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Andreas Bourani (live in Mannheim, 2016) © Mathias Utz

Mannheim im Hochgefühl: Pop-Barde Andreas Bourani lässt bei seinem Zusatzkonzert in der SAP Arena sein Publikum Raum und Zeit vergessen und legt dabei den Fokus auf die wichtigen Dinge im Leben: Freundschaft und Familie.

"Ein Hoch auf dieses Leben", heißt es in Andreas Bouranis WM-Hymne "Auf Uns". Der 32-jährige ist angekommen, nämlich ganz oben: Gold und Dreifach-Platin für den Zweitling "Hey", die beiden Singles "Auf Uns" und "Auf anderen Wegen" wurden ebenso mit Platin ausgezeichnet. Dazu hat Bourani 14 ausverkaufte Arena-Shows während des ersten Teils seiner "Hey"-Tour gespielt.

Ton-Band-Gerät!

Dass irgendwie, irgendwo, irgendwann in der Nähe 99 Luftballons steigen, interessiert die rund 7.000 euphorisierten Bourani-Anhänger beim Zusatzkonzert in der SAP Arena herzlich wenig.

Nachdem der Hamburger Support Tonbandgerät (wie das Ton-Band-Gerät) mit lockerleichtem Gute-Laune-Indie-Pop und Anekdoten über Abstürze im Rhodos und wilde Nächte im Jungbusch die Menge vorgewärmt hat, erklingt auch schon der Opener "Füreinander gemacht" – wie passend!

Hardchorknabe

Während der rund zwei Stunden, präsentiert Andreas Bourani eine ausgewogene Mischung seiner beiden Alben. Durch die Unterstützung einer fünfköpfigen Liveband sind die Popnummern allesamt deutlich druckvoller als auf Platte, was auch den seichteren Stücken gut steht.

So wird eines der Highlights die Ballade "Auf anderen Wegen", die erst ruhig und gefühlvoll startet und gegen Ende mit ordentlich Gitarren- und Beckeneinsatz U2-artige Züge annimmt. Über allem thront jederzeit Bouranis glasklare, kraftvolle Stimme, die er präzise wie ein Werkzeug einsetzt und stets voll unter Kontrolle hat. Die Zeit im Knabenchor hat sich also mehr als gelohnt.

Viele Facetten

Der gebürtige Augsburger schafft es zu überraschen und zeigt mit rockigeren Stücken wie "Ein Ende nach dem anderen", dass er viel mehr ist als nur der Balladen-Bourani aus dem Radio – wenngleich dort seine stimmlichen Stärken liegen und diese Seite natürlich auch live überwiegt.

Gänsehaut-Momente sind hier vorprogrammiert, wenn sich der Sänger zusammen mit seiner Band ans Ende des Stegs mitten ins Publikum stellt und "Delirium" als Halbakustik-Version zum Besten gibt oder sich bei der Zugabe "Eisberg" zunächst alleine am Klavier begleitet, bevor seine Mitmusiker mit dem zweiten Refrain einsteigen. Nur den Rap-Part bei "Astronaut" sollte er lieber wieder Sido überlassen.

Ein Plädoyer für Freundschaft und Familie

Trotz seines beachtlichen Erfolgs, gibt sich Andreas Bourani bodenständig und nahbar, ist für das Publikum Mutmacher und Motivator. Diese lebensbejahende Einstellung steckt an und begeistert, denn auch er hatte Existenzängste und sich als Künstler schon mehrmals in Frage gestellt.

"Ich freue mich sehr, Musik machen zu dürfen, die mir selbst etwas bedeutet und dann zu merken, dass sie euch auch etwas bedeutet", erklärt er. Der 32-Jährige will nicht den Zeigefinger erheben, aber er will die wichtigen Dinge im Leben in den Fokus rücken: "Das Wertvollste ist die gemeinsame Zeit, die wir mit unseren Freunden und unserer Familie haben".

Auf Uns!

Dieses Gemeinschaftsgefühl findet mit "Auf Uns" seinen Höhepunkt, wenn die gesamte Arena lauthals den Refrain mitsingt und er selbst in der Menge mit den Leuten zusammen das Leben feiert.

Unter großem Beifall beschließt Andreas Bourani den Abend mit dem traumhaft-träumerischen Stück "Sein" und verabschiedet sich damit in eine längere Pause. Das Hochgefühl aber bleibt.

Setlist

Füreinander gemacht / Nur in meinem Kopf / Glück / Alles beim Alten / Ultraleicht / Was tut dir gut / Zusammen untergegangen / Nimm meine Hand / Mit der Zeit / Hey / Delirium / Frieden / Astronaut / Wieder am Leben / Auf anderen Wegen / Auf uns / Ein Ende nach dem andern // Eisberg / Wunder // Sein

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