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Impressionen vom Primavera Festival in Barcelona 2015 © Sarah Ciminski

In der vergangenen Woche feierte das Primavera Sound in Barcelona seinen 15. Geburtstag. Fast 200.000 Besucher erfreuten sich an Konzerte von mehr als 200 Künstlern. Neben den großen Headlinern wie Underworld, The Strokes, Alt-J, Patti Smith und Interpol boten zahlreiche Venues und Bühnen auch Platz für das Who-Is-Who der aktuellen Independent-Szene. Vervollständigt wurde das Festival durch ein umfangreiches Nebenprogramm und zahlreiche Workshops im Rahmen der Businessmesse PrimaveraPro.

Das Primavera Sound Fesitval in Barcelona hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Kardinalpunkt der europäischen Festivallandschaft entwickelt. Galt es vor nichteinmal fünf Jahren noch als Geheimtipp für die Puristen unter den Musikfans, macht es heute den großen Namen der Branche wie Reading, Glastonbury, Roskilde oder Rock am Ring Konkurrenz.

Alternativ und kreativ

Doch auch wenn die Besucherzahlen sich problemlos mit diesen Giganten messen können, zeichnet sich das Line-Up weiterhin durch seine explizite Alternativität aus. Headliner waren dieses Jahr dann auch die Perlen der jüngeren Musikgeschichte wie The Replacements, Patti Smith und The Black Keys. Mit Konzerten von Mineral und Sleater-Kinney setzten die Veranstalter zudem die Tradition der letzten Jahre fort, die Indie-Helden der 90er wieder auf eine europäische Bühne zu holen.

Wie in den vergangenen Jahren dehnte sich auch die 15. Ausgabe des Festivals bereits im Vorfeld des eigentlichen Hauptevents weiter in die Innenstadt der katalanischen Metropole aus. Während die insgesamt zehn Bühnen auf dem Hauptgelände von Donnerstag bis Samstag im Parc del Forum direkt an der Mittelmeerküste bespielt wurden, konnten die Musikfans bereits seit Montag verschiedene Konzerte in zahlreichen kleineren und größeren Venues quer über die Stadt verteilt besuchen.

Chancen für alle

Da die Clubs und Konzerthäuser häufig nur über eine stark begrenzte Kapazität verfügten, sorgten die Veranstalter dafür, dass beinahe alle Bands neben den Venueshows auch mindestens ein weiteres Konzert auf den Bühnen des Parc del Forum spielten. So wurde gewährleistet, dass auch alle Besucher ihre Wunschkonzerte sehen konnten.

Neben Interpol spielten so unter anderem Fucked Up, The Juan MacLean und Viet Cong zwei Konzerte auf dem Primavera Sound. Einsamer Spitzenreiter waren allerdings Mutiny On The Bounty aus Luxembourg, die zum zweiten Mal auf dem Festival zu Besuch waren und insgesamt drei fulminante Shows hinlegten.

Rückbesinnung und Verbesserung

Was im Gegensatz zum letzten Jahr positiv auffiel, war die Organisation der Bühnen. Das eigentliche Herzstück des Festivals, die ATP-Bühne, wurde bereits vor drei Jahren von ihrem angestammten Platz in einer kleinen, künstlichen Schlucht auf den weiten, schottergestreuten Platz neben dem eigentlichen Parc del Forum verlegt. Jeglichen Flairs beraubt warfen zudem im letzten Jahr die beiden Hauptbühnen, die ebenfalls auf den Schotterplatz verlegt wurden, ihren Soundschatten auf die Bühne.

In diesem Jahr fand sich die ATP-Bühne dann prominent wieder auf dem ursprünglichen Festivalgelände, wenn auch nicht an ihrem angestammten Platz. Die Hauptbühnen mit den großen Acts teilten sich das weitläufige Gelände neben dem Parc del Forum und boten genug Platz für die Massen, die jeden Tag zur den Headlinern strömten.

So wurden die übrigen Bühnen entlastet und die zahlreichen Fans der weniger bekannten Bands und Künstler konnten entspannt von Konzert zu Konzert wechseln. Auf diese Weise erhielt das Primavera Sound ein Stück seines ursprünglichen Charms zurück, der sich seit der Verlegung auf das Gelände des Parc del Forum vor elf Jahren vor allem durch die kurzen Wege in dem kunstvoll gestalteten Küstenabschnitt auszeichnete.

Fokus auf Qualität

Insgesamt folgte das Festival auch dieses Jahr wieder dem Wachstumstrend der letzten Jahre, was nicht zuletzt durch den immer geringer werdenden Anteil der spanischsprachigen Besucher deutlich wurde.

Allerdings lassen sowohl die Tendenz der Ausdehnung in die Stadt hinein sowie die durchdachete Bühnenplanung darauf hoffen, dass in den nächsten Jahren wieder mehr die Qualität des eigentlichen Festivalbesuchs im Vordergrund steht als die Maxime "Wachstum um jeden Preis". Sollte dies der Fall sein, können sich die Veranstalter des Primavera Sounds auch in den kommenden Jahren als die Macher eines der herausragensten Festivals profilieren.

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