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Amy Macdonald (live in Frankfurt 2019) © Torsten Reitz

Beim Konzert in der ausverkauften Alten Oper in Frankfurt verleiht Amy Macdonald ihren persönlichsten Songs in Akustik-Versionen viele neue Akzente, bleibt sich selbst dabei aber treu.

Wie persönlich die Konzerttour anlässlich der Veröffentlichung ihres neuen Albums "Woman Of The World" für Amy Macdonald ist, zeigt sich allein schon daran, dass sie im Verlauf des Konzerts so viel spricht wie noch nie zuvor. Sie erzählt zu vielen Songs persönliche Anekdoten und vermittelt Hintergründe zur Entstehung.

Begleitet von Gitarre, Kontrabass, Violine, Cello und einem Multi-Instrumentalisten, der sowohl Piano als auch Cajon spielt, nimmt sie die Zuschauer mit auf eine Reise. Dabei bewegt sie sich abwechslungsreich zwischen emotionalen Balladen und luftig-leichten Songs mit viel Tempo und Charme.

Persönliche Geschichten

Der Stolz auf ihre Heimat Schottland zeigt sich in "Pride", der entstand, nachdem sie einst die schottische Nationalhymne gesungen hat. Mit Kopfschütteln blickt sie aktuell auf das Chaos rund um den Brexit und fragt sich immer noch, warum nur die Schotten beim Referendum über die Unabhängigkeit von Großbritannien mit "Remain" gestimmt haben. Für die Zuschauer ist "Pride" ein Gute-Laune-Song, bei dem erstmals zahlreiche Fans aufstehen und im Rhythmus mitklatschen.

Auch die Musikindustrie bekommt ihr Fett weg. Amy kritisiert deren Schnelllebigkeit und dass man sich auf niemanden verlassen könne. Ganz intim wird es in der Zugabe, als sie die Geschichte von "Left That Body Long Ago" erzählt. Die rührende Ballade, die Amy ganz allein auf der Bühne mit der Gitarre spielt, handelt von ihrer Großmutter, die nach langer Krankheit am Ende nur noch ein Schatten ihrer selbst war.

Emotionen

Viele Songs erhalten durch das Akustikset einen neuen, ganz eigenen Charakter. Manche wie die emotionale Ballade "Woman Of The World" wirken sogar komplett neu, weil sie Amy Macdonalds eindringliche Stimme noch mehr hervortreten lassen. Wunderschön gelingt auch die Traumballade "Rise & Fall", während "Never Too Late" eindringliche Kraft entfaltet, als Amy nur begleitet vom Piano mit ihrer Stimme aufdreht.

Einen ganz eigenen Stil enwickelt "Don't Tell Me That It's Over". Akzentuiert durch Piano und Violine durchziehen starke Emotionen die Melodie, die anders als das Original viel ruhiger und getragener wirkt. Auch "Give It All Up" wirkt mit seiner zart gespielten Melodie völlig neu, ein noch stärkerer Kontrast zur mächtigen Stimme von Amy Macdonald, die den ganzen Raum der Alten Oper einnimmt.

Der opulente Sound ist auch der perfekte Rahmen für die Powerballade "Down By The Water", die von großer Stimmkraft getragen am Ende ganz leise endet, bevor der Applaus laut wie nie zuvor aufbrandet.

Standing Ovations

Neben den emotionalen Powerballaden sind es vor allem die schnellen Songs, die das Publikum mehrfach aus den Sitzen reißen. Für diese Performances braucht Amy nach einem sehr langweiligen Tag (wie sie selbst sagt) ihr Publikum am Limit. So legt sie schon bei "Spark" richtig los. Beim großen Hit "Mr. Rock and Roll" stehen alle Zuschauer, klatschen und singen mit. 

Als die ersten Töne von "This Is The Life" erklingen, ist das Publikum sofort auf den Beinen und tanzt, singt und springt mit der energetischen Melodie. Es ist der pure Spaß, der bis zur Zugabe mit dem Feel-Good-Song "Life In A Beautiful Light" anhält. Schließlich entlässt das energiegeladene, unter Standing Ovations gefeierte "Poison Prince" die Zuschauer zufrieden in die Nacht.

Setlist

Woman Of The World / Spark / Pride / The Rise & Fall / Never Too Late / Mr. Rock and Roll / Leap Of Faith / Dream On / Don't Tell Me That It's Over / Give It All Up / Down By The Water / Automatic / Run / Prepare To Fall / This Is The Life / What Happiness Means To Me // Left That Body Long Ago / Life In A Beautiful Light / Poison Prince

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