "Seit wann sing ich scheiße?", fragte sie mit einem Lachen und statt "peinlicher Stille" gab es Fahrstuhlmusik, Gelächter und spontane Interaktionen mit dem Publikum.
Ihre Stimme klang dabei kein bisschen fehlerhaft, sondern souverän und klar.
Kurz darauf überraschte sie mit einer rockigen Version ihres älteren Songs "Barbie" und zeigte, wie spielerisch sie mit ihrem eigenen Werk umgeht. Auch "Mauern aus Granit", das sie auf Wunsch der Fans kurzfristig ins Set aufgenommen hatte, kam bestens an.
Überraschungen und Gänsehautmomente
Der Abend bleibt abwechslungsreich. Lieder wie "Immer Da" trafen auf energiegeladene Stücke wie "Auto" oder "Frag für eine Freundin".
Besonders charmant wirkte Ness, wenn sie versuchte, unauffällig auf ihre Setlist zu schauen. "Ich kenne die Reihenfolge nach fünf Shows immer noch nicht", gibt sie zu und beweist damit einmal mehr, wie authentisch sie auf der Bühne ist.
Mit dem sehr persönlichen Song "Worum es geht", den es nur auf der EP gibt, schafft sie einen stillen Moment. Danach verschwindet sie für einen Augenblick, um plötzlich mitten im Publikum auf einem Stuhl zu stehen. In dieser überraschenden Szenerie singt sie "In deine Richtung" in einer Akustikversion, die für Gänsehaut sorgt.
Wieder auf der Bühne angekommen, geht es weiter mit einem Cover des Titellieds "No Risk No Fun" aus Bibi und Tina. Damit sorgt Ness für ausgelassene Stimmung und einen starken Kontrast zu ihren eher traurigen Liedern.
Ein Abend voller Energie und Emotion
Ein besonderes Highlight ist der Auftritt des Duos He/Ro, früher bekannt als Die Lochis. Gemeinsam mit Ness performten sie den Song "Jetzt weinst du" und überraschen damit das Publikum. Kurz darauf greift die Sängerin erstmals zur E-Gitarre, um "Heimweh nach mir" zu spielen.
Mit dem Titelsong "Leben Überleben" leitet Ness die Zugabe ein. Viele Fans halten Plakate mit der Aufschrift "Für uns leuchtest du im Dunkeln" hoch, eine berührende Geste, die sie sichtlich bewegt. Beim finalen Song "Hass im Bauch" ruft sie das Publikum zum Mitspringen auf, und der Saal bebt ein letztes Mal.
Nach fast zwei Stunden voller lustiger Momente und Tränen bleibt sie ehrlich: "Ich habe gar keinen Bock, das Konzert zu beenden." Frankfurt erlebt an diesem Abend keine perfekte Show, aber eine echte. Und genau das machte sie so besonders.
Setlist
Isso / Vergesslich / Ist mir egal / Gewitterangst / Schattenfreunde / Barbie / Tinkerbell / Mauern aus Granit / Wetten dass / Frag für ne Freundin / Auto / Immer Da / Seh ich dich / Worum es geht / Deine Richtung / No Risk No Fun / Jetzt weinst du / Ozean / Heimweh nach mir / The Walking Dead / Betrunken / Leben überleben / Hass im Bauch

