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Mike + The Mechanics (live in Mannheim, 2017) © Akis Konstantinidis

Mike & The Mechanics zeigen sich als echte Könner. Die Mischung aus alten Hits und den neuen Songs vom Album "Let Me Fly" lässt die Zuschauer schnell alle Hemmungen des Mitfeierns ablegen. Am Ende stehen fast alle Besucher und klatschen begeistert.

Zum Auftakt des Abends spielt Singer und Songwriter Ben McKelvey mit viel Elan. Im Zentrum seines Auftritts steht die Akustik-Gitarre, die er mehrfach mit längeren Soloparts in Szene setzt. Dabei mischt er in den poppigen Grundton auch zahlreiche Folkelemente ein. Seine Songs wie "Right To The Moon" erhalten mit zunehmender Dauer immer mehr Applaus und Aufmerksamkeit vom Publikum.

Nach kurzer Pause kommen Mike & The Mechanics auf die Bühne. Sie starten gleich mit dem neuen Song "Are You Ready". Tim Howar singt mit starker, ausdrucksvoller Stimme zu dem krachenden Rocksound. Dazwischen lässt Mike Rutherford seine Gitarre klar und laut erklingen. Nach dem Opening erklärt Rutherford auch, dass dieser Song aus dem neuen Album "Let Me Fly" stammt und Roachford fügt augenzwinkernd hinzu: "Das beste Album der Welt". 

Unnötige Zurückhaltung

Auf den ersten neuen Song folgt ein echter Ohrwum. Getragen von der samtweichen Stimme von Andrew Roachford spielt die Band "Another Cup Of Coffee". Das Publikum, noch sitzend, klatscht den Rhythmus von Anfang an mit. Der Aufforderung, bei "Get Up" gleich mal aufzustehen, kommen die Zuschauer zunächst nicht nach. Sänger Tim Howar und Andrew Roachford springen und singen gemeinsam. Dazu lässt Gitarrist Anthony Drennan seine Gitarre aufheulen. Der Song ist eine schnelle, wunderbare old-style Rocknummer mit einer sehr ausgefeilten Melodie. 

Die Zurückhaltung fällt bei Teilen des Publikums erstmals bei "Silent Running". Schon bei den ersten Tönen springen auf der rechten Seite viele Zuschauer hoch, während links und in der Mitte die Fans immer noch sitzen bleiben. Es wird fleißig gefilmt und mitgetanzt. Der Höhepunkt des Songs ist erreicht, als Mike Rutherford seine Gitarre durchdringend hochdreht. Sein extrem ausgefeiltes Spiel sorgt für extra Applaus. Das Keyboard trägt die Melodie von "The Best Is Yet To Come", während die Gitarristen immer wieder kleine Akzente dazwischen setzen. Immer mehr Zuschauer stehen auf.

Genesis lebt

Der endgültige Energizer, der jede Zurückhaltung auflöst, ist "Land Of Confusion". Mike Rutherford lässt mit seiner Gitarre den Sound von Genesis lebendig werden. Schon steht der gesamte Innenraum und geht begeistert mit. Sänger Tim Howar bindet das Publikum in den Song mit ein, lässt sie das Oh-Oh-Oh mitsingen. Herausragend ist wieder das klare, präzise Gitarrenspiel von Mike Rutherford. Diese Klangstärke sorgt für Standing Ovations des Publikums.

Die nächsten zwei neuen Songs spielen Mike & The Mechanics als Akustik-Set. Der neue Schlagzeuger Steve Barney sitzt auf einer Cajón und trommelt mit den Händen auf die sanfte Balladenmelodie von "High Life". Diese sehr entspannte Phase zementiert Roachford mit seinem Schmelz in der Stimme noch weiter bei der leichten Melodie von "Wonder". Der direkte Kontrast ist "Let Me Fly", der Titelsong des neuen Albums. Nun gibt Roachford stimmlich Vollgas und spielt dazu energetisch am Keyboard. Wie gekonnt das Songwriting des neuen Albums ist, zeigt sich gerade in diesem Song. Es ist ein Genuss, wie pointiert die Gitarren in die vom Keyboard getragene Melodie eingreifen und so die effektvollen Zwischentöne entstehen. 

Vollgas ohne große Pause

Auf die rockigen Töne von "A Beggar On A Beach Of Gold" folgt Roachfords Solosong "Cuddly Toy", ein Cover von Harry Nilsson. Dieser Song ist die pure Spielfreude, ein vom anfänglichen Rock immer mehr in den funkigen Groove übergehenden Sound. Das Publikum springt auf und klatscht mit, reagiert auf die energetischen Salven, die vor allem Anthona Drennan an der Gitarre abfeuert. Als dann Mike Rutherford wieder seine Gitarre mit den Tönen von "I Can't Dance" hochjagt, kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr. Alle singen mit, klatschen am Ende wieder Standing Ovations.

Die Hitmaschine dreht sich weiter. Die legendäre Popballade "Over My Shoulder" wird begeistert gefeiert und mitgesungen. Ebenso gehen die Zuschauer bei "All I Need Is A Miracle" ab. Tim Howar lässt sie Zeile für Zeile nachsingen, hält beständig seinen Mikrofonständer ins Publikum. Die Party geht mit der Zugabe ohne Pause weiter. Roachford sorgt mit seiner einfühlsamen Stimme für den großen Gänsehautmoment des Abends. Die Ballade "The Living Years" ist so begeisternd, dass der ganze Innenraum die Arme hin und her schwenkt.

Exzessives Ende

Der letzte Song "Word Of Mouth" wird zu einer extralangen Zelebrierung. Zunächst heizt Tim Howar den Saal mit dem eingängigen Refrain an. Dann erhält jeder Musiker der Band Gelegenheit für ein kurzes Solo. Anfangen darf Keyboarder Luke Juby. Roachford lässt "Superstition" von Stevie Wonder mit einfließen. Das Highlight am Ende ist das erneut großartige Gitarrensolo von Mike Rutherford, der alle Register seiner Spielkunst aufblitzen lässt.

So geht die begeisternde Show nach fast zwei Stunden zu Ende. Das Publikum hat sich nach anfänglicher Zurückhaltung komplett gehen lassen. Obwohl im hinteren Bereich einige Plätze leer bleiben, hat das auf die Stimmung im Saal keinen negativen Einfluss. Highlights sind natürlich die bekannten Hits. Aber auch die sehr gut produzierten, neuen Songs sind beim Publikum gut angekommen.  

Setlist

Are You Ready / Another Cup Of Coffee / Get Up / Silent Running / The Best Is Yet To Come / Land Of Confusion / High Life / Wonder / Let Me Fly / A Beggar On A Beach Of Gold / Cuddly Toy / I Can't Dance / Over My Shoulder / All I Need Is A Miracle // The Living Years /  Word Of Mouth

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