Rock meets Classic (live in Mannheim, 2018) Fotostrecke starten

Rock meets Classic (live in Mannheim, 2018) © Beatrix Mutschler

Mit bestens aufgelegten Gästen wie Francis Rossi, Michael Sadler und John Helliwell sowie stimmungsvollen Performances beeindruckt Rock Meets Classic in seinem nunmehr neunten Jahr die Zuschauer und verleitet zu Jubelstürmen in der prall gefüllten Frankfurter Jahrhunderthalle.

Ein knappes Jahrzehnt ist es inzwischen her, dass Mat Sinner mit seiner eigenen Band, einem etwa aus vierzig Mitgliedern bestehenden Orchester sowie von Ausgabe zu Ausgabe wechselnden Gastsängern durch die Lande zieht. Das Ganze nennt sich Rock Meets Classic und sorgt seitdem für volle Häuser in der Republik – wie auch in der Jahrhunderthalle Frankfurt.

Für die neunte Ausgabe von Rock Meets Classic haben sich die Beteiligten natürlich auch wieder einige namhafte Musiker als Unterstützung geladen.

Auf dem Programm für 2018 stehen Michael Sadler von Saga, Eric Bazilian von den Hooters, Leo Leoni und Nic Maeder von Gotthard, John Helliwell und Jesse Sieberberg von Supertramp sowie der legendäre Francis Rossi von Status Quo.

Klassischer Einstieg

Den Auftakt bestreitet das RMC Orchestra zunächst noch im Alleingang. Die sitzenden Zuschauer in der Jahrhunderthalle erhalten eine Dosis Beethoven auf die Ohren, die in eine klassisch angehauchte Fassung von Led Zeppelins "Whole Lotta Love" übergeht. Schließlich darf die Mat Sinner Band für ein krachendes "Welcome To The Jungle"-Cover hinzustoßen.

Ab hier unterteilt sich das Konzert in zwei bis drei Songs umfassende Abschnitte, in deren Mittelpunkt die Hitsongs der anwesenden Gäste bzw. ihrer Bands stehen. Der Frontmann der frisch aufgelösten Saga, Michael Sadler, darf als Erster ran und zeigt bei "Wind Me Up" und "Humble Stance" neben seinen Gesangsqualitäten zudem, welch guter Keyboarder er ist.

Folkiges in anderem Gewand

Der orchestrale Einsatz zahlt sich bei diesen Stücken aus. Gleiches gilt für die Nummern der Hooters, die gegenüber den Originalen ein starkes neues Arrangement erhalten haben und für ein solches Setting geradezu prädestiniert scheinen. Die Resonanz darauf ist enorm: Wann immer Eric Bazilian an diesem Abend ans Mikro tritt, hält es das Publikum nicht mehr auf seinen Sitzen.

Wie bereits Sadler vor ihm, versucht sich auch das Mastermind der Hooters an Ansagen auf Deutsch. Das macht er gar nicht einmal schlecht, zumal er bei dem von ihm einst für Joan Osborne geschriebenen "One Of Us" eine Strophe in einer teils sogar recht witzigen Übersetzung singt und damit für nicht wenige Lacher auf den Rängen der Jahrhunderthalle sorgt.

Schweizer Bergmassiv und amerikanisches Frühstück

Etwas rockiger wird es bei der Gotthard-Sektion mit Gitarrist Leo Leoni und Frontmann Nic Maeder, die aber ebenso von den orchestralen Zusätzen profitieren. Bei dem unter anderem durch Deep Purple zu Berühmtheit gelangten "Hush" etwa dürfen die Zuschauer einmal mehr mitwirken. Die Schweizer Gäste feuern sie immer wieder dazu auf, und das Publikum macht bereitwillig mit.

Auch die Supertramp-Klassiker, die Sänger Jesse Sieberberg und der inzwischen legendäre Saxofonist John Helliwell stellvertretend präsentieren dürfen, erhalten für das geschmackvolle Arrangement eine große Resonanz. Natürlich wäre es schöner gewesen, Roger Hodgson oder Rick Davies bei ihren Stücken zu erleben. Stimmlich liefert Sieberberg aber dabei eine gute Leistung ab.

Pause für die Gäste

Unterbrochen werden die Auftritte der Gäste von zwei Performances, die die Mat Sinner Band bzw. das RMC Orchestra ohne weitere Unterstützung bestreiten. Zunächst liefert die Rockfraktion eine gelungene Version von Pinks "Who Knew" ab, bei der speziell die weiblichen Chorsänger erstmals an diesem Abend aus dem Schatten heraus und in den Vordergrund treten dürfen.

Bei dem aus "Fluch der Karibik" bekannten "He’s A Pirate" später liefern sich Dirigent Bernhard Wünsch und Backgroundstimme Sascha Krebs ein energisches Schwertduell. Am Ende setzt sich der Rocker durch, und der Chef des Orchesters liegt benommen auf dem Boden. Dem Publikum gefällt es. Applaus ist die Folge, als Wünsch wieder von den Toten aufersteht.

Finale(r) Status

Die größte Resonanz des Abends erzielt jedoch Francis Rossi von Status Quo, der mit seinen knapp 70 Lenzen für enorme Unterhaltung sorgt und weiterhin wie ein Derwisch über die Bühne springt. Hier treten die klassischen Musiker eindeutig in den Hintergrund – gitarrenlastiger Boogierock ist angesagt. Das Publikum hält es in weiten Teilen der Halle nun nicht mehr auf den Sitzen.

Als Rock Meets Classic schließlich nach guten zweieinhalb Stunden fantastischer Unterhaltung im brillanten Soundgewand mit “Rockin’ All Over The World” endet, dürfen die Zuschauer in der Jahrhunderthalle zufrieden nach Hause gehen. Das Spektakel zum Zusammentreffen zweier Welten hat auch bei seiner neunten Ausgabe einen bleibenden, weil überzeugenden Eindruck hinterlassen.

Setlist

RMC Orchestra und Mat Sinner Band: Beethoven / Whole Lotta Love / Welcome To The Jungle

Saga-Sektion (mit Michael Sadler): Wind Him Up / Humble Stance

The Hooters-Sektion (mit Eric Bazilian): All You Zombies / One Of Us / And We Danced

Gotthard-Sektion (mit Leo Leoni und Nic Maeder): Anytime, Anywhere / Heaven

Supertramp-Sektion (mit John Helliwell und Jesse Sieberberg): Breakfast In America / Logical Song

Mat Sinner Band: Who Knew

Saga-Sektion (mit Michael Sadler): Only Time Will Tell / On The Loose

The Hooters-Sektion (mit Eric Bazilian): 500 Miles (mit Bird Of Prey) / Johnny B.

Gotthard-Sektion (mit Leo Leoni und Nic Maeder): Hush / Lift U Up

Supertramp-Sektion (mit John Helliwell und Jesse Sieberberg): School / Give A Little Bit

RMC Orchestra: He’s A Pirate

Status Quo-Sektion (mit Francis Rossi): Caroline / The Wanderer / Paper Plane / In The Army Now / Down Down / Burning Bridges

Finale mit allen: Rockin’ All Over The World

Alles zu den Themen:

rock meets classic francis rossi saga

Kommentare