Counting Crows sind hierzulande weitaus weniger oft zu live zu erleben als in ihrer Heimat USA, aber alle paar Jahre gibt es mal wieder eine Tour, die auch Dates in Europa einschließt. Dabei ist natürlich auch zu berücksichtigen, dass die Frequenz in der sie neue Alben veröffentlichen und durch eine Tour promoten, in den letzten Dekaden deutlich nachgelassen hat.
In den letzten 10 Jahren haben die Counting Crows gerade einmal ein Album veröffentlich, das Anfang des Jahres erschien und den schönen Titel "Butter Miracle, The Complete Sweets!" trägt. In Stuttgart waren sie in ihrer über 30-jährigen Karriere noch nie, von daher ein besonderer Gig!
Support aus der Band
Bevor die Counting Crows die Bühne entern, treten James Maddock und David Immerglück als Duo auf – Immerglück ist das Saitenwunderkind der Counting Crows und er ist bereits seit einigen Jahren zusammen mit dem ursprünglich britischen Sänger/Songwriter Maddock, der jedoch seit langem in der New York-Area heimisch ist, im Doppelpack unterwegs.
Sie spielen akustisch, Immerglück glänzt an der Mandoline und sie bekommen eine sehr gute Publikumsreaktion, was von Immerglück auch besonders hervorgehoben wird.
Auf der Suche nach dem perfekten Sound
Kurz vor 21 Uhr kommt dann die siebenköpfige Hauptband die Treppe im LKA Longhorn herunter auf die Bühne und legt gleich mit "Spaceman in Tulsa" vom neuen Album gewaltig los. Der Sound der Band ist von Anfang an super – keine Selbstverständlichkeit bei drei E-Gitarren plus Keyboard – nur Sänger Adam Duritz ist noch beschäftigt, seinen In-Ear-Monitorsound einzustellen und ist offensichtlich noch nicht zufrieden.
Mit "If I Could Give All My Love (Richard Manuel is dead)" und "Mr. Jones" folgen gleich zwei Hits und beglücken das Stuttgarter Publikum. Adam Duritz ist aber noch nicht so richtig glücklich, nach jedem Song geht er zu einem Talkbackmikro und gibt Anweisungen an den Monitormixer und auch seine Stimme hat nicht das Volumen, das man von ihm normalerweise gewohnt ist.
Zusammenfassungen eines Lebens
Nach "Anna Begins", einem Song, den sie bislang auf der Europatour noch nicht gespielt haben, macht Duritz eine lange Ansage in der er ein wenig von seinem Leben erzählt.
Bis vor ca. 10 Jahren hätte er immer gesagt, dass der Song "Round Here" eigentlich perfekt sein Leben zusammen gefasst hätte, aber in den letzten Jahren sei es ihm gelungen einen neuen Song zu schreiben, der sein Leben – und damit auch die jüngere Vergangenheit – perfekt auf den Punkt brächte: "With Love from A to Z“. Die Stimme schwächelt immer noch ein bisschen und die Rücksprachen mit dem Mixer bleiben ein Ritual nach Ende eines Songs.
Nach dem feinen "Colorblind" kündigt er ein akustisches Set an und erklärt, dass die Band heute mal all die Songs spielen will, die sonst auf der Tour zu kurz kommen. Den Anfang macht "God of Ocean Tides" von dem vorletzten Album "Somewhere under Wonderland", gefolgt von zwei Coverversionen, nämlich "Start Again" von Teenage Fanclub und "Big Yellow Taxi" von Joni Mitchell.
Sehnsucht und Theatralik
Mittlerweile ist Adams Stimme voll da, so dass der "Round Here", das zwischendurch in "Raining in Baltimore" übergeht, die volle Pracht entfaltet. Es ist ja immer die Sehnsucht, die sich als großes Thema durch seine Songs zieht und er hat es drauf mit ein wenig Theatralik aber auch immer Gestik und Mimik, die ehrlich überzeugend rüberkommen, der Sehnsucht nicht nur gesanglich Ausdruck zu verleihen.
Mit dem Taylor Swift-Song "The 1", der in "A Long December" übergeht, startet das Finale des regulären Sets, das dann in "Rain King" sein starkes Ende findet. Natürlich wollen die Fans im vollen LKA Longhorn noch mehr und die Band spendiert sogar drei anstatt der üblichen zwei Zugabe-Songs. Hoffen wir, dass das nicht das erste und letzte Konzert der Band in Stuttgart gewesen ist!
Setlist
Spaceman in Tulsa / If I could give all my love (Richard Manuel is dead) / Mr. Jones / Virginia through the rain / Omaha / Anna begins / With love from A to Z / Hard Candy / Colorblind / God of ocean tides / Start again / Big yellow taxi / Round here->Raining in Baltimore / Boxcars / The 1-A long December / Rain king – Oh Susanna // Unter the aurora / Hangingaround / Holiday in Spain

