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Amon Amarth (live in Frankfurt 2019) © Torsten Reitz

Gemeinsam mit ihren Landsleuten von Arch Enemy und Hypocrisy feiern die Schweden von Amon Amarth auf ihrer “Berserker“-Welttournee ein skandinavisches Metalfest in der Jahrhunderthalle Frankfurt, bei dem nicht nur die zahlreichen Zuschauer Feuer und Flamme sind.

„Aller Anfang ist schwer.“ Diesen Satz kann man unumwunden auch für Amon Amarth stehen lassen, dauerte der Weg zum Metal-Olymp für die 1992 gegründete schwedische Truppe doch mehr als ein Jahrzehnt. Inzwischen sind die Wikinger aus der (nordischen) Götterwelt der härteren Klänge jedoch kaum noch wegzudenken – und für ihre enorme Popularität spricht auch die Tatsache, dass sie bei ihren aktuellen Konzerten im Rahmen ihrer globalen “Berserker“-Tournee vor ausverkauften Häusern wie der Frankfurter Jahrhunderthalle auftreten.

Skandinavische Heuchelei

Als Unterstützung haben sich Amon Amarth für ihre derzeitigen Auftritte zwei Bands aus heimischen Landen geladen: Arch Enemy und Hypocrisy. Letztere eröffnen den musikalischen Reigen in der Mainmetropole mit düsteren Klängen und ebenso finsterem Licht. Etwa vierzig Minuten lang schreit sich Sänger und Gitarrist Peter Tägtgren voller Inbrunst durch Stücke wie “Fractured Millennium“ und “Roswell 47“, während die Rhythmusgruppe um Basser Mikael Hedlund und Schlagzeuger Reidar Horghagen gemeinsam mit Sechssaiter Tomas Elofsson das passende brachiale Fundament zur Einstimmung auf den restlichen Abend liefert.

Der ewige musikalische Kampf mit dem Erzfeind…

Nicht weniger hart, dafür umso flotter und beherzter gehen im Anschluss die Special Guests von Arch Enemy eine gute Stunde lang zu Werke. Speziell Frontfrau Alissa White-Gluz ist auf der Bühne der Jahrhunderthalle kaum zu bändigen: Sie schwingt eine Flagge, headbangt, rennt und hüpft umher wie ein Derwisch. Dazu garniert sie den musikalischen Boden à la “The World Is Yours“ und “War Eternal“, den ihr die Saitenhexer Michael Amott und Jeff Loomis, Tieftöner Sharlee D’Angelo sowie Drummer Daniel Erlandsson ausgesprochen energiegeladen bereiten, mit ihrem markant-kehligen Death Metal-Gesang. Dem Frankfurter Publikum gefällt es sichtlich: Unablässig gehen im Innenraum die ‚Pommesgabeln‘ in die Höhe. Als Anheizer für ihre eigene Show hätten sich Amon Amarth für ihre “Berserker“-Auftritte wohl kaum eine bessere Band aussuchen können.

Feuriges Wikinger-Spektakel

Noch heißer als bei Arch Enemy geht es dann zu, als schließlich die Headliner des Abends die Bühne in der Mainmetropole stürmen: Mit allerhand Pyrotechnik im Gepäck sorgt das schwedische Quintett um Sänger Johan Hegg dafür, dass nicht nur die abertausenden Fans in der Jahrhunderthalle bereits ab der ersten Sekunde des Openers “Raven’s Flight“ Feuer und Flamme sind. Amon Amarth lassen sich aber auch beim restlichen Programm nicht lumpen und servieren den Zuschauern die unzähligen, schon von den vorangegangenen Tourneen vertrauten visuellen Gimmicks, wie etwa den überdimensionalen Wikingerhelm als Drum Riser für Jocke Wallgrens Schlagzeug, mit Schwert und Schild kämpfende Nordmänner oder riesige Hörner zum Biertrinken.

Neues und Altbewährtes

Gott – oder vielmehr Odin – sei Dank kommt die Musik beim Frankfurter Konzert allerdings auch nicht zu kurz. Altbekanntes à la “Death In Fire“, “Guardians Of Asgaard“ oder “Twilight Of The Thunder God“ ist ebenso Bestandteil der Setlist wie vier neue Stücke vom aktuellen Longplayer “Berserker“. Während sich “Crack The Sky“, “Fafner’s Gold“, “Raven’s Flight“ und “Shield Wall“ auf der Platte nicht so unmittelbar in die Gehörgänge fräsen wie ihre an diesem Abend dargebotenen Vorgänger “First Kill“, “Raise Your Horns“ und “The Way Of Vikings“ vom “Jomsviking“-Album, entfachen sie live dafür umso mehr Energie und fügen sich geradezu nahtlos in das restliche Programm von Amon Amarth ein.

Auf dem Weg von der Jahrhundert- in die Ruhmeshalle

Als Johan Hegg und seine Mitstreiter Olavi Mikkonen und Johan Söderberg an den Gitarren, Bassist Ted Lundström und Drummer Jocke Wallgren am Ende des regulären Sets schließlich mit ihren bierbefüllten Hörnern mit der ausverkauften Jahrhunderthalle anstoßen, haben sie sich ihr „skål“ mehr als redlich verdient. Zusammen mit ihren Gästen von Arch Enemy und Hypocrisy haben sie dem Publikum eine spektakuläre vierstündige Metalparty abgeliefert, das sich nach bestem Wissen und Gewissen als – im doppelten Sinne – bestandene Feuertaufe beschreiben lässt. Amon Amarth haben mit ihrer Performance in Frankfurt zwar nicht das Rad neu erfunden, aber ihr längst bewährtes Rezept noch einmal verfeinert und mit illustren Vorbands angereichert, die das vorweihnachtliche wikingische Live-Erlebnis nur zu einem noch größeren Fest für die Fans der Band werden lässt.

Setlist von Hypocrisy

Fractured Millennium / Adjusting The Sun / Fire In The Sky / Eraser / War-Path / The Final Chapter / Roswell 47

Setlist von Arch Enemy

The World Is Yours / War Eternal / My Apocalypse / Ravenous / Under Black Flags We March / The Eagle Flies Alone / First Day In Hell / As The Pages Burn / No Gods, No Masters / Dead Bury Their Dead / Nemesis

Setlist von Amon Amarth

Raven’s Flight / Runes To My Memory / Death In Fire / Deceiver Of The Gods / First Kill / Fafner’s Gold / Crack The Sky / The Way Of Vikings / Prediction Of Warfare / Shield Wall / Guardians Of Asgaard / Raise Your Horns // The Pursuit Of Vikings / Twilight Of The Thunder God

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