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Rise Against (live in Frankfurt am Main 2017) © Mathias Utz

Die Wölfe heulen wieder - und nicht zu knapp: Rise Against sind mit neuer Platte "Wolves" wieder im Lande und liefern in der Festhalle Frankfurt eine ohrenbetäubende Show mit grottigem Sound, kurzer Spielzeit und schlechter Performance. Ziel verfehlt.

Die Welt befindet sich im Krieg. Menschen fliehen, retten sich in Unterschlüpfe. Es regnet Bomben. Nur ein kleiner Fleck auf der Weltkarte bleibt unverschont – bisher: Frankfurt. Was atmosphärisch mit einzelnen Comic-Clips auf der Leinwand düster eingeleitet wird, entpuppt sich mit dem ersten Akkord als kompletter Totalausfall.

Licht und ganz dunkler Schatten

"Chamber The Cartridge" müsste der Song gewesen sein, mit dem Rise Against losbrettern. So genau kann man das gar nicht sagen. Nur, dass es irgendein viel zu lautes Geschrammel ist. Schon bei den Supports ist der Sound eine reine Zumutung und hinterlässt fassungslose Gesichter. Die Punktruppe Pears darf Ohren und Nerven zuerst penetrieren – oder man flüchtet und geht sich ein Bier holen.

Sleeping With Sirens machen da schon einen deutlich besseren Job. Allen voran Frontmann Kellin Quinn, der mit seiner wirklich bemerkenswerten Stimme beeindruckt und so gar nicht männlich klingt. Die Truppe erinnert an Paramore, als diese noch Rockmusik gemacht haben.

Höhen ohne Tiefen

Leider ändert sich auch beim Hauptact an dem Soundbrei rein gar nichts. "So ein unglaublich beschissener Sound – das ist echt ne Frechheit! Wir haben uns nach 3 Liedern ernsthaft überlegt zu gehen. Das war ein einziger schriller, kreischender Brei", äußert sich ein wütender Fan auf facebook. Recht hat er.

Gegen so einen übersteuerten Sound hat Frontmann McIllrath stimmlich keine Chance. Erst bei dem Solo-Akustik-Block auf der Minibühne vor dem Mischpult wird es endlich melodisch und kommt auch endlich Stimmung auf, wenn der Saal zu "Hero Of War" oder "Swing Life Away" mitsingt. Die Band hat eine starke Bindung zu Deutschland. "You brought us closer", säuselt er. Herzergreifend.

Zahnlos

Rund 1:15 Stunden schrammeln sich Rise Against durch den Abend. Dabei ist der Sound nicht das einzige Problem. in Sachen Timing waren die Jungs auch schon besser. McIllrath kommt bei den flotten Nummern wie "Satellite" kaum mehr hinterher. So hechelt sich der Chefwolf von Song zu Song bis zur Zugabe "Savior".

Immerhin zeigt der Klassiker "Prayer of the Refugees" noch das Potential der Band. Mit dieser Show haben sich Rise Against jedenfalls keinen Gefallen getan. Wölfe altern eben auch.

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