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Subway To Sally (live in Frankfurt, 2019) © Jan Heesch

Lang hat es gedauert, bis Subway to Sally ihr neues Album "Hey!" vollendet haben. Das Ergebnis sind tolle Songs mit viel Tiefgang und teils bissiger Ironie. So zeigen sich Subway to Sally beim Tourauftakt in der Batschkapp Frankfurt stilistisch vielfältiger.

Es ist immer gut, wenn eine Band noch nach vielen Jahren ihre Fans überraschen kann, denn genau das tun Subway to Sally mit ihrem neuen Album "Hey!". Der Sound ist stellenweise schwer und industriell, aber stets mitreißend und passt trotz des Kontrasts gut zu den älteren Songs.

Im Heldenmodus

Im Opening zeigt sich Sänger Eric Fish ganz wie im Video zu "Messias" als lebende Persiflage einer oberflächlichen Konsum-Glitzerwelt. Mit blonder Perücke, goldener Glitzerjacke und schließlich sogar Goldflitter reißt er, getrieben vom dröhnenden Rock der Gitarren, das Publikum sofort mit.

Den Heldenmodus, den er selbst beschwört, leben Subway to Sally auf der Bühne gleich bei "Island" aus, obwohl der Vikingerschlachtruf "Huh!" nicht ganz den gewünschten Effekt erzielt.

Dramatisch

Während "Königin der Käfer" live nicht komplett überzeugt, ist "Imperator Rex Graecorum" ein echter Kracher. Der treibende Rhythmus ist wie der Marsch einer Kampfeinheit, ein energetischer Taktgeber zum Mittanzen und Klatschen.

Die Melodie von "Die Engel steigen auf", die immer wieder vom Gitarrengewitter durchschlagen wird, ist pures Drama mit hohem Spannungslevel, die sich am Ende mit Violinsolo in bombastischem Sound entlädt.

Am Ende steht das von Eric Fish als "Triptychon" bezeichnete Dreierset von neuen Songs. Das temporeiche "Alles was das Herz will" sorgt für viel Bewegung im Raum, das Publikum lässt sich fallen und geht im Rhythmus von "Aufgewacht" mit. Den Abschluss bildet schließlich das dramatische "Ausgeträumt".

Gegen falsche Propheten

Natürlich spielen Subway to Sally auch zahlreiche Klassiker und Lieblingshits ihrer Fans, die perfekt zur Atmosphäre der neuen Lieder passen. "Knochenschiff" ist so schön wild und rauh, das "Kleid aus Rosen" ein starker Song mit mitreißender Melodie und ernstem Inhalt.

So kraftvoll wie "Unsterblich" ist "Eisblumen" – ein emotionales Drama, das keinen Zuschauer kalt lässt. Auch "Henkersbraut" wird frenetisch mitgesungen. In Zeiten von Despoten und Manipulatoren, die lügen und täuschen, ist "Falscher Heiland" aktueller denn je. Ein Halleluja für die Wahrheit, schmettern ihnen die Zuschauer entgegen.

Ausflippen zum Abschluss

Das Ende ist ein Fest der größten Hits. Das emotionale Drama "Wenn Engel hassen" fesselt das Publikum, die "Sieben" wird zelebriert. Zum totalen Ausflippen gibt es keine besseren Songs als "Tanz auf dem Vulkan" und "Veitstanz". Die Stimmung in der Batschkapp ist großartig.

Die "Grausame Schwester" wühlt nochmals auf, bevor das Publikum mit "Julia und die Räuber" seinen Durst nach Blut stillt. Ein echtes Fest der Emotionen, zwei Stunden volle Power. Ein Tourauftakt, wie er besser kaum sein könnte.

Setlist

Messias / Island / Knochenschiff / Kleid aus Rosen / Königin der Käfer / Imperator Rex Graecorum / Tag der Rache / Unsterblich / Eisblumen / Die Engel steigen auf / Minne / Ally Solo / Für immer / Henkersbraut / Arme Ellen Schmitt / Falscher Heiland / Alles was das Herz will / Aufgewacht / Ausgeträumt // Wenn Engel hassen / Sieben / Tanz auf dem Vulkan / Veitstanz // Grausame Schwester / Julia und die Räuber

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