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Sasha (live in Frankfurt 2018) © Torsten Reitz

Nach mehrjähriger Abstinenz als Solokünstler hat sich Sasha in diesem Jahr mit dem überraschenden deutschsprachigen Album "Schlüsselkind" zurückgemeldet. Beim Tourauftakt in der Frankfurter Jahrhunderthalle beweist der Sänger eindrucksvoll, dass er sich in mehr als einer Hinsicht neu erfinden kann.

Man kann Sasha als echten Tausendsassa bezeichnen. Vor 20 Jahren feierte der 46-jährige Sänger seinen Durchbruch als Popstar. Über die Jahre hinweg erfand er sich als Rockabilly-Röhre Dick Brave neu und zieht seit geraumer Weile als Teil der Rat Pack-Imitation Alive & Swingin' mit Xavier Naidoo, Rea Garvey und Michael Mittermeier die Zuschauermassen hierzulande an. 

Nun hat sich Sasha mit seinem ersten deutschsprachigen Album "Schlüsselkind" einmal mehr verändert. Mit der aktuellen Platte im Gepäck beehrt er die Frankfurter Jahrhunderthalle zum Auftakt seiner gleichnamigen Tour mit einem Besuch.

Deutschsprachige Schlüsselerlebnisse

Das neue Material wirkt in der Summe reifer und nachdenklicher, aber auch etwas entspannter als Sashas frühere Musik. "Polaroid" etwa ist zwar einerseits eine Art Liebeslied, dient aber gleichzeitig als Plädoyer dazu, lieber geistige Bilder im Kopf zu machen anstatt Massen an Fotos auf dem Handy zu speichern.

Im Titelsong der aktuellen Scheibe geht der westfälische Sänger auf seine Kindheit ein, als er nach der Schule alleine nach Hause kam, weil seine alleinerziehende Mutter arbeiten musste. Sasha möchte damit alle heutigen "Schlüsselkinder" aufmuntern, die ein ähnliches Schicksal haben.

Altes Material neu erfunden

Die großen Hits aus seinem Popstar-Zeiten dürfen auf den diesjährigen Konzerten natürlich auch nicht fehlen, aber auch diese Songs haben der in Hamburg lebende Sänger und seine zehnköpfige Band einer Frischzellenkur unterzogen. "I Feel Lonely" kommt beispielsweise im Reggae-Gewand daher, während "Owner Of My Heart" zur traurigen Klavierballade mutiert.

Als Zugabe servieren Sasha und ein Teil seiner Mitmusiker dann "Coming Home" in einer reinen A capella-Variante, in die sie Stücke wie Bobby McFerrins "Don't Worry Be Happy" oder den Titelsong aus der Serie "Two & A Half Men" einstreuen. Dem Publikum in der Jahrhunderthalle gefällt es. Im Laufe des Konzerts hält es nur wenige auf ihren Sitzen.

Aufstehen, bitte!

Genau das ist auch der eigentliche Kritikpunkt an der Show in Frankfurt, denn an der Performance von Sasha und seiner Band gibt es rein nichts auszusetzen. Die Truppe wirkt gut eingespielt, ihr Frontmann bestens gelaunt. Nur: Warum hat man sich für ein bestuhltes Konzert entschieden, wenn die Besucher bereits nach kurzer Zeit von ihren Plätzen aufstehen?

Mit "Schlüsselkind" hat Sasha jedenfalls ein gelungenes Comeback hingelegt und erneut demonstriert, dass er vielseitiger ist als viele andere seiner Zunft. Der Auftritt in der Jahrhunderthalle bietet neben Popklängen auch funkige und soulige Grooves, Jazz- und Big Band-Anleihen einer spielfreudigen Gruppe im perfekten Sound- und Lichtgewand.

Setlist

Weiße Weste / Genug ist genug / Polaroid / Schlüsselkind / Bauch voller Lieder / Gorilla / I Feel Lonely / Hide & Seek / Lucky Day / Balladen-Medley (inklusive Owner Of My Heart) / Du fängst mich ein / Freunde fürs Leben / Leben danach / Zwei Herzen / Immer wie immer / Jekyll & Hyde / Nichtgeschwindigkeit / Good Days / Rooftop / This Is My Time // Coming Home (inklusive Don’t Worry Be Happy und Manly Men / If You Believe / Der Junge

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