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Faber (live in Stuttgart 2017) © Jannik Rulitschka

Beim zweiten Halt seiner ausgedehnten Deutschlandreise brilliert Faber im Stuttgarter Wizemann mit einer fabelhaften Bühnenperformance. Das Ergebnis sind stürmische Liebesbekundungen - auf und vor der Bühne.

Bei seinem stimmungsgeladenen Auftritt im Wizemann Stuttgart überzeugt der Schweizer Newcomer Faber durch eine humorgespickte Bühnenpräsenz und reibungslose Harmonie mit seinem Bühnenensemble.

Müdes Erwachen

Pünktlich um acht Uhr gebührt zunächst Frank Powers die Ehre, das Publikum auf das bevorstehende Spektakel einzuschwören.

Nebst Sechssaitern mit Geige und Kontrabass warten die eidgenössischen Landsmänner zwar mit einem instrumental durchaus interessanten Angebot auf, spielen aber trotz multilingualer Vertextung ihrer Stücke einen eher monotonen Auftritt.

Verheißungsvoll

Nach einer fast halbstündigen Umbauphase eröffnet Faber samt Band das anstehende Bühnenfeuer mit dem atmosphärisch stimmbetonten Stück "Widerstand".

Bereits beim Ausklingen der letzten Worte kann man anhand der regen Begeisterung unter den Besuchern erahnen, dass der helvetische Gitarrenpoet gegen Ende nicht um eine Verlängerung seiner Show umherkommen wird.

Im Einklang

In Begleitung seiner Goran Koç Orkestar Band merkt man deutlich an, dass sich das harmonische Zusammenspiel der Musiker nicht nur durch glatte Übergänge und geschmeidiges Ineinandergreifen der Instrumentalpassagen auszeichnet.

Der sich abwechselnden Pointierung der Lieder durch den Einsatz von Keyboard-, Cello- und Gitarreneinlagen ist durchweg der Spaß am gemeinsamen Auftreten zu entnehmen, der auf mehr als nur eine professionelle Zusammenarbeit zurückzuführen ist.

Formaler Abschied

Am Ende der eigentlichen Setlist wird der aufgebrachten Zuschauerschaft bei "Alles Gute" eine Übernahme der letzten Textpassagen von Gitarrist Max Kämmerling in Schweizer Mundart zuteil.

Der schweizerdeutsche Gesangseinsatz wird feierlich aufgenommen, sodass beim Verhallen des letzten Tones die vormals angekündigte Verabschiedung seitens der Band sicherlich nicht ernst zu nehmen ist.

Homo Faber

Sichtlich erfreut über die Forderung der protestierenden Anhängerschaft im Saal geben sich Faber und Band nochmals alle Mühe, sich mit dem Publikum in den wohlverdienten Feierabend zu grölen.

In völliger Hingabe auf der Bühne befällt das auftretende Ensemble bei "Sei ein Faber im Wind" eine unerwartete Gefühlsregung, die letztlich in gegenseitigem Geknutsche unter den Bandmitgliedern mündet.

Assoziationen an den Bestsellerroman des – ebenfalls schweizerischen – Schriftstellers Max Frisch ergeben sich bei diesem Anblick von allein.

Vielversprechend

Mit dem letzten Beitrag von "Tausendfrankenlang" setzt Faber einen gelungenen Schlussstrich unter den Konzertabend, der weiterhin als Sinnbild für das bisherige Werk des aufstrebenden Musikers gelten kann.

Die Vereinigung lyrischer Tiefsinnigkeit und derber Wortwahl werden durch das klanghafte Ausmalen der instrumentalen Begleitung zu einer humorvollen Vollendung gebracht, die dafür sorgt, das versammelte Publikum begeistert in den späten Abend verabschieden zu können.

Setlist

Widerstand / Es könnte schöner sein / Nichts / Bratislava / Sei ein Faber im Wind / In Paris brennen Autos / Lass mich nicht los / Bleib dir nicht treu / Es könnte schöner sein / Wem du's heute kannst besorgen / Es wird ganz groß / Die Tram ist leer / Alles Gute // Genug / Sei ein Faber im Wind / So soll es sein / Tausendfrankenlang

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