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Bruno Mars (live in Antwerpen, 2017) © Florent Dechard

Mit seiner neuen 24K Magic World Tour steigt Bruno Mars endgültig in die erste Liga der Superstars auf. Energetisch und stimmgewaltig feiert er mit dem Publikum eine Vollgasparty, bei der man kaum zum Luft holen kommt.

Das Opening an diesem Abend bestreitet Anderson .Paak & The Free Nationals. Der Youngster, der 2017 als bester Newcomer für einen Grammy nominiert war, zeigt von Beginn an, das er aktuell zu den großen Aufsteigern gehört. Mit groovigem Sound und rhythmischem R'n'B bringt er die ganze Halle schnell hinter sich. Der Innenraum klatscht ausgelassen mit und ist fokussiert wie selten bei einem Support Act.

Als er am Ende noch ein mitreißendes Schlagzeugsolo abfeuert und der Bassgitarrist seine Gitarre erklingen lässt, geht die Halle richtig ab und so werden sie nach 45 Minuten von einem jetzt schon feiernden Publikum mit so viel Applaus verabschiedet, dass man fast fragen könnte, wer eigentlich der Hauptact des Abends ist. Danach wird es tatsächlich aber noch genialer.

Die Großraumdisco

Als die Lichter ausgehen und die Hauptshow starten soll, kommt es zu einem Zwischenfall im Innenraum. Urplötzlich entsteht eine Schlägerei, die von den Ordnern aber handlungsschnell und konsequent beendet wird. Dadurch verzögert sich der Konzertstart um rund 10 Minuten. Als sich dann der weiße Vorhang um die Bühne hebt, wird die Richtung des Konzerts sofort klar.

Bruno Mars steht vor einer Leuchtwand samt seinen Bläsern und Gitarristen, jeder auf eigener Plattform mit unterschiedlichem Farbhintergrund. Die Bühne blinkt und leuchtet in allen Farben, als sie gemeinsam nach vorne kommen, während parallel Keyboard und Schlagzeug aus dem Bühnenboden hochfahren. Bruno Mars startet die gigantische Vollgasparty mit "Finesse". Er tanzt und singt zu den groovigen Beats und schon jetzt hält es kaum einen Zuschauer auf den Sitzrängen auf seinem Platz.

Explosiv

Die ganze Halle steht und tanzt zu den Klängen von "24K Magic" und es ertönen zahlreiche Explosionen, die in der Lautstärke aber wesentlich erträglicher sind als kürzlich bei Drake. Bei "Treasure" treten erstmals die Bläser voll in Aktion, während Bruno Mars und alle anderen Musiker mit Bläsern und Gitarren in einer engen Formation abtanzen.

Mit "Perm" steigern sie den Level nochmal. Von Seite zu Seite tanzen sie alle rückwärts und brennen ein energetisches Feuerwerk ab. Schließlich setzen sie sich an der rechten Bühnenseite auf eine kleine Treppe, halten kurz inne und bewegen sich dann als Sitztanzgruppe wie ein lebendes Piano auf und ab. Das wiederholen sie auf der linken Seite und werden so zu einer sich permanent bewegenden Jukebox.

Balladenpower

Nach diesem Auftakt wechselt Bruno Mars die Gangart. Mit "Calling All My Lovelies" zeigt er sein gewaltiges Stimmpotential, während über ihm ein blau-grüner Teppich aus Laserlicht durch die Halle zieht. So beichtet er am Telefon all seine Sünden, das Telefonat mit seiner Freundin kann jeder mithören. Die perfekte Inszenierung endet, als er am Songende in die Kopfstimme wechselt und seine Stimme maximal öffnet. Die Halle tobt vor Begeisterung.

Beim nächsten Song "Chunky" fahren riesige Blöcke aus dem Boden, auf denen getanzt und gesungen wird, während die Blöcke samt Hintergrund mit ihrer schwarz-weißen Beleuchtung eine beeindruckende Lichtorgel bilden. Die pure Gänsehaut ist der Gesang bei "That's What I Like", als Bruno Mars seine Stimme erneut hochjagt. Im Hintergrund kommt Goldregen aus dem Boden und schließlich baut er noch ein "Ich liebe Dich" auf deutsch in den Gesang ein. Das ist Powersoul der Extraklasse.

Spotlight

Bei "Straight Up & Down" steht Bruno Mars allein im Spotlight der Laserlichter. Viele Fans filmen diesen Moment mit oder illuminieren die Halle mit ihren Smartphonelichtern. Direkt weiter geht es mit "Versace On The Floor". Von der Decke fahren verschiedene geometrische Figuren herab, die aussehen wie ein Türrahmen oder eine große Sieben. Zwischen den leuchtenden Figuren tanzt Bruno Mars ein Solo und singt so ergreifend, dass vor allem die weiblichen Fans förmlich an seinen Lippen kleben. 

Diese so aufgebaute Rieseneuphorie entlädt sich sofort mit den ersten Tönen des Rhythmuskrachers "Marry You". Bruno Mars spielt nun selbst Gitarre, die Halle klatscht frenetisch mit und schwenkt die Arme im Rhythmus. Wie elegant er das Publikum durch die Show führt, zeigt sich bei "Runaway Baby". Während im Hintergrund nur die Bassgitarre als leiser Rhythmusgeber zu hören ist, drosselt er den Rest der Band und das Publikum runter. Er selbst tanzt kleine Schritte auf der Bühne, als ob ein Stier mit den Hufen scharrt. So baut er einen gewaltigen Spannungsbogen auf, der sich urplötzlich in eine krachende Tanzperformance verwandelt. Im Rhythmus des Schlagzeugs feiert die ganze Halle und steigert sich komplett zur Ekstase. 

Das große Finale

Der einzige echte Moment, um kurz durchzuatmen, ist die Gefühlsballade "When I Was Your Man". Das Piano glänzt hier nicht nur am Songende mit einem Solo, sondern eröffnet danach mit einem längeren Intro auch das große Finale. Es ist der Auftakt zu "Grenade". Bruno Mars jagt erneut die umgeschnallte Gitarre hoch. Das Publikum klatscht im Rhythmus mit, die Bläser feuern aus allen Rohren, während hinten Flammensäulen aus dem Boden kommen. Am Ende feuert Bruno Mars seine Gitarre mit einem Speedsolo nochmals hoch und die Halle tobt. Es folgt der nächste Welthit "Just The Way You Are". Die Halle singt jetzt alles mit und schließlich lässt Bruno als Dirigent der Massen sie alleine singen.

Während des Bühnenabgangs schreit die Halle einfach frenetisch weiter. Die Zugabe startet mit "Locked Out Of Heaven". Während Bruno Mars singt, modulieren und scratchen seine Backgroundsänger im Hintergrund mit ihren Stimmen. Als Abschluss feuert er schließlich noch "Uptown Funk" ab. Getragen von den knallharten Rhythmusbeats des Schlagzeugs drücken die Bläser ihre Akzente darüber und so feiert sich die ganze Halle und tanzt ekstatisch, bis schließlich der weiße Bühnenvorhang langsam herabfährt und mit dem letzten Schlag das Gigantenkonzert beendet ist.

Konzert des Jahres?

Bruno Mars liefert vom ersten bis zum letzten Song ein Konzert ab, das man nur mit dem Gütesiegel Extraklasse bewerten kann. Jeder Song mit anderen Showeffekten, stimmlich großartig und perfekt inszeniert. Das ist lebendige Spielfreude und ein Genuss für jeden Zuschauer. Das Publikum steht vom ersten bis zum letzten Song und feiert. Dieses energetische Vollgaskonzert ist fast nicht zu toppen und ein klarer Anwärter auf den Titel Konzert des Jahres.

Setlist

Finesse / 24K Magic / Treasure / Perm / Calling All My Lovelies / Chunky / That's What I Like / Straight Up & Down / Versace On The Floor / Marry You / Runaway Baby / When I Was Your Man / Grenade / Just The Way You Are // Locked Out Of Heaven / Uptown Funk

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