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Alison Moyet (live in Frankfurt 2019) © Torsten Reitz

Selten ist ein Konzert ein solches Auf und Ab wie bei Alison Moyet. Sie setzt immer wieder positive Akzente, kann aber das Publikum nicht durchgängig begeistern. So plätschert die Show etwas dahin, bis ganz am Ende doch noch Stimmung aufkommt.

Der Auftakt des Konzerts von Alison Moyet leidet zunächst unter Songs, die beim Publikum nicht wirklich ankommen. Laut, aber mit wenig melodischer Struktur versandet sogar der Yazoo-Klassiker "Nobody's Diary". Ein erster Lichtblick ist "Wishing You Were Here", dessen epische Balladenmelodie und sphärischer Synthiesound gut mit der Stimme von Alison Moyet harmoniert. 

Aber schon "The English U", das als Hommage an ihre Mutter eigentlich sehr persönlich ist und das Publikum berühren sollte, lässt die Stimmung bei mäßigem Applaus wieder einknicken. Kurz wird es bei den dynamischen "Do You Ever Wonder" und dem rockigen "Beautiful Gun" mit den deutlich hörbaren Einschlägen des 80er-Jahre-Sounds wieder lauter im Saal. Mit dem wenig inspirierenden "Changeling" kippt die Stimmung aber auch schon wieder weg.

Kleine Lichtblicke

Wenn überhaupt, dann sind es vornehmlich die alten Yazoo-Hits, die tatsächlich für etwas mehr Begeisterung sorgen. So wird hörbar zu "Only You" mitgeklatscht und auch fleißig mit den Handys gefilmt. Moyets Stimme, deren Bandbreite von Pop über Blues bis hin zum Chanson reicht, zeigt in diesen wenigen Momenten, warum sie bereits seit den 1980er Jahren so erfolgreich ist. Sobald sich diese Kraft mit der Dynamik der Melodie verbindet, ist sofort die Energie im Raum spürbar.

Dem wenig spannenden Song "Lover, Go" stehen etwa das intensiv emotionale "All Cried Out", den viele jüngere Musikfans vielleicht noch in der schnellen, auf Pop produzierten Coverversion der No Angels kennen, und besonders "This House" gegenüber. Dieser Song erzählt eine hochgradig von Dramatik durchsetzte Geschichte und kann dadurch die Blicke zur Bühne hin fesseln.

Der beste Teil 

Tatsächlich entwickelt sich die Show erst ab "The Rarest Birds" zu einem wirklich sehenswerten Konzert. dessen Harmonie aus Stimme und Melodie das Publikum mittanzen lässt. Das von intensiven Licht- und Soundeffekten getragene "Alive" mit seinen peitschenden Schlägen ist ebenso purer 80er Discosound wie der schwere, rollende Bass von "Right As Rain". Als mit "Situation" ein weiterer Yazoo-Hit ertönt, gehen endlich die ersten Hände zum Mitklatschen nach oben.

Die Zugabe ist schließlich eine echte Revival-Party. Auf den nächsten Disco-Song, "Love Resurrection", der mit vielen tanzend wippenden Körpern abgefeiert wird, folgt das absolute Highlight des Abends: Kein Song wird so laut mitgesungen und bejubelt wie die 80er Hymne "Don't Go". Leider gelingt es Alison Moyet eben nur mit diesem einen Song, die Stimmung einmal auf Maximum zu bringen. Über das gesamte Konzert verteilt präsentiert die Sängerin an diesem Abend zu viele Songs, denen es an Durschlagskraft mangelt und die der Begeisterung immer wieder einen Dämpfer verpassen.   

Setlist:

I Germinate / Nobody's Diary / Wishing You Were Here / The English U / Do You Ever Wonder / Beautiful Gun / Changeling / Only You / The Sharpest Corner (Hollow) / All Signs Of Life / All Cried Out / Lover, Go / This House / Love Letters / The Rarest Birds / Alive / Right As Rain / Situation // Love Resurrection / Don't Go

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