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Michael Bublé (live in Mannheim, 2019) © Kosta Jiannis

Mit einer exzellenten Mischung aus großen Klassikern und neuen Songs bietet Michael Bublé bei seiner Show in Mannheim hochklassiges Entertainment. Dabei begeistert er nicht nur mit Musik, sondern fasziniert auch durch Persönlichkeit und Einstellung.

Als Michael Bublé die Bühne der ausverkauften, aber wegen massiver Staus noch nicht ganz gefüllten SAP Arena in Mannheim betritt, herrscht sofort eine spannungsgeladene Stimmung. Die Show beginnt mit "Feeling Good", und der Titel ist zugleich Programm. Das gigantische Orchester mit rund 40 Musikern und Musikerinnen untermalt die Stimmung, die Michael Bublé mit seiner ausdrucksstarken Stimme erzeugt.

Es ist eine Show der großen Gesten, des lässigen Swings und der großen Gefühle. Mal küsst Michael Bublé den Boden wie bei "Haven't Met You Yet", mal feuert er die Stimmung mit einem "Olé, lé, olé, olé" wie im Fußballstadion an. Es ist "the warm-up party for a great friday night", bei der sich Michael Bublé als Musiker vom alten Schlag erweist: "No pyro, all money for the musicians".

Familie und Werte

Wie ein roter Faden zieht es sich durch die Show: Michael Bublé hat etwas zu sagen und steht für Werte. In einer Zeit von Selfie-Besessenheit und übersteigerter Selbstdarstellung verkörpert ein Künstler, der von sich sagt: "Niemand verdient so viel Applaus" sicherlich eine selten gewordene Bescheidenheit. Er weiß um die teuren Tickets und hofft, dass er den Menschen für das viele Geld einen emotionalen Gegenwert schenken kann. 

Um das zu erreichen, zeigt Michael Bublé ganzen Einsatz. Er teilt die emotionale Nähe mit seinem Publikum bei "(Up A) Lazy River", einem Hoagy Carmichael-Cover. Er singt und tanzt quer über die Bühne, schnappt sich das Smartphone eines Zuschauers und macht ein Video vor dem Orchester. Mit breitem Grinsen geht das Smartphone zurück – für den Besitzer sicher eine unvergessliche Erinnerung. Mit Cornelius, einem weiteren Zuschauer, singt er sogar ein Duett.

Außerdem wird die ganze Familie eingebunden. Seine Frau vorne an der Bühne hat die drei Kids dabei, die natürlich alle mit Gehörschutz ausgestattet sind. Zum Pulp Fiction-Klassiker "You Never Can Tell", zu dem einst schon John Travolta und Uma Thurman tanzten, swingt und groovt er megalässig und holt unter dem Jubel des Publikums einen seiner Söhne hoch - dann twisten sie im Duett. Als die beiden Jungs bei "Nobody But Me" abwechslend den Refrain ins Mikro singen, wird es regelrecht rührend und zuckersüß.     

Bunte Mischung

Das große Orchester liefert den Rahmen für eine eindrucksvolle Show. Das faszinierende Wechselspiel von zarten Streichern und dröhenden Bläsern untermalen die dynamische Melodie von "My Funny Valentine", während Michael Bublé mit ausgedehnten Spannungsbögen und Stimmkraft brilliert. Zum Dean Martin Klassiker "Sway" lässt er das Publikum aufstehen und die Hüften kreisen, während drei seiner Trompeter mit Soloeinlagen begeistern. 

Bei "Such A Night" und "When You're Smiling" bindet er gleich das ganze Orchester ein, läuft durchs Publikum, tanzt, springt oder klatscht mit Zuschauern ab. Auch seine Mitmusiker lässt er glänzen, wie etwa seinen Trompeter Jumaane Smith. Während Bublé den Background-Gesang übernimmt, feuert Smith mit kraftvoller Soulstimme "You're Nobody Till Somebody Loves You" an der Frontbühne ab, gefolgt von einem starken Trompetensolo.

Der Swing-Club

Ohne die großen Gefühlsballaden geht es natürlich nicht. Neben der von Streichern und Klavier getragenen Melodie von "When I Fall In Love" beeindruckt Michael Bublé vor allem beim lässigen, wunderschönen "Home".

Mit dem Schmelz seiner Stimme trifft er mitten ins Herz. Dazu greift Bublé nicht nur auf die großen Klassiker zurück, sondern hat auch neue Songs wie die groovende Ballade "Love You Anymore" im Gepäck, die in Zusammenarbeit mit dem talentierten Songwriter Charlie Puth für das 2018 erschienene Album "Love" geschrieben wurde.

Als plötzlich mehrere altmodische Lampen von der Decke kommen, entsteht vorne an der Frontbühne der Swing-Club. Mehrere der Musiker ziehen gemeinsam mit Bublé bei "Buena Sera Signorina" und dem Doppel aus "Just A Gigolo" und I Ain't Got Nobody" eine Riesenshow ab. Bublé ist das Zentrum, ein Phänomen an Stil und Lässigkeit, während um ihn herum die Bläser und der Klavierspieler ein Solo nach dem anderen zum Besten geben. Das Publikum tanzt und groovt mit der Musik, die Atmosphäre ist fantastisch.

Stürmisches Finale

Mit dem Klassiker "Cry Me A River", einem Cover von Julie London, entfacht das Orchester eine brausende Musik wie ein Gewittersturm, während Michael Bublé mit seiner Stimmkraft das Publikum zu Standing Ovations treibt. Die Zugabe beginnt mit einem Orchestersolo, bevor Bublé zum nächsten Highlight ansetzt. Mit vollem Stimmvolumen schmettert er "Where Or When" gen Publikum.

Der krönende Abschluss ist "Always On My Mind". Den legendären Song, der von Elvis Presley über Country-Legende Willie Nelson bis zu den Pet Shop Boys schon über 120 mal gecovert wurde, präsentiert Michael Bublé als wuchtig ausladende Emotionsballade. Das letzte, langgezogene "Mind" steigert er wie in einer Opernarie mit all seiner Stimmkraft – Ein starkes Ende einer großen Show, deren Entertainmenfaktor nur schwer zu überbieten sein dürfte.

Setlist:

Feeling Good / Haven't Met You Yet / My Funny Valentine / I Only Have Eyes For You / Sway / Such A Night / (Up A) Lazy River / When You're Smiling / (Publikumssong mit Cornelius) / You're Nobody Till Somebody Loves You / When I Fall In Love / Love You Anymore / Forever Now / Home / Buona Sera Signorina / (Just A Gigolo / I Ain't Got Nobody) / You Never Can Tell / Nobody But Me / Cry Me A River // Orchestersolo / Where Or When / Everything / Always On My Mind

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