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Malky (live in Heidelberg, 2017) © Alex Schäfer

Das deutsch-bulgarische Duo Malky verwöhnt die Zuschauer bei ihrem Clubkonzert in der Heidelberger halle02 mit warmer, aber tiefgründiger Musik und feiert ein gelungenes Wiedersehen mit der Rhein-Neckar-Region.

An der Mannheimer Popakademie haben sich Daniel Stoyanov und Michael Vanja alias Malky kennengelernt, aus Weinheim stammt ein Gutteil ihrer Band. In beiden Städten haben sie Förderer und Unterstützer gefunden.

Eine Rückkehr ins Rhein-Neckar-Delta, in diesem Fall nach Heidelberg, ist für das deutsch-bulgarische Duo ein kleines Homecoming. Kein Wunder, dass sich im Publikum im gut gefüllten Club der halle02 (eine in jeder Hinsicht tolle Konzertlocation!) auch viele Freunde und Bekannte befinden.

Irgendwie Soul

Mit selbstbewusster Lässigkeit führt Stoyanov das Publikum durch den Abend, während Michael Vanja unauffällig im Hintergrund agiert. Fast zwei Stunden lang spielen Malky Songs ihre beiden Alben. Obwohl ihr Debütalbum "Soon" keineswegs schwach ist, präsentieren sich Malky auf ihrem aktuellen Album "Where Is Piemont?" wesentlich geschlossener und musikalisch ausgereifter.

Das leicht und luftig wirkende Album gewinnt in der Liveumsetzung naturgemäß an Griffigkeit und Intensität, ohne seinen sommerlichen Charme einzubüßen. Die meiste Aufmerksamkeit zieht Sotyanovs soulige Stimme auf sich. Zusammen mit der hervorragend ausbalancierten Instrumentierung ergibt sich ein außerordentlich organisch wirkender Gesamtklang.

Unerwartete Tiefe

Darüber hinaus haben Malky eine beeindruckende Zahl erstklassiger Songs geschrieben, die glaubhaft emotional wirken und daher in einem sehr spannungsreichen Kontrast zur locker-luftigen Musik stehen. Besonders bemerkenswert ist die sanfte Melancholie hinter der sich Themen von unerwarteter Tiefe verbergen.

Das gilt insbesondere für "Lampedusa", einem Beitrag zur Flüchtlingskrise, der nicht mit erhobenem Zeigefinger oder ergreifenden Dramatisierungen daherkommt, sondern mit schlichter Form, aber Textzeilen, deren Intensität den Zuschauer sogleich herausfordert ("If you don't want my soul, please take my body, Lampedusa").

Die Entfernung zwischen uns

Zu den weiteren Highlights zählen "The Only One" mit seinem anspruchsvollen Gesang, das tänzerische "Theodore" und natürlich "Bulgaria", eine Liebeserklärung von Stoyanov an sein Geburtsland.

In gewisser Hinsicht schließt sich so der Kreis: Bulgarien, Deutschland, Italien verschmelzen in der englisch gesungenen Musik von Malky ineinander und wirken viel weniger weit entfernt als sie gelegentlich scheinen. "People overestimate how far we are apart. They always do" singen Malky in "Lampedusa". Sie könnten diese Zeile auch auf sich selbst beziehen.

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