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Hozier (live in Frankfurt 2019) © Leonard Kötters

Das Konzert von Hozier in Frankfurt zeigt einen Musiker, der mit seiner Band einen extrem vielfältigen Sound erzeugt. Als Gruppe liefern sie ein Wechselspiel auf mehreren Ebenen, mit unterschiedlichsten Stimmfarben und Instrumenten.

Mit dem neuen Album "Wasteland, Baby!" erreicht Hozier einen ganz neuen Level. Das zweite Album ist stilistisch viel breiter angelegt als der Vorgänger, entfacht viel mehr Energie und Dynamik. Das wirkt sich in jeder Hinsicht positiv auf seine aktuelle Live-Tour aus.

Auf der Bühne der Frankfurter Batschkapp steht Hozier mit drei Männern und vier Frauen. Gemeinsam bilden sie nicht nur einen bis zu acht Stimmen starken Chor, aus dem Hozier mit seiner dunklen Reibeisenstimme immer heraus sticht, sondern geben dem Sound permanent neue Impulse. Das funktioniert, weil fast alle Mitglieder der Band Multiinstrumentalisten sind und oft sogar mitten im Song das Instrument wechseln.

Klangtiefe und Stilbreite

Schon bei den ersten Songs zeigt sich die große Stilbreite im Repertoire von Hozier. Der irische Folk-Rocker eröffnet den Abend ganz klassisch bei "Would That I" mit einem Song, bei dem er selbst die dominante Akustik-Gitarre spielt. Seine dunkle Stimme ist durchdringend mächtig, rollt permanent über die Melodie. Das Publikum ist sofort da, klatscht den Rhythmus von "Dinner & Diatribes" mit.

Das erste Highlight ist der neue Song "Nina Cried Power". Mit ungebändigter Energie und treibendem Rhythmus, angefeuert von einem harten Gitarren-Solo, heizt die Melodie dem Publikum ein, während Hozier gleichzeitig mit seiner Stimme aus dem Band-Chor ausbricht. Diese Mischung der Stimmen geben dem Song eine vielschichtige, begeisternde Klangtiefe.   

Wechselspiele

Aber Hozier wechselt samt Band seinen Stil und die Instrumente nicht nur von Song zu Song, sondern manchmal auch mitten im Lied. So startet "To Be Alone" als Hard-Powerrock, dessen Melodie plötzlich in einen sphärisch-rockigen Sound abkippt. Auch "Someone New" mit seiner Folk-Pop Melodie lebt von den permanent wechselnden Spitzen der Musiker, die aus der Gruppe heraus stechen. Mal ist es eine Solostimme, mal kommt ein kurzes Violin-Solo als Gegenpart zu den sonst dominanten Gitarren.

Dieses Duell Violine gegen Gitarre ist der Höhepunkt den rhythmischen "Angel Of Small Death And The Codeine Scene". Ebenso entfachen die drei Gitarren im Duell mit dem Schlagzeuger bei "Nobody" große Begeisterung beim Publikum. Als nächsten Kontrast folgen zwei gefühlsbetonte Power-Balladen. Das ruhige, entspannte "From Eden" wird genau so laut mitgesungen wie "Cherry Wine".

Highlights

Gegen Ende stechen trotz eines durchgängig abwechslungsreichen und musikalisch hochklassigen Konzerts drei Songs heraus. Die Intensität von "No Plan" ist pure Gänsehaut. Die vom Synthesizer getragene Melodie fesselt das ganze Publikum, während die Stimmen von Hozier und seiner Band eine elektrisierende Atmosphäre erzeugen. 

Die sphärische Ballade "Movement" mit dem dramatischen Keyboard im Hintergrund, während vorne Hozier durch die tanzenden Lichter hindurch seine aufwühlende Stimme ausbrechen lässt, ist eine Demonstration an musikalischer Explosion. Die so aufgebaute Spannung entlädt sich am Ende, als das Publikum total ausflippt.

Dramatisches Finale

Nicht fehlen darf natürlich der große Hit "Take Me To Church", der durch den Saal pulsiert, getragen von einem sehr gesangswiligen Publikum. Mit Riesenapplaus geht es in die Zugabe.

Dort wartet mit "Sunlight" ein weiterer opulenter Drama-Song, dessen Melodie mit großen Gefühlen die Zuschauer trägt. Der "Work Song" ist ein stimmliches Duell der dunklen Stimme von Hozier gegen den glockenhellen, mehrstimmigen Chor der vier Ladys in der Band. Ein toller Konzertabend, stilistisch vielfältig, immer abwechslungsreich, mit großer Klangtiefe und Stimmenvielfalt.  

Setlist:

Would That I / Dinner & Diatribes / Nina Cried Power / To Be Alone / Someone New / Angel Of Small Death And The Codeine Scene / Nobody / Talk / From Eden / Cherry Wine / No Plan / Jackie And Wilson / Almost (Sweet Music) / Moment's Silence (Common Tongue) / Movement / Take Me To Church // Sunlight / Work Song

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