Den Konzertabend eröffnet zunächst die britische Sängerin Becky Hill. Entgegen ihren Festivalauftritten 2024 tritt sie diesmal ohne ihre Liveband auf, sondern singt zur eingespielten DJ-Musik.
Keinesfalls unpassend, da Becky Hill seit vielen Jahren mit verschiedenen DJs arbeitet und deren Sounds ihre Stimme gibt.
Dance-Hits
Stimmgewaltig heizt sie die Lanxess-Arena auf mit bekannten Dance-Hits wie "Crazy What Love Can Do", einer Zusammenarbeit mit David Guetta und Ella Henderson, oder "Gecko (Overdrive)", einem gemeinsamen Song mit Oliver Heldens. Nicht fehlen darf ihr erster bekannter Song "Afterglow", den sie 2013 mit dem britischen DJ Wilkinson produziert hat.
Zu "Disconnect", dem 2024 prodzierten Song mit Chase & Status verwandelt sich die Lanxess-Arena in ein Lichtermeer. Laut mitgesungen vom Publikum wird "Lose Control", einem Song mit Meduza und dem Trio von Goodboys.
Selbstproduziert glänzt sie bei ihrem eigenen Song "Outside of Love", einer Powerballade mit eingängigem Dance-Rhythmus. Perfekt aufgeheizt bei bester Stimmung ist das Publikum bereit für die ganz große Show.
Blick in die Zukunft
Katy Perry geht mit ihren Fans auf eine Reise in die Zukunft. In fünf Kapiteln betrachtet sie die Welt, wie sie sein könnte. Distopisch oder hoffnungsvoll, beides ist möglich. Die Antwort auf eine Zukunft voller Hoffnung sollen die Schmetterlinge sein. Das Intro-Video des ersten Kapitels zeigt düstere Bilder, Nachrichtensprecher blicken besorgt in die Zukunft.
Wie eine Mischung aus Popkultur und Videospiel endet das Intro mit "Game Over". Doch halt, die Rettung naht: Eine Frau, halb Mensch, halb Maschine, mit leuchtend blauen Augen. Der Spotlight fällt zur Hallenmitte, auf das Kreuz der liegenden Acht, dem Zeichen der Unendlichkeit.
In der Luft
Aus dem Boden dieser Vorbühne mit den Fans drum herum und in der Mitte der beiden Kreise schwebt Katy Perry hinauf mitten in eine Art Käfig. Getragen von hämmernden Beats singt sie "Artificial", um kurz darauf wieder im Boden zu verschwinden. Mit "Chained To The Rhythm" taucht sie samt ihrer Tänzercrew nun auf der Hauptbühne auf. Der elektrisierende Dance-Rhythmus heizt das schreiende Publikum immer mehr an.
Katy Perry in ihrem silber-blauen Kostüm und die Tänzer in ihren futuristischen Anzügen versetzten die Zuschauer in eine bizarre Videospielwelt. Nach "Teary Eyes" folgt mit "Dark Horse" die nächste spannungsgeladene Performance.
Ausladende Tanzbewegungen enden mit Lichtblitzen, einem Wechselspiel zwischen hellen Lichtmomenten und völliger Dunkelheit, an dessen Ende Katy Perry unter tosendem Applaus in den Bühnenboden springt.
Frauenpower
Level 2 dieses Games ist die Woman's World. Die Heldin des zweiten Introfilms soll auf ihre Stärken vertrauen, um am Ende die Balance in der Welt wiederherzustellen. Nicht umsonst trägt die aufgebaute Frauenfigur in der Mitte wie einst Atlas die Welt auf ihren Schultern.
Mit "Woman's World" und "California Gurls" tanzt sie über die Vorbühne, um sie herum ihre Tänzer. Mit ihren Fans feiert sie "Teenage Dream" frenetisch ab. Bis hierhin der unspektakulärste Block des Abends wird es jetzt aber interessant.
Gitarrensound
Nun mit Gitarre und Unterstützung ihrer Gitarristin Devon Eisenbarger und ihres Bassisten Kyle Whalum feuern sie gemeinsam zu "Hot N Cold" treibende Gitarrenriffs ab. Das enthusiastisch singende Publikum feiert den Song ab. Katy Perry springt wie aufgedreht über die Bühne, um dann mit den Riffs ihrer Musiker zu "Last Friday Night (T.G.I.F.) wieder mit den Fans zu explodieren.
Der Höhepunkt des zweiten Levels ist "I Kissed A Girl". Gewidmet den homosexuellen Menschen im Publikum und in ihrer Crew steigt sie mit ihren Tänzern in die Gitterkugel. Gemeinsam schweben sie hoch und tanzen oben. Von unten feuern die Gitarrenriffs und Beats. Unter der Kugel hängt ein Luftakrobat und Katy Perry singt kopfüber in der Kugel hängend.
Das rosa leuchtende Herz in ihren Händen am Ende ist das Finale von Level 2 zu den krachenden Sounds von Gitarristin Devon Eisenbarger und der mobilen Keyboarderin Dani McGinley.
Verdrehte Pflanzen
Die nächste bizarre Welt enthüllt sich mit Level 3. Wieder fliegt Katy Perry aus der Mitte der liegenden Acht heraus hoch in die Luft. Zu ihrem neuen Song "Nirvana" läuft sie scheinbar über die Köpfe ihrer aufgereihten Tänzer, um dann an den Seilen samt Luftrollenakrobatik durch die Arena zu schweben.
Die verdrehten Pflanzen in der Halle dienen als Landefeld oder Katy Perry hängt sich bei "Crush" dran, während die Pflanzen sich drehen. Bei der Melodie von "I'm His, He's Mine" sind vermutlich die älteren Fans in der Halle hellhörig geworden. Denn die darin enthaltene Sequenz des "La-da-dee, la-da-da) stammt aus dem Song "Gypsy Woman" von Crystal Waters aus dem Jahr 1991.
Auch dieser halbe Block endet bei "Wide Awake" wieder mit dem leuchtenden Herz in der Hand.
Fanwünsche
Die nächsten Songs sollten per Handy aus Songs des Albums "Prism" ausgewählt werden. Parallel fährt ein Keyboard aus der Bühnenmitte hoch. Da die zur Wahl stehenden Songs nicht alle Fans wollen, singt sie a cappella auf Zuruf kurz "Pendulum" und "Simple" an. Das zunächst ausgewählte "Double Rainbow" wollen die meisten Fans aber auch nicht.
Das Publikum schreit nach "The One That Got Away" aus dem Album "Teenage Dream". Also spielt sie akustisch mit Gitarristin und Keyboarderin diesen Song. Wieder singt das Publikum ausgelassen mit und Handys beleuchten die Arena.
Der tanzende Hamburger
Für den zweiten gewünschten Song dieses Levels holt sie vier Fans auf die Bühne. Mit einer 12jährigen singt Katy und macht ein Selfie. Der Knaller ist aber das Mädel im Outfit eines Hamburgers. In diesem Kostüm tanzt sie zu den Klängen von "Swish Swish". Das Publikum feuert sie an.
Katy nimmt sich richtig Zeit für ihre Fans. Sie singt mit ihnen und dem Publikum wieder akustisch "Unconditionally". Eine sehr intensive, emotionale Atmosphäre. Da das Thema Mütter in den Gesprächen viel Raum einnimmt, widmet sie "All The Love" den Müttern. Mit starker Stimme und viel Gefühl singt sie diesen Song.
Der Kampf beginnt
Mit "E.T." startet der Level 4 Mainframe. Die Heldin im Video trifft auf Außerirdische. Die Fightszenen sind ok, wären hinsichtlich der Dynamik aber noch ausbaufähig. Die Stuntszenen mit fliegenden Gegnern, die von Katy weggeschleudert werden, sind dagegen sehr cool.
Einer der meist gefeierten Songs ist "Part Of Me". Die elektrisierenden Beats lassen das Publikum total ausrasten. Sie singen, tanzen und springen. Am Ende slidet Katy zwischen die Beine ihrer Gitarristin. Das Publikum tobt, die Energie ist überall spürbar.
Das dramatische "Rise" mit seinem roten Licht, dem Feuerwerk und den Flammen auf der Videowand ist packende Emotion und emotionale Explosion.
Flieg, Schmetterling
Im letzten Level 5 werden im Endkampf die Schemtterlinge befreit. Katy singt "Roar" und reitet dabei auf einem Schmetterling über das tobende Publikum durch die Arena. Einfach nur spektakulär.
Mit den fröhlichen "Daisies" und "Lifetimes" geht es zum großen Finalsong "Firework". Das Publikum schreit und singt voller Begeisterung. In der letzten Runde explodieren die Papierkanonen in der Halle und es fliegen tausende Schmetterlinge aus Papier durch die Luft. Die begehrten Souvenirs werden sofort eingesammelt.
Im Rausch des tobenden Publikums sinkt Katy Perry hinab. Die begeisternde Reise durch fünf Level futuristische Zukunfsvisionen ist vorüber.
Setlist:
Artificial / Chained To The Rhythm / Teary Eyes / Dark Horse / Woman's World / California Gurls / Teenage Dream / Hot N Cold / Last Friday Night (T.G.I.F.) / Peacock / I Kissed A Girl / Nirvana / Crush / I'm His, He's Mine / Wide Awake / Pendulum (snippet) / Simple (snippet) / The One That Got Away / Swish Swish (instrumental) / Unconditionally / All The Love / E.T. / Part Of Me / Rise / Roar / Daisies / Lifetimes / Firework





