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Bullet For My Valentine (live in Frankfurt 2018) © Torsten Reitz

Treffer versenkt: Bullet For My Valentine zeigen in der Jahrhunderthalle Frankfurt mit einer schweißtreibenden, rasanten Show und beeindruckender Spielfertigkeit ihr ganzes Können. So geht moderner Metal.

Mit Songs wie "Tears Don't Fall" haben die Melodic-Metal-Heroen Bullet For My Valentine den Soundtrack für allerlei Herzschmerz-Situationen ihrer Fans geliefert. Tatsächlich ist bei den Walisern der Name Programm. Die Zutaten sind Frust, Aggression und Enttäuschung, aber auch der Neustart danach.

Dabei schaffen es die Metal-Buletten Härte und Melodie, Metal und Pop clever miteinander zu verbinden und damit ein breites Publikum jeden Alters anzusprechen. Das zeigt sich auch in der Jahrhunderthalle in Frankfurt. Das Halbrund ist gut gefüllt, wenngleich nicht ausverkauft. Für 1000er-Clubs ist die Band inzwischen eben deutlich zu groß.

Kraftvolle Supports

Als Anheizer präsentieren sich gleich mehrere Bands. Die US-Truppe Nothing More zeigt schon mit dem Opener "Don't Stop", dass es kein ruhiger Abend wird. Die Songs haben ordentlich Dampf und Frontmann Jonny Hawkins beeindruckt mit seiner ungewöhnlich hohen Stimme. Teilweise erinnert das an Urgesteine wie AC/DC.

Mit Mäusen hat der nächste Support gar nichts zu tun: Of Mice & Men sind weder Käse noch leise und bringen mit Metalcore-Klängen und grimmigen Shoutingparts die Köpfe zum Wackeln. Alle Pommesgabeln hoch – this is woaaaahrzone! Auf Platte klingt der cleane Gesang übrigens viel poppiger. Danach ist Zeit für den Hauptgang.

Klotzen statt kleckern

Nach einem kurzen Intro beginnen Bullet For My Valentine mit "Leap of Faith" einen abwechslungsreichen, wilden Ritt durch ihre Diskographie. Die Setlist beinhaltet neues Material wie die Singles "Over It" oder "Letting You Go", aber auch Klassiker wie das brettharte "4 Words", den musikalischen Dampfhammer "No Way Out" oder "Suffocating Under Words of Sorrow (What Can I Do)".

Riesige, gestaffelte LED-Tore und unzählige Scheinwerfer tauchen die Bühne je nach Stimmung in das passende Licht und heben die Breakdownparts nochmals hervor. Die Lichtshow ist brachial wie die Musik.

Auf dem Gaspedal

Dass Bullet For My Valentine auch harte Klänge beherrschen, zeigt sich vor allem bei "Not Dead Yet" und den folgenden Songs. Zunächst lässt aber das Schlagzeug-Solo von Bandneuling Jason Bowld sämtliche Münder offen stehen. Dazu sind die Double-Bass-Parts präzise wie ein Maschinengewehr.

Der "Neue" macht seinen Job mehr als gut und auch die anderen Jungs zeigen mit diversen Solo-Einlagen eindrucksvoll ihr Können. Aber nicht genug der Action: Das Solo mündet in den Krachertrack "Scream Aim Fire", der ohne Verschnaufspause in "You Want a Battle" überleitet. Was für ein Brett! Der Refrain wird natürlich lauthals mitgesungen.

Weine nicht...

Unter tosendem Applaus und "Bullet"-Rufen kehren die Metal-Mannen von Bullet For My Valentine nochmals auf die Bühne zurück. Ein Song fehlt noch, das Highlight das Abends: "Tears Don't Fall" vereint genau das, was die Musik der Waliser ausmacht: brachiale Metalparts, beeindruckende Technik, einen eingängigen Refrain und ganz viel Herzschmerz.

Mit "Waking the Demon" öffnet sich der letzte Moshpit des Abends. Aber es gibt keinen Grund zu weinen: Bullet For My Valentine kommen sicherlich bald wieder. Bis dahin ist der Muskelkater im Nacken auch abgeklungen.

Setliste

Leap of Faith / Over It / Your Betrayal / 4 Words (To Choke Upon) / Worthless / Letting You Go / The Last Fight / Venom / Not Dead Yet / Drum Solo / Scream Aim Fire / You Want a Battle? (Here's a War) / Piece of Me / No Way Out / Suffocating Under Words of Sorrow (What Can I Do) // Don't Need You / Tears Don't Fall / Waking the Demon

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