Cher (2019)

Cher (2019) © Machado Ciala

Cher blickt in der SAP Arena Mannheim im Rahmen ihrer "Here We Go Again"-Tour auf eine bewegte Karriere zurück. Ihre dynamische und selbstbewusste Performance lässt dabei immer wieder das Alter der Entertainerin vergessen.

Selbst mit 73 Jahren ist Cher noch immer viel beschäftigt: Als Schauspielerin spielte sie neben Meryl Streep und Amanda Seyfried im zweiten Teil von Mamma Mia! mit, als Sängerin veröffentlichte sie zu ihrem Engagement passend ein ABBA-Coveralbum und verpflichtete sich zu einer Residency-Show in Las Vegas. 

Dennoch mussten ihre deutschen Fans lange auf eine weitere Tour der Pop-Ikone warten, Chers letzter Auftritt in Deutschland fand vor 15 Jahren statt. So ist es kaum verwunderlich, dass die Mannheimer SAP Arena bis fast auf den letzten Platz gefüllt ist. 

Vielseitig und bunt

Die "Here We Go Again"-Tour ist dabei vor allem Rückblick auf eine ereignisreiche, gut 50-jährige Karriere. In den Umbaupausen, in denen Cher und ihre Entourage aus Tänzerinnen und Tänzern ihre Kostüme wechseln, erinnern Montagen aus Film- und Fernseh-Auftritten, Interviews und Live-Shows an die Höhepunkte dieser Karriere und zeigen die Vielfalt der Entertainerin. 

Diese Vielfalt zeigt sich auch in der Gestaltung der Setlist: Frühe Songs wie "I Got You Babe" zeigen noch deutliche Beat-Einflüsse, "Welcome To The Burlesque" beschwört das Varieté und bei "If I Could Turn Back Time" und "Strong Enough" handelt es sich um lupenreine Pop-Klassiker. 

Strong Enough

Dass die Show trotz ihrer Diversität dabei niemals beliebig wirkt, ist insbesondere Chers markanter Stimme und ihrer starken Persönlichkeit zuzuschreiben. Auch, wenn die 73-jährige sich nur selten mit Ansagen an das Publikum wendet, schafft sie es trotzdem, dieses vom ersten Moment an zu fesseln. 

Wenn sie sich dann allerdings doch einmal direkt an ihre Fans wendet, glänzt Cher als perfekte Entertainerin: Mit trockenem Humor findet sie perfekte Balance zwischen Selbstironie und Selbstbeweihräucherung und glänzt gleichermaßen durch Offenheit und Empowerment. 

Ein voller Erfolg

Doch ob Cher nun singt oder spricht, das Publikum hängt ihr an den Lippen und feiert jeden ihrer Schritte ("You do that with all your icons, don't you?"): Schon zum Opener "Woman's World" erheben sich die meisten Besucherinnen und Besucher von ihren Sitzplätzen, spätestens bei dem Block mit ABBA-Songs – "Waterloo", "SOS" und "Fernando" – eskaliert die Stimmung.

Als Cher dann ihren wohl größten Hit "Believe" als Zugabe anstimmt, gibt es endgültig kein Halten mehr. Trotz des deplazierten Dubstep-Intros singt hier nun wirklich jeder mit und bejubelt die Sängerin, als sie sich mit Handküssen endgültig von der Bühne verabschiedet.

Cher ist eine Musikerin der großen Gesten und der Extravaganz; ihre Show lebt von der Inszenierung und dem Spektakel. Und doch schafft sie es, nie hinter dem ganzen Aufwand, den Tänzerinnen und Tänzern oder ihren ständig wechselnden Kostümen, zu verschwinden: Ihre starke Persönlichkeit und ihre ikonische (Eigen-)Art machen ihren Auftritt zu einem vollen Erfolg.

Setlist

Woman's World / Strong Enough / Gayatri Mantra / All or Nothing / All I Ever Need Is You & Little Man (Interlude) / The Beat Goes On / I Got You Babe / You Haven't Seen the Last of Me (Interlude) / Welcome to Burlesque / Lie to Me / Waterloo (ABBA) / SOS (ABBA) / Fernando (ABBA) / Chers Filme – Interlude / After All / Heartbreak Hotel (Elvis Presley) / Walking in Memphis (Marc Cohn) / The Shoop Shoop Song (It's in His Kiss) (Betty Everett) / Bang Bang (My Baby Shot Me Down) / I Found Someone (Michael Bolton) / If I Could Turn Back Time // Believe

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