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Impressionen vom Primavera Festival 2018 © Sarah Ciminiski

Strand, Sonne, Musik und Essen. Was sich anhört wie ein Traumurlaub ist noch viel mehr. Das Primavera Sound in Barcelona schickt sich an, von einem Musikfestival zu einem Rundumerlebnis zu werden. Das Line-up ließ kaum Wünsche offen, das Festivalgelände war wieder ein Stück größer und für das leibliche Wohl war auch gesorgt.

Sommerfestivals in Deutschland laufen in der Regel nach dem immergleichen Muster ab: Donnerstag ankommen, Zelt aufbauen und abends ins Partyzelt.

Die folgenden Tage verbringt man dann müde, verkatert, durchnässt oder mit Sonnenbrand wahlweise vor irgendwelchen Zelten oder vor den Bühnen, bevor dann gegen Mitternacht der Vorhang fällt.

Das andere Festivalerlebnis

Ganz anders dagegen sieht der Festivalalltag auf dem Primavera Sound aus, das in den letzten Jahren zu einem festen Termin für Musikbegeisterte aus ganz Europa geworden ist.

Der wohl markanteste Unterschied dürfte die Location sein. Mit dem Parc del Forum hat das Festival wohl eine der spektakulärsten Aussichten überhaupt zu bieten. Direkt am Mittelmeer gelegen, trennen nur ein paar Gitter die Besucher vom kühlen Nass und mehrere der dreizehn Bühnen erlauben einen wunderschönen Ausblick auf das Meer.

Tagsüber bietet das Primavera Sound zudem das absolute Urlaubsfeeling, da ein weitläufiger Strandabschnitt mit eigener Bühne den Zugang zum Meer ermöglicht. Für die musikalische Untermalung sorgen dabei DJ Sets von Four Tet, Floating Points, und Daphni.

Spät feiern

Was deutschen Festivalbesuchern ebenfalls ungewohnt erscheinen dürfte, ist die hohe Dichte an Headlinern nach Mitternacht. Abgesehen von den DJ Sets am Strand beginnt das Programm auf den übrigen Bühnen erst am späten Nachmittag. Dadurch kann man die die letzten Stunden der katalanischen Sonne am Tag genießen, ohne sich allzu sehr Gedanken um einen Sonnenbrand machen zu müssen.

Entsprechend entspannt gleitet der Abend auf dem weitläufigen Gelände dahin, bevor sich die 60.000 Besucher, die täglich im Schnitt den Parc del Forum besuchen, gegen Mitternacht bei den Main Acts auf einer der vier Hauptbühnen einfinden.

Große Namen

Insbesondere die Arctic Monkeys, Nick Cave & the Bad Seeds und Björk lockten die Massen vor die beiden größten Bühnen und begeisterten die Besucher mit Sets von jeweils über 90 Minuten. Neben diesen Altvorderen der Popmusik waren trotz der Absage von Migos mit A$AP Rocky, Tyler, the Creator und Vince Staples insbesondere amerikanische Rapper als Headliner beim diesjährigen Primavera vertreten.

Daneben standen aber auch eine ganze Reihe starker Frauenfiguren auf den Bühnen. Jane Birkin, Charlotte Gainsbourg, Haim, Lorde und Lykke Li demontierten in Zeiten von #metoo den Mythos vom schwachen Geschlecht und setzten ein Zeichen gegen die männliche Dominanz im Pop.

Rahmenprogramm als Hauptsache

Im Gegensatz zu deutschen Festivals endet das Programm auf dem Primavera Sound allerdings nicht mit den Headlinern. Im Gegenteil, insbesondere auf den Bühnen jenseits der schmalen Brücke, die sich über den Yachthafen des Forums spannt und das Beach-Areal mit dem Rest des Festivalgeländes verbindet, können die Besucher bis in den frühen Morgen feiern.

Insgesamt wirkt das Primavera Sound weniger wie ein Festival, das jeden Abend auf den Auftritt eines Main Acts hinarbeitet. Vielmehr wartet das Festival mit einem Rahmenprogramm auf, das dem musikalischen Hauptevent den Rang abzulaufen scheint.

Musik und andere Genüsse

Dazu gehört nicht nur die kulinarische Extravaganz, die geladene Sterneköche den Besuchern an ausgewählten Terminen kredenzen. Bereits vor den drei Tagen Partymarathon im Parc del Forum finden zahlreiche Konzerte in verschiedene Venues über ganz Barcelona verteilt statt.

Alle, die sich kein Ticket leisten können, durften sich zudem am Mittwoch über Belle and Sebastian, Spiritualized, Wolf Parade und vier weitere Acts im Parc del Forum freuen. Wer am Sonntag dann immer noch nicht genug hatte, auf den wartete eine weitere Partynacht im Apolo, wo auf zwei Floors bis Montagmorgen gefeiert werden konnte.

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