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Lil Wayne ( Live in Stuttgart, 2017 ) © Dominic Pencz

Nach langer Verspätung gelingt es Lil Wayne viele Fans im LKA-Longhorn in Stuttgart mit blitzschneller Wortakrobatik und fetten Beats mitzureißen. Ganz nach Rapper-Manier raucht er dazu einen Joint und gibt die Klassiker seiner Karriere zum Besten - leider nicht lang genug.

Von allen Seiten pilgern Lil Wayne Fans zur Halle. Man erblickt ein Meer an Caps, Sneakern, Musclelshirts und Baggy-Pants. Das LKA-Longhorn ist ausverkauft, da das Konzert von der Freilichtbühne in die etwa halb so kleine Halle verlegt wurde.

Heißes Programm

Musikalisch unterhalten werden die Fans zunächst von DJ T. Louis, der sich als Lil Waynes Tour-DJ vorstellt. Er versorgt das Publikum mit einem breit gefächertem Hip-Hop- und Pop-Programm – von Oldschool bis zu aktuellen Hits ist alles dabei.

Zumindest zu Beginn herrscht noch bombastische Stimmung. Bei Hits wie "The Next Episode" von Snoop Dogg oder "T-Shirt" von Migos singt der Großteil der Menge laut mit und hebt seine Drinks in die Höhe. Alle warten auf Lil Wayne und blicken sehnsüchtig zur Bühne. Es ahnt noch niemand, wie lange sie letztendlich auf den Star des Abends warten müssen. 

Falscher Alarm

Um 21 Uhr, eine Stunde nach dem offiziellen Beginn, herrscht plötzlich Stille. Ein Schlagzeuger begibt sich auf die Bühne, spielt einen melodischen Beat und eine grüne Rauchwolke steigt auf – untermauert von Rufen nach Lil Wayne. Leider bleiben diese unerhört, denn es handelt sich nur um den Soundcheck. Die anfängliche Euphorie des Publikums verwandelt sich zunehmend in Langeweile. 

Dann geht es wieder mit dem Programm von DJ T. Louis weiter, der Features von Lil Wayne zu spielen beginnt. So macher Zuschauer denkt sich, dass die Warterei ohne Alkohol nicht auszuhalten ist und begibt sich zu den Getränkeständen. Nach über 2 Stunden Verspätung weiß der DJ auch nicht mehr so recht, was er spielen soll. So passiert es, dass erneut "The Next Episode" von Snoop Doog ertönt. Lil Waynes Tourbus steht seit einiger Zeit vor der Halle, aber noch lässt er sich nicht blicken. 

Nach langer Verspätung

Nach einigen Fehlalarmen geht es dann um 22:15 wirklich los. Mit "Got Money" eröffnet Lil Wayne die Show und wird von einem Mix aus Buhrufen und Applaus von seinen Fans begrüßt. Trotzdem gehorchen viele seiner Anhänger ihm und schwingen die Arme von links nach rechts zum Beat.

Auch bei "I'm Going In" ist die Menge noch zweigeteilt. Trotz der langen Verspätung gibt ihm der Großteil des Publikums noch eine Chance und grölt laut "Go Hard" mit, der andere Teil buht. Lil Wayne lässt sich davon jedoch nicht unterkriegen. Er lobt die vielen Cap-Träger in der Masse und findet, dass sie einen Applaus verdient haben. Damit wird er von lautstarken, männlichen Zustimmungsrufen belohnt. 

Bombastischer Bass

Er versucht seine Zuhörer weiter auf seine Seite zu bringen und sagt: "Ihr müsst drei Dinge wissen. Erstens: Wir alle sind nichts ohne den Mann da oben. Zweitens: Ich bin nichts ohne euch. Und drittens: Ich bin nichts ohne euch!" Untermauert von einem mörderischen Bass, erklingt dann sein Track "John". Er hat den Großteil des Publikums wieder voll im Griff. Immer wieder hört man die Anheitz-Sprüche von DJ T. Louis: "Alle die Hände hoch". 

Als sein Hit "Lollipop" ertönt, rasten die Zuschauer komplett aus. Doch leider kann Lil Wayne damit nicht restlos überzeugen, da der Gesang des Refrains schief klingt. Ganz ohne Autotune geht es wohl doch nicht. Anschließend performt Weezy kurze Auszüge aus Songs, in denen er als Feature vertreten ist. Bei "Loyal" oder "I'm The One" singt die komplette Halle mit. Zwischenzeitlich kommen auch zwei Mitglieder seiner Young Money-Crew auf Bühne und rappen mit. Dazu raucht Lil Wayne in aller Ruhe einen Joint und widmet ihn seinen Fans.

Aus und vorbei

Während der Show ruft er das Publikum immer wieder dazu auf, zum Beispiel für sich selber zu applaudieren und heizt seinen Fans mit dicken Bässen ordentlich ein. Nach weniger als einer Stunde ist das Spektakel leider auch schon wieder vorbei. Lil Wayne verabschiedet sich von der Bühne, die Besucher schreien nach einer Zusage, ihre Rufe werden jedoch nicht erhört. 

Alles in allem wirkt Lil Waynes Show halbherzig. Die Verspätung von über zwei Stunden schlägt deutlich auf die Stimmung der Menge, die bis zum Schluss zwiegespalten ist. Während er bei den meisten Songs das Publikum voll überzeugen kann, sind bei anderen Songs einige schiefe Töne zu vernehmen. Mit seinen heißen Raps gelingt es ihm, die meisten Fans auf seine Seite zu ziehen, aber mit Sicherheit hätten sich alle Anwesenden ein längeres Set gewünscht. Stattdessen war es ein Konzertabend nach dem Motto: "Ich komme später, dafür gehe ich früher".

Setlist

Got Money / I'm Going In / John / Believe Me / Bitches Love Me / Rich As Fuck / Go DJ / Lollipop / Mrs. Officer / She Will / Every Girl / Rollin' / Wasted / Pop That / Loyal / I'm The One / I'm Me / Drop The World / Mirror / A Milli / No Problem 

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