Wie jedes Jahr startet die Night of the Proms auch 2024 wieder mit einer Ouvertüre des Antwerp Philharmonic Orchestra. Im Vergleich zu 2023 ist die Musik aber wesentlich dramatischer und ist durchzogen von rockigen Gitarreneinlagen der NOTP Backbone Band.
Gleich darauf kommt ungewöhnlich früh Bewegung ins Publikum. Denn auch dieses Jahr bittet das Orchester zur Tanzeinlage mit Wiener Walzer im Saal zu den Klängen von Johann Strauss. Getanzt wird zu "Wiener Blut" oder der Musik aus "Die Fledermaus".
Louis Philippson am Piano
Schon ein angehender Star ist der junge Pianist Louis Philippson. Der Junge mit dem breiten, charmanten Lächeln hat mit seinen 21 Jahren inzwischen über 1 Million Follower in den sozialen Netzwerken. Sein musikalischer Werdegang führte ihn unter anderem an die renommierte Juilliard School.
Bei der Night of the Proms 2024 hat er seinen ersten Auftritt des Abends mit dem "Tschaikowski Konzert Nr. 1". Sein virtuoses Spiel wird noch verstärkt durch den opulenten Orchestersound. Schon jetzt spürt man seine Leidenschaft für Musik. Später wird er noch mehr im Mittelpunkt stehen.
Rockige Gitarrenklänge von Cutting Crew
In blaues Licht getaucht erscheint Gitarrist Gareth Moulton auf der Bühne und spielt ein spektakuläres, heulendes Gitarrensolo. Es ist das Opening zu einem Welthit, dem 1986 veröffentlichten "Died In Your Arms" von Cutting Crew. Als schließlich Sänger Nick van Eede die Bühne betritt, kennt das Publikum kein Halten mehr. Die Fans in der Halle singen und tanzen enthusiastisch mit.
Nicht so elektrisierend, dafür wunderschön gesungen und trotzdem mit spektakulären Gitarrenriffs durchsetzt ist die Rock-Ballade "I've Been In Love Before". So schön, sie nach 2002 mal wieder bei der Night of the Proms dabei zu haben. Das Publikum feiert sie mit Riesenapplaus ab.
Die Lichtorgel
Nun wird es wieder klassisch. Das Orchester spielt "Figaro's Hochzeit". Dabei treten vor allem die Streicher in den Mittelpunkt. Anschließend zeigt Louis Philippson wieder seine Fähigkeiten am Piano. Zuerst spielt er "Beethoven-Virus". Dieser neuartige Remix stammt von dem südkoreanischen Musiker BanYa und wurde durch das Computerspiel Pump It Up weltbekannt. Das optische Highlight ist die Lichtorgel an der Rückwand, die auf die Tasten des Pianos reagiert.
Das nächste Sück ist das selbstkomponierte "Supernova", eine Traum-Ballade, die am Ende mit Drama explodiert. Das Orchester feuert anschließend mit "Dies Irae" von Verdi ein Powerstück mit ungeheurer Wucht ab.
Heimspiel für Max Giesinger
Kaum besser könnte die Tour in Mannheim starten wie für Max Giesinger, den Jungen aus Waldbronn bei Karlsruhe. Er hat direkt beim Debüt Heimspiel in Mannheim und auch seine Mama ist da. Sein erstes Lied "Wenn Sie tanzt" entstand nach seinen Worten 2016, als er in Mannheim im Jungbusch gewohnt hat. Vom Orchester wird er musikalisch wie auf Schwingen getragen. Das Publikum singt begeistert mit.
Nach "Menschen" folgt mit "80 Millionen" der nächste Ohrwurm. Mitten im Song kommt Max Giesinger von der Bühne runter ins Publikum. Riesenbegeisterung in der Halle, das Publikum feiert Max gebührend ab. Eine weitere Tradition ist das Zusammenspiel von Percussionist Patrick de Smet mit dem Publikum. Diesmal lässt er die Zuschauer zu "Palladio Allegretto" mitschreien und klatschen. Das sorgt immer für Stimmung.
Vollgas mit Starship
Zum Abschluss des ersten Teils fahren Starship aus dem Boden hoch. Sänger Mickey Thomas und seine weibliche Begleitung drücken mächtig aufs Gas. Mit rockiger Energie feuern sie "We Build This City" ab und heizen den Zuschauern mit Gitarrenrock und Stimmpower ein. Auch die Rock-Ballade "Sara" wird laut und mit Leidenschaft von den Fans gesungen.
Die Emotionen kochen, viele Zuschauer stehen, tanzen und singen aus vollem Hals "Nothing's Gonna Stop Us" mit. Die heulende Gitarre feuert an, das Orchester drückt mit ungeheurer Wucht. Es ist fantastisch.
Ab in die Karibik
Musikalisch geht es mit dem Antwerp Philharmonic Orchestra nach der Pause aufs Wasser, denn sie pielen "Pirates of the Caribbean". Der anschließende, geheimnisvoll klingende "Ritual Fire Dance" ist das perfekte Intro für den nächsten Star des Abends. Im direkten Übergang hört man die ersten Töne von "Hey Sexy Lady". Shaggy und sein Kumpel Rikrok lassen es krachen.
Mit "Boombastic" wird es sexy, es wird getanzt und mitgefeiert. Nach "Oh Carolina" wird kräftig abgestritten, denn jeder bei "It Wasn't Me" ist natürlich an allem unschuldig. Die "Strength Of A Woman" wird angepriesen und beklatscht und zu "Angel" kommen die Jungs runter von der Bühne ins Publikum. Die karibischen Sommergefühle leben musikalisch. Auch 20 Jahre nach seinem ersten Auftritt 2004 bei der Night of the Proms ist Shaggy nicht zu stoppen.
Das emotionale Highlight
Wieder erscheint Louis Philippson und spielt verschiedene bekannte Hits. Angefangen bei ABBA mit "Money, Money, Money" ist er umringt von den drei Backing Vocals Rob, Julia und Michelle sowie dem Chor Fine Fleur. Alle stehen rund um das Piano, feiern mit Hits wie "Bella Ciao". Sie klatschen den feurigen Rhythmus an, die Zuschauer klatschen mit.
Klassiker wie "Sway" und "Hit The Road Jack" heizen dem Publikum ein, während Louis nun allein am Piano sitzt. Als er dann den Klavierpart aus "Music" spielt, geht der emotionale Pegel im Publikum steil nach oben. Ein kurzes Grinsen, dann "1,2,3,4" und er samt Orchester feuern los. Der Moment ist wie ein Donnerknall, eine Explosion der Emotionen. Die Hymne von John Miles ist untrennbar verbunden mit der Night of the Proms und seinem treuen Publikum. Es ist das Highlight des Abends.
Max und Cutting Crew
Eine große Besonderheit der Night of the Proms ist die Möglichkeit, außergewöhnliche Duette zu erleben. In diesem Jahr singt Max Giesinger seinen Hit "More To This Life", den er normal mit Michael Schulte singt, mit den Jungs von Cutting Crew. Auch in dieser Version ist es wunderbar emotional.
Danach gibt das Orchester mit der "Ouvertüre Wilhelm Tell" nochmal Vollgas, bevor es in das große Finale des Abends geht.
Dave Stewart lässt es krachen
Mit der legendären Melodie der Schießerei am Friedhof aus "Zwei glorreiche Halunken" eröffnet das Orchester den Auftritt von Dave Stewart. Er spielt Gitarre, für den Gesang sorgt die bekannte Sängerin Vanessa Amorosi. Schon "Here Comes The Rain Again"" ist ein gefeiertes Spektakel. Es ist elektrisierend, wie Vanessa mit der Stimme hochdreht und Dave Stewart seine Riffs an der Gitarre abfeuert.
Die kraftvolle Ballade "There Must Be An Angel" ist ebenso gefühlvoll wie "Miracle Of Love". Richtig ab geht es dann mit dem funky-groovigen "Sisters Are Doing It For Themselves", dem Hit, den Eurythmics einst mit Aretha Franklin aufgenommen haben. Dieser Song hat eine kaum zu bändigende Power. Das Orchester drückt, Dave an der Gitarre ballert gnadenlos elektrisierende Riffs in die Arena.
Finale
Mit "Sweet Dreams" geht es ins große Finale. Zunächst feuern Dave, Vanessa und das Orchester eine Salve nach der anderen ab. Am Ende wird daraus ein Finale mit allen Zuschauern als Chor. Dave Stewart kommt mit Vanessa auch hinunter ins Publikum. Insgesamt zeigen sich die Stars in diesem Jahr sehr kontaktfreudig.
Schließlich stehen alle Künstler auf der Bühne und feiern den Abgang mit "Sweet Dreams". Eine großartige Show ohne Schwächen im Programm – absolut höchstes Niveau.
Setlist
Ouvertüre / Walzer Medley / Tschaikowski Konzert Nr. 1 / Died In Your Arms / I've Been In Love Before / Figaro's Hochzeit / Beethoven - Virus / Supernova / Dies Irae (Verdi) / Wenn Sie tanzt / Menschen / 80 Millionen / Palladio Allegretto / We Built This City / Sara / Nothing's Gonna Stop Us Now
Pirates of the Carribian / Ritual Fire Dance / Hey Sexy Lady / Boombastic / Oh Carolina / It Wasn't Me / Strength Of A Woman / Angel / Klaviermedley mit Music am Ende / More To This Life / Ouvertüre Wilhelm Tell / Here Comes The Rain Again / There Must Be An Angel / Miracle Of Love / Sisters Are Doing It For Themselves / Sweet Dreams









