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The Common Linnets (live in Hamburg, 2016) © Falk Simon

The Common Linnets sind als Band das perfekte Ergebnis, wenn sich großartige Singer und Songwriter zu einer Gruppe zusammentun. Sie können ohne Qualitätsverlust von Song zu Song die Besetzung der Instrumente ändern und bleiben trotzdem immer harmonisch.

Selten kommt es vor, dass während eines Konzerts die Zeit so schnell vergeht wie beim Auftritt von The Common Linnets in der Frankfurter Batschkapp.

In fast zwei Stunden präsentieren sie eine Mischung aus Pop, Rock und Country, die sowohl in der Besetzung wie in der Musik extrem abwechslungsreich ist.

Gebanntes Lauschen

Rund um Sängerin Ilse DeLange spielen fünf Musiker wie JB Meijers, Jake Etheridge und Matthew Crosby verschiedene Gitarren und Keyboards. Lediglich Schlagzeuger bleibt ausschließlich bei seinem Instrument.

Die ersten Songs reichen von schnellen, poppigen Songs wie "We Don't Make The Wind Blow" über intensivere, langsamere Stücke wie "Give Me A Reason" bis hin zur schmusigen Countryballade "Dust Of Oklahoma". Die Zuschauer hören meist gebannt zu und genießen, bevor sie stürmisch applaudieren.

Es regt sich was

Mit "Days Of Endless Time" verändert sich der Stil wieder. Gesanglich dominiert ein männlich-weibliches Gesangsduett, während im Hintergrund die Countrygitarre immer wieder aufheult. In der traumhaften schönen Ballade "Hungry Hands" zeigt Ilse DeLange mehrfach ihre ganze Stimmwucht, getragen von einem sehr lässigen Gitarrensound.

Davon angesteckt fängt das Publikum erstmals an, rhythmisch mitzuklatschen beim Übergang zu "Hearts On Fire". Jetzt spielen The Common Linnets mit fünf Gitarren, eine Mischung aus E-Gitarren und Akustikgitarren. Die Begeisterung des Publikums wird immer größer.

Aber in dieser Band bleibt jederzeit noch genügend Raum für Solosongs der verschiedenen Songwriter. So ist "I Just Want You" ein Song von Matthew Crosby, bei dem er sehr ruhig anfängt und plötzlich den Sound rockig hochdreht. Auch Jake Etheridge singt später solo sein "You Found Me First", bei dem aber Ilse DeLange mittendrin als Duettpartnerin einsteigt. 

Wechselspiele der Gitarren

Speziell in der Konzertmitte zeigt sich die Vielseitigkeit von The Common Linnets beim Umgang mit ihren Instrumenten. Das beginnt mit einem sehr schnellen Up-Tempo Rock bei "In Your Eyes. Bei "Walls Of Jericho" ist am Anfang eine Countrygitarre zu hören, die sich dann harmonisch in das Gruppenspiel einfügt, bevor eine E-Gitarre mit heulenden Riffs aus der Gruppe heraussticht.

Begleitet von einem Kommentar von Ilse DeLange, wie dankbar sie ist, so viele großartige Songwriter um sich zu haben, steigern sie das Gitarrenspiel nun sogar auf sechs Musiker mit Gitarre. Bei "Still Loving After You" wird eine Gitarre waagerecht, ähnlich einer Zither, gespielt. Alles klingt ganz ruhig und unaufgeregt, während aus der perfekt gespielten Harmonie immer wieder einzelne Soloriffs herausstechen. Die Begeisterung ist spürbar, die ganze Halle geht voll mit. 

Alte und eigene Hits

Im Radio war 2016 mehrfach das Coverduett "Jolene" zu hören. Ursprünglich von Countrylegende Dolly Parton gesungen, spielten es die The Common Linnets gemeinsam mit The BossHoss neu ein. Ein Song mit so bekanntem Text und eingängigem Refrain lädt zum Mitsingen ein und das Publikum ist eifrig dabei. Als Gegenpart gibt es zwischendurch harten, energetischen Powerrock bei "As If Only". Clever inszeniert mit kleinen Kunstpausen sorgen sie für jede Menge Spannung und zögern auch den "Endschlag" am Songende geschickt heraus.

Nach so viel Dynamik nimmt sich Ilse DeLange einen kurzen Moment, um auf die letzten Jahre zurück zu blicken. Ehrlich gesteht sie, dass sie trotz mehrerer Auftritte in Deutschland immer dachte, dass ihre Karriere auf die Niederlande beschränkt bleiben würde.

Dann kam die Anfrage für den Eurovision Song Contest und alles änderte sich mit einem Song. Platz 2 beim ESC für "Calm After The Storm", zahlreiche Top Ten Plätze wie in Deutschland sorgten für mächtig Wirbel. So wird natürlich kein Song vom Publikum so abgefeiert und mitgesungen wie dieses Lied. Es herrscht pure Emotion bei dieser eingängigen Ballade, eben ein echter Ohrwurm.

Harmonie und Akustik

Die Zugabe beginnt mit "Proud" und wieder startet alles in perfekter Harmonie, als urplötzlich der Rocksound ausbricht und schließlich wieder zurückkommt in die ruhige Harmonie. Ganz durchweg energetisch ist dagegen "Arms Of Salvation" und die Zuschauer lassen sich davon mitreißen.

Zum Abschluss wird es dann rein akustisch. Ilse singt, zwei Gitarren untermalen und eine Mundharmonika vereinen sich bei "Heart Of Gold" von Neil Young. Das Publikum singt auch diesen Song mit und verabschiedet The Common Linnets nach zwei Stunden erstklassiger, musikalischer Unterhaltung, die wie im Flug vergangen sind. Das Konzert hat keine Längen, keinen schwachen Song und so konnte man es vom ersten bis zum letzten Ton genießen. 

Setlist

We Don't Make The Wind Blow / Lovers & Liars / Give Me A Reason / Dust Of Oklahoma / Days Of Endless Time / Hungry Hands / Hearts On Fire / I Just Want You / That Part / In Your Eyes / Walls Of Jericho / You Found Me First / Still Loving After You / Runaway Man / Jolene / Waiting Game / Time Has No Mercy / As If Only / Calm After The Storm // Proud / Arms Of Salvation / Hearts Of Gold

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