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Impressionen vom Black Castle Festival 2019 in Mannheim © Natalie Laube

Das Black Castle Festival in Mannheim konnte 2019 nur dank des Einsatzes der Fans stattfinden. Diese wurden mit einem hochkarätigen Line-up belohnt, während das Rahmenprogramm stark zurückgefahren wurde.

Eigentlich war das Black Castle Festival 2019 schon abgesagt worden. Im Mai hatten die Veranstalter das Festival aufgrund zu geringer Vorverkaufszahlen bereits begraben, doch wurde das Black Castle durch eine solidarische Spendenaktion der Fans wiederbelebt.

So fand das Black Castle Festival am 30. und 31. August zum zweiten Mal auf dem Mannheimer Maimarktgelände statt. Nach einem schwierigen Start im letzten Jahr waren dieses Jahr deutlich mehr Besucher gekommen, auch wenn noch Luft nach oben blieb. Ob der Zuspruch ausgereicht hat, um das Festival am Leben zu halten, ist aktuell unklar.

Musikalischer Rundumschlag

Lag der Fokus im Vorjahr eher auf den Genres Neue Deutsche Härte und Gothic Rock, war dieses Jahr mit ingesamt 18 Bands für fast jeden Geschmack der Schwarzen Szene etwas dabei.

Die Fans harter elektronischer Musik wurden unter anderem vom Industrial Duo Synthattack trotz der Hitze im Maimarktclub zum Tanzen gebracht. Ebenfalls elektronisch und mit ordentlich Wumms ließen die EBM-Veteranen von Funker Vogt trotz technischer Probleme mit dem Mikrofon die Wände des Maimarktes wackeln.

Die Synthpop Band Eisfabrik sorgte trotz ihres Namens nicht für Abkühlung. Ganz im Gegenteil, die Elektrobeats brachten das Publikum und den Yeti auf der Bühne kräftig zum Tanzen.

Urgesteine und Lokalmatadore

Die Headliner am Freitag, die Dark Electro-Urgesteine von Suicide Comando, blieben dagegen etwas hinter den Erwartungen zurück. Soundtechnisch war das Schlagzeug viel zu laut und die Stimmung im Publikum bei der ein oder anderen Band davor deutlich besser.

Einer dieser Stimmungsbomben waren Heldmaschine, die mit drückendem NDH Sound und einer ausgeklügelten Lichtshow das Publikum überzeugen konnten. Weitere Highlights aus der gitarrenlastigen Fraktion waren die Mannheimer Lokalmatadore Crematory, die zwischen ihren brachialen Gothic Metal Songs immer für einen Spaß und gute Stimmung zu haben waren.

Die Rammstein-Coverband Stahlzeit, der Headliner am Samstag, ließ den sowieso schon heißen Maimarktclub wortwörtlich brennen. Mit Flammenwerfern, Explosionen, brennenden Mikrofonständern, Pyrotechnik und Konfettikanonen bot die Band den Besuchern des Festivals eine gewaltige Show.

Rahmenprogramm: Fehlanzeige

Festivals der schwarzen Szene zeichnen sich dadurch aus, dass sich hier die Szene trifft. Die Bands gehören natürlich auch dazu, doch lebt das Zusammenkommen unter Gleichgesinnten von mehr als nur Musik. Sei es auch nur um das schwarzbunte Treiben mit einem Drink zu genießen, zu shoppen, eine Buchvorlesung zu besuchen oder sich einfach nur mit seinen Freunden aus der Szene zu unterhalten, die man nur ein paar mal im Jahr trifft.

Hierfür bot das Black Castle Festival in diesem Jahr wenig. Gab es im letzen Jahr zumindest noch einen Mittelaltermarkt, waren dieses Jahr im Aussenbereich nur ein paar gewöhnliche Getränke- und Imbissstände mit Bierbänken und im Innenbereich zwei Shoppingstände vorhanden. In der Betonwüste des Maimarktclubs fehlte somit das Flair, das Gothic-Festivals zu etwas Besonderem macht.

Zudem fiel auf, dass relativ wenige Besucher aufwendige Outfits trugen. Gothic Festivals leben davon, dass die Besucher mindestens genau so spannend gekleidet sind wie die Acts auf der Bühne. Vielleicht lag es am heißem Wetter, vielleicht aber auch daran, dass die Leute vor allem wegen der Bands zum Black Castle Festival kamen. Das Line-up musste sich schließlich nicht hinter den etablierten Festivals der Szene verstecken.

Positiv fiel die Kinderbetreuung ins Gewicht, so dass Eltern sich keine Sorgen um ihren Nachwuchs machen mussten. Da der Altersdurchschnitt auf Gothic-Festivals heutzutage deutlich über 30 liegt, ist das eine sinnvolle Sache.

Zukunft ungewiss

Ob es im nächsten Jahr mit dem Black Castle Festival weitergeht, ist noch unklar. Ein neuer Termin wurde bis jetzt nicht noch bekannt gegeben.

Trotz kleiner Wermutstropfen, wäre es schade, wenn die Rhein-Neckar-Region das Festival so schnell wieder verlieren würde. Potential für ein weiteres und besseres Black Castle Festival ist schließlich vorhanden.

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