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Good Charlotte (live in Stuttgart, 2017) © Joy Dana Görig

Die kreative Schaffenspause von Good Charlotte hat definitiv Früchte getragen. An einem heißen Frühsommertag bringen sie das LKA Longhorn in Stuttgart zum Kochen und werden von ihren Fans ausgelassen gefeiert.

Wenn man an einem Montagabend in Stuttgart plötzlich eine Erdbeere, einen Maiskolben und ein Pizzastück über die Straße rennen sieht, kann man schon mal kurz ins Grübeln kommen.

Falls an diesem Abend allerdings ein Konzert von Good Charlotte angekündigt ist, dann darf man sich nicht mehr wundern. Bei den Leuten in Lebensmittelkostümen handelt es sich eindeutig um eingefleischte Fans der Pop-Punker, die nicht nur mit deren Video zu "I Just Wanna Live" bestens vertraut sind.

Lockere Atmosphäre

Die Atmosphäre im LKA ist wie nicht anders zu erwarten ausgelassen und locker. Es herrscht allgemeine Aufregung, während alle mit freudiger Erwartung Good Charlotte entgegenfiebern. Der Blick schweift durch das Publikum und eines ist sofort klar: neben der jüngeren Generation sind auch zahlreiche Fans der ersten Stunde dabei, die der Band seit Jahren die Treue halten.

Nachdem eine Vorband Four Year Strong mit ihrem sehr eigenwilligen Stil die Zuschauer eine Stunde lang angeheizt hat, beginnt das Warten auf den Hauptact. Mittlerweile ist es in der Halle extrem warm und stickig, aber das tut der guten Laune keinen Abbruch.

Wie in alten Zeiten

Als Good Charlotte dann endlich die Bühne betreten, geht der Punk richtig ab. Unter blauen Laserstrahlen betreten die fünf Männer die Bühne, untermalt von dem eindringlichen Geräusch von Hubschrauberrotoren.

Mit dem Song " The Anthem" eröffnen sie ihre Setlist für den Abend, der jetzt erst richtig los geht. Auf Joels Aufforderung hin schnellen sofort die Hände nach oben und das Publikum ist vorbereitet: Nachdem Joel die erste Zeile des Refrains vorgesungen hat, antwortet die Meute ihm sofort mit der zweiten Zeile. Am Ende des ersten Songs ernten Good Charlotte großen Beifall.

Wer bist jetzt noch nicht von der Stimmung gepackt wurde, hat spätestens beim zweiten Song keine Chance mehr, still zu stehen. "The Story of My Old Man" animiert die Fans nicht nur dazu, die Hände nach oben zu strecken und zu headbangen, auch das Crowdsurfing erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit. Unter den Crowdsurfern tauchen auch des öfteren die Fans in Maiskolben- und Pizzastückkostüm auf.

Ersehntes Wiedersehen

Dann richtet Joel das Wort ans Publikum, um dem Publikum zu danken und in Erinnerungen zu schwelgen. Die Band verbindet mit Stuttgart von ihren vergangenen Tourneen nur gute Erinnerungen. Die Fans feiern das natürlich und gehen beim Song "Boys & Girls" umso mehr ab.

Das gemeinschaftliche Springen in der Halle trägt nicht dazu bei, die Raumtemperatur irgendwie erträglicher zu machen. Einige Jungs aus den ersten Reihen haben sich daher ihrer T-Shirts entledigt und schwingen diese über den Köpfen der Menge. Unbeeindruckt von der Hitze singt und springt das Publikum auch zu "Predictable" begeistert mit. Man merkt, dass die Meute Good Charlotte vermisst hat.

An Humor mangelt es der Band auch nicht. Als das Publikum auf Joels Frage, ob es sich denn noch an die allererste Platte erinnert, mit einem lautstarken "Jaaaaaa" antwortet, kontert Joel ganz cool: "Nein, dafür wart ihr nicht mal alt genug". Joels Aussage, dass Good Charlotte eigentlich eine deutsche Band sein sollten, erntet ebenso tosenden Applaus wie sein Versuch, den Bandnamen auf deutsch auszusprechen.

Öfter mal was Neues

Mit "Makeshift Love" beginnt die Band die Vorstellung einiger Songs aus dem neuen Album "Youth Authority". Die Luft steht, gefühlt kommt es fast einer Sauna gleich. Auch die fünf Punker auf der Bühne schwitzen, schließlich geben sie auch alles. Trotzdem wollen Good Charlotte die Fans nicht ohne eine Premiere gehen lassen. Sie spielen zum ersten Mal den Song "War" aus dem neuen Album, wofür es lautstarken Applaus gibt. 

Das Publikum fühlt sich geehrt, aber es hat immer noch nicht genug. Auf wiederholtes und lautstarkes Verlangen der Fans hin spielt Drummer Dean dann noch ein Schlagzeug-Solo, was die Fans mit großem Jubel und Beifall belohnen. 

Das Finale

Obwohl die neue Platte gut ankommt, geht nichts über die Klassiker. Mit großen Schritten geht es nun in Richtung Finale. Als Joel ankündigt, er müsse sich erst aufwärmen und daraufhin ein hohes "Ooooooow" folgt, wissen alle, welcher Song als nächstes kommt. Der Bass ist durchdringend, der Kopf dröhnt, aber alle singen und hüpfen ausgelassen zu "I Just Wanna Live". Bei "Lifestyles of the Rich & Famous" geben Good Charlotte zum Abschluss dann noch einmal alles, um dem Publikum ein gelungenes Finale zu bieten.

Mit dem Wort "Peace" verabschieden sich die fünf US-Amerikaner ohne Zugabe von der Bühne. Sie lassen ein ekstatisches Publikum zurück, das zufrieden nach draußen in die angenehme Sommernacht geht.

Setlist

The Anthem / The Story of My Old Man / My Bloody Valentine / Girls & Boys / Riot Girl / Life Changes / Predictable / The Motivation Proclamation / Hold On / Makeshift Love / War / Little Things / The Outfield / The Young and the Hopeless / The River / Drum Solo / Dance Floor Anthem / I Just Wanna Live / Lifestyles of the Rich & Famous

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