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Kadavar (live in Mannheim 2017) © Rudi Brand

Kurz vor Weihnachten geht es in der Alten Feuerwache Mannheim alles andere als besinnlich zu. Das Berliner Trio Kadavar schließt mit dem Jahr auch seine umfassende Deutschlandtour ab und sorgte anlässlich dessen für ordentlich Feuer in der Quadratestadt.

Kadavar (sprich: „Kadavarrr“) haben sich innerhalb von nur sieben Jahren zu einer der formidabelsten Hardrock-Bands der Republik gemausert.

Im September erschien ihr viertes Studioalbum "Rough Times", im Grunde sind Lupus, Dragon und Tiger allerdings schon seit Juli ununterbrochen auf Tour.

Aufgeräumtes Bühnenbild

Dieser Sachverhalt macht sich beim Konzert in der Alten Feuerwache Mannheim schnell bemerkbar, und zwar im positiven Sinne. Bereits die Vorband Travelin Jack überzeugt durch die richtige Mischung aus kraftvollem Spiel und einnehmender Bühnenpräsenz. In der gut gefüllten Feuerwache sorgen sie so bereits für eine mehr als gute Grundstimmung.

Nach einer kurzen Umbaupause beginnt dann der Hauptteil des Abends. Eher untypisch steht das Schlagzeug nicht im hinteren Teil der Bühne, sondern zentral und fast am Bühnenrand. Dadurch, dass Kadavar nur mit Gitarre, Bass und Schlagzeug, ohne zweiten Gitarristen oder sonstige Sperenzchen auftreten, wird es trotzdem nicht zu eng auf der Bühne.

Klangarchitektur

Eröffnet wird der Gig mit dem tragenden "Skeleton Blues" vom neuen Album. Das schwere Riff rollt in knackiger Klarheit über die Köpfe des Publikums hinweg und sorgt so bereits von Anfang an für Begeisterung. Überhaupt kann gleich hier festgehalten werden, dass die Technik an diesem Abend einen hervorragenden Job leistet, sowohl beim Ton, wie auch beim Licht.

Diese Grundlage nutzt die Band gekonnt aus. Besonders mit den neuen Liedern überformen Kadavar die Feuerwache zunächst mit einem Gewölbe aus sphärischen Klängen, um selbiges dann durch umso kräftigere Riffs auf die Köpfe des Publikums niederstürzen zu lassen. Daran haben die drei Wahlberliner sichtliche Freude.

Klare Rollenverteilung

Die Entscheidung, dem Schlagzeug eine so zentrale Stellung auf der Bühne einzuräumen, legitimiert sich mit jedem Lied aufs Neue. Schlagzeuger Tiger, im passenden Samtoberteil gekleidet, kommt über den Abend hinweg dem Idealtypus eines Drummers in Form von Animal aus der Muppetshow gefährlich nahe.

Aber auch der Rest der Band kann überzeugen. Sänger und Gitarrist Lupus übernimmt die direkte Kommunikation mit dem Publikum und fungiert abgesehen davon als gut geölte Solo-Jukebox. Bassist Dragon wirkt in Anbetracht dessen beinahe wieder Stoiker der Band, trägt aber auch seinen guten Teil zu einem gelungenen Abend bei.

Uneingeschränkte Hörempfehlung

Überhaupt muss man sagen, dass Kadavar als eine hervorragend eingespielte Band auftreten. Jeder Handgriff sitzt und nichts wirkt bemüht, sondern, ganz im Gegenteil, als wenn die drei Herren die Zeit ihres Lebens auf der Bühne hätten. Da verwundert es nicht, dass der Funke aufs Publikum überspringt.

Kadavar treten in der Feuerwache so mehr als überzeugend auf. Wenn man bedenkt, dass die Band "erst" seit sieben Jahren besteht, kann man erahnen, wohin sie ihr Weg noch führen könnte. In jedem Fall sollte man jedes Konzert von Kadavar mitnehmen, das einem in die Quere kommt.

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