Auf das eingespielte Intro des Songs "Walk" von Pantera folgt ein Video mit den Köpfen der Bandmitglieder von Nickelback in eingerahmten Fahndungsplakaten mit dem Untertitel: Dead Or Alive. Die anschließende Fluchtfahrt vor der Polizei am Video passt zum ersten Songtitel "San Quentin", eine Anspielung auf das berühmte Gefängnis in Kalifornien.
Der Song ist ein knallhartes Brett aus röhrenden Gitarren und harten Drumschlägen, die eine mittreißende Energiewelle in der Frankfurter Festhalle erzeugt. Das explosive Gitarrengewitter kommentiert Sänger Chad Kroeger in der ihm eigenen Art: "Geile Scheiße".
Große Stilbreite
Wie groß die Stilbreite von Nickelback ist, zeigt sich schon bei den nächsten Songs. Bei einigen Liedern kommt als zusätzlicher Musiker Rob Dawson mit auf die Bühne. Gemeinsam spielen sie den Rocksong "Savin' Me", eine gelungene Mischung aus dem ethusiastischen Gesang der Fans und heulenden Gitarrenriffs.
Die weiche, gefühlvolle Power-Ballade "Far Away" ist noch immer ein gefeierter Radio-Hit zum Mitsingen. Ebenso bindet Chad Kroeger das Publikum beim harten, mit elektrisierenden Riffs durchsetzten "Animals" mit ein, indem er die Fans mit einer Handkamera aus der Nähe filmt und so auf die Videowand bringt.
Das melodische Highlight
Kein Song bietet eine so große Klangvielfalt wie "Someday". Wie schon zuvor mit Unterstützung von Rob Dawson an der Akustik-Gitarre brennen sie mit Schlagzeug und vier Gitarren ein melodisches Feuerwerk ab.
Es ist diese ausgeprägte Spielfreude, diese perfekt getimte Abwechslung zwischen elektrisierenden Riffs und den Gesangseinlagen von Chad Kroeger, bei dem die Fans leidenschaftlich mitsingen, die diesen Song so mitreißend macht.
Soziale Aspekte
Nach "Worthy To Say" und dem energetischen "Figured You Out", bei dem von der Bühne mit Handkanonen einige T-Shirts ins Publikum geschossen werden, folgt eine wunderschöne Ballade als Untermalung mit ernstem Hintergrund.
Die Band Nickelback unterstützt mit einem ihrer halbakustischen Sets bei "When We Stand Together" das Projekt der Obakki Foundation, das von Treana Peake, der Ehefrau von Gitarrist Ryan Peake, 2007 gegründet wurde.
Im Hintergrund laufen Bilder aus aller Welt mit Hilfebemühungen für sauberes Trinkwasser, bessere Bildung und medizinische Versorgung. Wieder gemeinsam mit dem Publikum wird ausgelassen gesungen und gefeiert.
Schwachpunkt ausgemerzt
Ein weiteres Highlight ist die dramtische Rock-Ballade "Hero" aus dem Superheldenfilm "Spiderman". Die getragene Ballade entwickelt eine immer größere Dynamik und reißt das Publikum so immer mehr mit. Auf den mit kleinen Country-Elementen durchsetzten Rocksong "This Afternoon" folgt ein sehr gut ausgewählter Cover-Hit.
Im Gegensatz zur Tour 2016, als sie mit "Everlong" von den Foo Fighters einen Song ausgewählt hatten, der die Stimmung fast ins Negative hatte kippen lassen, spielen sie bei der Tour einen Hit von Oasis. Gemeinsam mit ihrer Support-Band The Lottery Winners singen sie "Don't Look Back In Anger" und wieder wird die Halle zu einer riesig gefeierten Karaoke-Party.
Gemeinsam singen
Genau in dem Stil geht es fast bis zum Ende weiter. Chad Kroeger und Ryan Peake eröffnen als Akustik-Duo den Song "Photograph" und singen mit den Fans, die mit ihren Handys die Halle illuminieren. Am Ende steigt die ganze Band in den Song ein und erzeugt eine gefeierte Energie in der Halle. Für "Rockstar" holen sie einen Fan auf die Bühne, der mit der Band und dem Publikum singt.
Der neben "San Quentin" zweite neue Song aus dem aktuellen Album "Get Rollin'" ist die einfühlsame Ballade "Those Days". Das Video im Hintergrund ist eine Art popkultureller Querschnitt der 1980er Jahre und gleichzeitig eine Reise in die Kindheit der Bandmitglieder. Man sieht Bilder von MTV, Genesis, Prince oder a-ha, Kinohits wie "Dirty-Dancing" und "Zurück in die Zukunft" sowie Serienhits wie "Magnum" oder "Knight Rider".
Das große Finale
Gemeinam gefeiert und gesungen wird "How You Remind Me", bevor die Band unter großem Applaus die Bühne verlässt. Die Zugabe beginnt mit "Gotta Be Somebody" und wieder tragen die Gitarren die eingängige Melodie, die von den Fans enthusiastisch mitgesungen wird.
Der Kreis zum Anfang schließt sich mit dem harten, explosiven "Burn It To The Ground". Ein Feuerwerk aus Licht und heulenden Gitarrenriffs sorgt für ein explosives, energetisches Finale.
Setlist
Walk (Intro-Einspielung) / San Quentin / Savin' Me / Far Away / Animals / Someday / Worthy To Say / Figured It Out / When We Stand Together / Hero / This Afternoon / Don't Look Back In Anger / Photograph / Rockstar / Those Days / How You Remind Me / Gotta Be Somebody / Burn It To The Ground








