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Savas & Sido (live in Frankfurt 2018) © Torsten Reitz

Das etwas andere Dreamteam: Wenn die beiden Deutschrap-Giganten Savas und Sido aus ihrem Royal Bunker steigen und mit einem Best-Of-Brett in der ausverkauften Jahrhunderthalle Frankfurt aufwarten, kann das nur unterhaltsam werden. Schmeisst die Fuffies durch den Club!

Bonnie und Clyde, Dieter Bohlen und Thomas Anders, Batman und Robin. Es gibt viele Duos in der Medienlandschaft, aber auf eines wartet die deutsche Rapgemeinde schon lange:

Sido und Savas schreiben mit ihrer Kollaborations-Platte "Royal Bunker" Deutschrap-Geschichte und lassen es sich auch nicht nehmen, diese auf die Bühnen der Republik zu bringen. Die Jahrhunderthalle ist verständlicherweise restlos ausverkauft.

Ein wilder Ritt

"Guuuuude, Frankfurt!", schallt es von der Bühne. Sido und Savas sind bestens gelaunt und eröffnen mit ihrem Album-Opener "Haste nich gesehen" eine überaus unterhaltsame, technisch astreine Rapshow, gespickt mit den Hits beider Karrieren und ein paar Royal-Bunker Nummern wie das bissige "Unterschied", "Alles noch beim Alten" oder "Haie", bei dem selbige auf einer riesigen LED-Wand ihre Bahnen ziehen.

Das Set ist bunt durchgemischt und der Fokus wird immer wieder sehr clever verlagert, so dass keiner der beiden zu stark heraussticht. So werden die "Fuffies im Club" geschmissen, Optik geschoben, Schlechte Vorbilder bejubelt oder männliche Geschlechtsteile gelutscht.

Beim Gassenhauer "Mein Block" besucht Sido den nicht ganz so textsicheren Balkon. "Seid ihr die Eltern von denen da unten oder was?!", stichelt der einstige Maskenmann und ruft immer wieder zum Mitmachen auf.

Aus Liebe zum Hip-Hop

Royal Bunker ist ein Herzensprojekt der beiden Rapper, die knapp vor 20 Jahren bei gleichnamigem Label unter Vertrag waren. "Jetzt mit Savas auf einer Bühne zu stehen ist für mich eine große Ehre", betont Sido mehrfach. "Wir machen das nicht wegen dem Geld, sondern wegen dem Hip-Hop!"

Jedenfalls liefern die beiden eine astreine, Old-School-Hip-Hop-Show ohne Autotune oder sonstigen Quatsch. Technisch brillieren beide. "Diese Show soll eine Motivation für alle Jungrapper da draussen sein", verkündet Savas. Die Messlatte liegt damit ziemlich hoch.

Mit einem Augenzwinkern

Für die vehement geforderte Zugabe zollen sich beide Rapper nochmal gegenseitig Tribut - auf ironische Art und Weise: Sido erscheint im roten Königmantel und performt Savas "King of Rap", sein Kollege Savas widerum mit Maske und Sidos "Arschficksong". Hier sollte man bei all der Ironie generell mehrere Augen zudrücken.

Der letzte gemeinsame Track "Masafaka" bringt es nochmal auf den Punkt: "Sie reden über Hip-Hop, sie finden uns witzig. Doch wir stürmen in die Redaktion und schreien 'Fick dich!' Wenn wir alles kleinhauen, fragen sie 'Spinnt ihr?' Doch das ist Hip-Hop, Motherfucker, so sind wir!" Und so soll es auch bleiben!

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