Future 2017

Future 2017 © Live Nation Germany

Selten erlebt man ein Konzert, das sich wie eine riesige Party anfühlt. Beim amerikanischen Trap-Rapper Future in der Jahrhunderthalle Frankfurt haben die Zuschauer mit dem Präsentieren ihrer Dance-Moves genau das erreicht.

Schon bevor Future überhaupt die Bühne der Jahrhunderthalle betritt, tanzt und shaked das Publikum ununterbrochen zu den Hip-Hop-Beats des DJs. Eingeheizt von den vier Voracts Ace Tee & Kwam.E, Zoey Dollaz, Stefflon Don, Rich the Kid, wird der Trapstar sehnsüchtig erwartet. An Ausdauer mangelt es scheinbar bei niemanden.

Party Vibes

Einige Personen bereiten sich mit diversen Illegalitäten vor. Wer sich dabei erwischen lässt, fliegt raus. Mit einer halben Stunde Verspätung, gegen 22 Uhr, ist es dann endlich so weit: Ein Computerbildschirm wird an die Wand der gut gefüllten Jahrhunderthalle projiziert.

Was man sich zu Schulzeiten bei einer langweiligen Präsentation sehnlichst gewünscht hätte, tritt im Anschluss auf: Eine Reihe von Fehlermeldungen übersähen das gebeamte Bild. Die Spannung steigt, ein undefinierbares Piepsen erfüllt den Raum und Future betritt die Bühne und beweist sofort, dass er bei seinem Sound an nichts gespart hat.

Body Language

Als er mit dem Cover "Bugatti" von Ace Hood startet, ist das Publikum nicht mehr aufzuhalten: Die Stimmung erreicht ihren Höhepunkt, denn alles twerkt und tanzt was das Zeug hält. Der wirklich bemerkenswerte Sound enthält einen dieser Bässe, der sich durch den ganzen Körper zieht, da ist es nicht verwunderlich, dass die Menge buchstäblich kocht.

Wer noch keinen Tanzstil gefunden hat, kann sich an den vier, komplett in weiß gekleideten Tänzern, die ihre coolen Hip-Hop-Moves auf der Bühne präsentieren, orientieren.

Verzeihbares Playback

Musikalisch gesehen liegt Futures Talent weniger im Gesang, als im Transportieren von einzigartigen Vibes, die einen darüber hinwegsehen lassen, dass 80% der Musik lediglich Playbacks sind, über die der amerikanische Rapper typisch für Trap im Autotune rappt und singt.

So finden sich in seiner Songauswahl viele Cover wie "New Level" von ASAP Rocky, "Blasé" von Ty Dolla Sign, "Love me" von Lil Wayne und Featurings mit "Low Life" feat. The Weekend und "Jumpman" feat. Drake wieder.

Den Gesangspart übernehmen damit eher Futures Hip-Hop-Kollegen, denn für ihn steht das Performen für und mit seiner "fucking amazing crowd" im Fokus. In den immer noch unaufhaltbar tanzenden Zuschauerreihen interessiert dieser musikalisch weniger wertvolle Fakt niemanden und eins steht fest: Die Konzertbesucher haben eine Menge Ausdauer mitgebracht.

Futures eigene Sprache

Futures Songs sind wirklich einzigartig, so bildet die wörterverschluckende Aussprache eines seiner größten Markenzeichen, das vor allem im Song "Fuck Up Some Commas" zum Vorschein kommt.

Das Bedürfnis mitzurappen ist bei seiner Perfomance des Tracks groß, doch weiter als "Fuck up Some Commas yeah" kommt niemand, ohne eine Eigeninterpretation von Futures Sprache. Ein bisschen wie bei "Despacito", bei dem schon nach dem ersten Wort das Mitsingen zum Verhängnis wird, doch ersparen wir uns lieber diesen Flashback.

Futures aktuell erfolgreichster Song "Mask off", der Streamzahlen in Rekordhöhe erreichte und ein Dauerbrenner in den internationalen Radios ist, bildet getreu nach dem Motto „Das Beste kommt zum Schluss“ ein gelungenes Ende.

Kurz und knackig

Nach nicht einmal 50 Minuten ist das ganze Spektakel mit einer einzigen Zugabe dann auch schon vorbei. Doch kaum einer ärgert sich darüber, denn nach vier Voracts und einem Sportprogramm von  über einer Dreiviertelstunde ununterbrochenes Hüpfen, Twerken, Shaken und Tanzen, ist eine Verschnaufspause und Durchatmen genau das Richtige. Future hat es geschafft: Die Menge ist "sweaty" und "happy".  

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