Mit seinem letzten Konzert der Farewell Tour verabschiedet sich Peter Maffay vom Touren, wenn nicht auch notwendigerweise von der Bühne. Sein mit vielen Gastauftritten angereichertes Stadionkonzert in Leipzig ist daher eine nostalgische, emotionale, mitreißende epische Show.

Mit 38000 Besuchern ist die Red Bull Arena ausverkauft und bis auf den letzten Platz belegt. Pünktlich um 19:45 beginnt das Intro und Peter Maffay kommt mit einer Harley durch das Westtor des Stadions in den Innenraum gefahren – eine Runde in fast schon halsbrecherischem Tempo durch die Arena und dann auf die Bühne. Das Publikum feiert den 74-jährigen frenetisch. 

Mit "Schatten in die Haut tätowiert" und "Carambolage" geht es ohne umschweife in die fast dreistündige Show. Maffay betont, dass er auf dieser Tour eine Best-Of aus seiner langen Karriere geben wird. Mit dem Schmachtfetzen "Du" gräbt er ganz tief in der Kiste.

Langjährige Wegbegleiter

Im Vorfeld war viel spekuliert worden, welche Überraschungen der Abend bieten wird – immerhin ist es das Tourfinale und gleichzeitig Maffays letztes großes Tourkonzert. So waren in Köln Wolfgang Niedecken und in Berlin u.a. Ray Garvey als Gaststars mit aufgetreten. 

Die ersten Gäste waren die langjährigen Wegbegleiter Jean-Jacques Kravetz, Frank Diez und Steffi Stephan. Sie begleiteten Maffay bei "Es war Sommer".

Am Ende kam Johannes Oerding hinzu. Sein  Lied "Wenn wir uns wiedersehen" wurde zu einem Gänsehautmoment im Stadion. Es ist alldenjenigen gewidmet die bereits von uns gegangen sind. Dementsprechend emotional wurde es: Nur wenige Zuschauer hatten keine Tränen in den Augen.

Dem Ende entgegen

Dass dieser Abend ganz im Zeichen vom Abschied stand, zeigte auch die Geste, als Peter Maffay seinen Sohn Yaris nach vorn holte. Er ist Backgroundsänger in der Band und durfte "um die nächste Generation einzuführen" seinen Song "Abenteuer" performen. 

Danach wurde es Zeit für Special Guest Anastacia. Die US-Amerikanerin war bereits im Vorfeld angekündigt worden und sang mit Maffay eine englische Version von "So bist du". Danach durfte sie ihre beiden Hits "Left Outside Alone" und "I’m Outta Love" performen.

Der Auftritt von ihr stand ganz in der Maffays Tradition, Gaststars viel Raum auf der Bühne einzuräumen. Die 56-jährige nutzte diese Gelegenheit und bewies, dass sie zu den großen Stimmen des Pop gehört.

Langsam aber sicher neigte sich die Show ihrem Finale. Bei "Nessaja" wurde das gesamte Stadion in ein fast schon magisches Licht getaucht.

Die letzten Worte

Dann war er da, der Moment als mit "Mein Wort“ die letzte Textzeile gesungen war und die letzte Note verklungen. Peter Maffay wirkte sichtlich gerührt über die Fangesänge und man merkte ihm förmlich an, wie schwer es ihm fällt die Bühne zu verlassen. Mit Mühe konnte er sich die Tränen verkneifen.

Kurz nach 22:30 endete damit die Abschiedstournee des gebürtigen Rumänen. Ein Abschied für immer? Vom Tourleben sicher. Von der Musik? Nein. 

Maffay geht von links nach rechts über die Bühne. Winkt, wird von Fangesängen verabschiedet und beendet den Abend wie er begann: mit seiner Harley.

Wehmut wird ebenfalls eine große Rolle spielen. Die dabei gewesenen Fans und alle anderen können sich jedoch freuen. Das gesamte Konzert wurde für eine Veröffentlichung auf BluRay und CD für die Nachwelt aufgezeichnet und im Oktober erscheinen.