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Dropkick Murphys (live in Mannheim 2020) © Rudi Brand

Die Dropkick Murphys sind ein Garant für ausgelassene Musik und beste Unterhaltung. Mit ihrer Mischung aus Rock und Punk, gepaart mit den irischen Klängen ihrer Heimatstadt Boston, erzeugen sie in der Maimarkthalle Mannheim eine durchgängige Partystimmung.

Als Opener nach Jesse Ahern starten Frank Turner & The Sleeping Souls eine begeisternde Supportshow. Auch wenn Spaß und Spielfreude wie immer bei Frank Turner im Vordergrund stehen, schwebt am Vorabend des unsäglichen Brexit dieses Thema bei dem Briten permanent mit. Nicht umsonst umarmt Frank Turner sein deutsches Publikum immer wieder mit den Worten: "Meine deutschen Freunde". Der Satz: "I hope you still like us after today" sagt viel über das Seelenleben von Frank Turner aus. 

Der guten Stimmung tut das jedoch keinen Abbruch. Frank Turner & The Sleeping Souls brillieren mit ihrer Dynamik und lassen das Publikum bei Hits wie "The Road" und "Recovery" laut und ausgelassen mitsingen. Der kraftvolle Rock von "I Still Believe" verführt schon an diesem Punkt des Abends zu wildem Tanz; ganz am Ende springt Frank Turner ins Publikum und lässt sich auf Händen tragen – der perfekte Anheizer für das Publikum und eine passende Einstimmung für den Hauptact. 

Dropkick Murphys geben Vollgas

Der perfekte Einstieg in den Abend ist "The Lonesome Boatman" – ein Song, der die irischen Wurzeln der Dropkick Murphys aus Boston zeigt und die Massen schon jetzt zum Singen bringt. Mit fettem Sound und rockigen Klängen über dem stets präsenten Dudelsack feiern sie zu "The Boys Are Back". Die geniale Stimmung steigt nochmal an mit dem harten "The Fighting 69th" und liefert mit dem elektrisierend zelebrierten "Blood" den ersten Höhepunkt des Konzerts.

Der Text läuft im Video mit, die ausgeflippte Masse singt und gröhlt, der mitreißende Rhythmus aus Schlagzeug und heulenden Gitarren heizt das Publikum zum frenetischen Mitklaschen an. Eine Welle aus purer Energie walzt durch die Maimarkthalle. Als bei "Prisoner"s Song" die ersten Lamettabänder mit lautem Knall von der Decke fliegen, flippt das Publikum aus, springt und tanzt wild durcheinander.

Wie im Irish Pub

Etwas ruhiger, aber nicht weniger stimmungsvoll ist "Jimmy Collins' Wake". Der kraftvolle Song im Stil eines klassisch irischen Trinkliedes besingt den Baseballspieler Jimmy Collins, eine Legende der Boston Red Sox. Auch neue Songs wie "Smash Shit Up", der durch wilden Charakter und die klare Botschaft "I wanna be a rebel" besticht, sowie der später folgende Song "The Bonny", ein Cover von Gerry Cinnamon, fügen sich mit ihrem Stilmix aus Rock und tradtionell irischen Klängen nahtlos in das Set der Dropkick Murphys ein.

Ein echter Kracher ist auch das punkige "Citizen C.I.A.", das mit hohem Tempo besticht und durch die ekstatischen Shouts der Sänger das Publikum ausrasten lässt. Mitreißend durch seine Melodie ist "Johnny, I Hardly Knew Ya". Heute ein Antikriegssong, basiert die Melodie eigentlich auf "When Johnny Comes Marching Home", dem 1863 entstandenen Lied über den Sezessionskrieg in den USA. Dieser Song ist eine Stimmungsgarantie, wird frenetisch beklatscht und mitgesungen. 

Das Finale der großen Hits

Die letzten drei Songs sind das groß erwartete Finale der bekanntesten Hits der Dropkick Murphys. Das ausgelassen gesungene "Rose Tattoo" wird wie immer zelebriert, während "I'm Shipping Up To Boston" zu gleich mehreren kleinen Moshpits im Saal anregt. Es wird gesprungen und gerempelt, alles voller Freude und Energie im Angesicht von sehr viel Schweiß und nackten Oberkörpern.

Auf der Bühne tummeln sich derweil zahlreiche Fans, die mit der Band gemeinsam unter dem Gewitter explodierenden Glitters zu "Until The Next Time" abfeiern und der explosiven, energetischen Powershow ihr würdiges Finale geben. Eine gelungene Partynacht, die trotz nicht ganz optimalem Sound ein echtes Vergnügen ist.

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