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Lukas Graham (live in Frankfurt am Main, 2017) © Manuela Hall

Lukas Graham sind eine energetische Band, deren Mischung aus Stimmpower, funkigem Groove und erstklassigem Timing zu jeder Zeit überzeugt. So rocken die Dänen auch die Jahrhunderthalle in Frankfurt.

Über die Bühne der Jahrhunderthalle spannen sich drei große, goldene Bögen. Darunter sind die Instrumente und Podeste von Lukas Graham aufgebaut. Links stehen Piano und Keyboard, in der Mitte das Schlagzeug und rechts ist das Podest für die drei Bläser aus Trompete, Posaune und Saxophon.

Neben der tollen Gesangsstimme, die er häufig mit kraftvoller Kopfstimme zur Geltung bringt, überzeugen Lukas Graham vor allem mit einem erstklassigen Timing. Jeder Ton, jeder Einsatz von Stimme und Instrument sind perfekt mit dem Licht abgestimmt. Dazwischen erzählt der namensgebende Sänger Lukas Graham Forchhammer immer wieder kleine Anekdoten und sorgt für stetige Lacher wie mit seinem einzigen deutschen Satz, dem bekannten Trinkspruch: "Zur Mitte, zur T....", usw. 

Poweropening

Mit gleißendem Lichterspiel eröffnen Lukas Graham die Show mit "Take The World By Storm". Das Publikum singt direkt mit. Die ersten Mädels, die von Anfang an mittanzen wollen, reißt es schon jetzt aus den Sitzen. Getragen von dieser euphorischen Welle geht es über zu "Drunk In The Morning". Die vornehmlich weiblichen Fans singen lautstark mit, angetrieben von einem grandiosen Rhythmussound.

Zu "Hayo" lernt er die Zuschauer kurz beim Refrain an und lässt sie auch hier wieder durchweg mitsingen. Lukas Graham flitzt ständig über die Bühne, während die drei Bläser voll aufs Gas drücken. Am Ende singt das befeuerte Publikum den Refrain "Hayo, she wants some" auch ohne Musik weiter.  Bei "Don't You Worry 'Bout Me" kommen die drei Bläser vor zur Bühnenmitte und elektrisieren das Publikum mit ihrem großartigen Spiel.

Ganz viel Drama

Nach diesem Vollgasopening schalten Lukas Graham kurz zurück. Nun übernehmen Gesangsdrama und die Gefühle das Kommando. Mit ausgeprägtem bis leicht übertriebenem Ausdruck in der Stimme klingt es wie ein Hilferuf über tote Beziehungen und verlorene Liebe. Es beginnt mit "What Happened To Perfect", einer perfekten Inszenierung.

Aus der Dunkelheit wird immer mehr Licht, während viele Fans ihre Arme schwenken und einige ihre Smartphonelichter mitschwingen lassen. Das Keyboard untermalt die dramatische Gesangsstimme. Das steigert sich über die beiden Teile von "Criminal Mind" und "Better Than Yourself". Die Bläser verstärken das Drama. Der Höhepunkt ist "You're Not There", der musikalische Gruß an den Vater des Sängers der sie jahrelang bei ihrem Aufstieg begleitet hat.

Nackte Tatsachen 

Nach so viel aufgestauter Emotion muss die ganze Energie raus und "Ordinary Things" ist dafür genau richtig. Der funkige Groove reißt das Publikum mit, die Halle wird jetzt mehr und mehr zur Partyzone. Lukas Graham lässt das Publikum schreien, während er wieder über die Bühne flitzt. Schließlich ziehen er und der Bassist die Oberteile aus und ab jetzt heißt es: Oberkörper frei. Sie umringen samt allen Bläsern den Schlagzeuger. Der feuert bei "Nice Guy" ein Vollgassolo ab und die ganze Halle klatscht im Rhythmus dazu.

Das Gute Laune-Programm steigert sich nochmal, als sie "Mama Said" anspielen. Kein anderer Song wird von den Fans per Smartphone live mitgeschnitten, gefühlte 1.000 Handys stehen in der Luft. Es wird gesungen und gefeiert, auf der Tribüne werden zahlreiche dänische Flaggen geschwenkt. Über das Speed-Klatschen bei "Strip No More" geht es weiter im Endspurt des Hauptteils. Der endet mit "Happy Home" und wieder lässt Lukas Graham das Publikum schreien – alle machen enthusiastisch mit.

Mitsingen erwünscht

Die Zugabe ist verhältnismäßig ruhig. Nur mit Unterstützung des Keyboarders beginnt Lukas Graham mit "Funeral". Wieder vom Spotlight in Szene gesetzt, brilliert er mit seiner energetischen Kopfstimme, die live einfach noch viel besser klingt. Aber alles wartet natürlich auf den den großen Hit zum Mitsingen, auf "7 Years". Der große Radiohit, der 2017 als Song und als Single des Jahres für zwei Grammys nominiert war, ist der große Schlusspunkt einer begeisterten Show. Alle singen mit und verabschieden Lukas Graham am Ende mit Standing Ovations.

Lukas Graham entwickeln sich immer mehr zur gefeierten Live-Band, die inzwischen sogar Arenen wie die Jahrhunderthalle komplett füllen kann. Großartige Stimme, funkige Musik, eine gutgelaunte Band – ein solches Konzert macht einfach Spaß.

Setlist

Take The World By Storm / Drunk In The Morning / Hayo / Don't You Worry 'Bout Me / What Happened To Perfect / Criminal Mind (Part 1) /  Better Than Yourself (Criminal Mind, Part 2) / You're Not There / Ordinary Things / Only One / Nice Guy / Mama Said / Strip No More / Happy Home // Funeral / 7 Years

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