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Mike & The Mechanics (live, in der Batschkapp, Frankfurt) © Akis Konstantinidis

Bei einer Jubiläumstour stellt sich häufig die Frage, ob eine Band sich ihren Fans zeigen will oder einfach nur Kohle abgreifen will. Bei Mike & The Mechanics fällt die Antwort eindeutig aus: Sie präsentieren in 100 Minuten einen spektakulären Querschnitt aus 30 Jahren Pop- und Rockgeschichte.

Beim Rundblick durch die Batschkapp fallen zu Beginn des Konzerts zwei Dinge sofort auf. Leider ist die Location nur zu rund zwei Drittel voll und das Publikum bewegt sich meist in der Altersklasse ab Mitte 30 aufwärts. Das wird für die tolle Stimmung dieses Konzerts jedoch kein Hindernis sein.

Mit Spannung erwartet wird vor allem die neue Kombination im Gesang bei Mike & The Mechanics. Denn die bekannten Stimmen des 2000 verstorbenen Paul Young und von Paul Carrack, der die Gruppe 2009 verlassen hat, sind nicht mehr da. Dafür singen nun abwechselnd oder zusammen Tim Howar und Andrew Roachford.

Ein Auftakt nach Maß

Gleich zu Beginn knallt den Zuschauern zu "A Beggar On A Beach Of Gold" ein bombastischer Rocksound um die Ohren. Tim Howar gibt alles und hat das Publikum sofort hinter sich. Der direkte Kontrast ist "Another Cup Of Coffee". Zu diesem etwas ruhigeren Sound feuert Andrew Roachford mit gewaltiger Stimmwucht ein anderes, aber genauso faszinierendes Spektakel ab.

Bei "Get Up" singen dann beide Sänger den Refrain gemeinsam, während Mike Rutherford und Anthony Brennan an ihren Gitarren schon jetzt große Spielfreude entwickeln. Den ersten echten Ausraster im Publikum liefert Mike Rutherford bei seinem Gitarrensolo in "Silent Running".

Neuer Song und tolle Coverhits

Nach "Seeing Believing" dreht Andrew Roachford wieder auf. Zum neuen Song "Let Me Fly", einer echten Powerballade, sitzt Roachford vorne im Spotlight und brilliert am Keyboard. Das Publikum feiert ihn ebenso ab wie danach das Genesis-Cover "Turn It On Again". Der Powerrock heizt die Halle so sehr an, dass Nick Howar den Mikroständer ins Publikum hält, um deren rhythmisches Klatschen und den mitgesungenen Refrain einzufangen.

Zur kurzen Erholung spielt die Band "The Road", eine smoothe, chillige Pop-Rock Nummer. Mit dem dominanten Saxophon von Luke Juby wechselt die Band zu "Everybody Gets A Second Chance" und läutet damit die zwei Highlights des Mittelblocks ein. Zuerst spielt Roachford seine Version des Harry Nilsson-Klassikers "Cuddly Toy". Dabei feuert er Soul aus allen Rohren ab, während die Band hinten Vollgas gibt. Am Ende meint er unter tosendem Applaus des Publikums nur noch: "Ich bin K.O."

Das glaubt man ihm und gönnt ihm eine Pause. Dafür feuern jetzt Tim Howar und Mike Rutherford das Intro vom Genesis-Cover "I Can't Dance" ab. Rutherford lässt die Gitarre aufheulen und mit kreischendem Sound steigern sie sich bis zur Ekstase, der das Publikum folgt. Natürlich darf auch der legendäre Zeitlupentanz aus dem Video nicht fehlen. 

Endspurt

Nach so viel Power darf es wieder sanfter werden und die Ballade "Living Years" gibt allen Fans Gelegenheit, vor dem Ende nochmals Luft zu holen. Denn schon mit "All I Need Is A Miracle" zieht das Tempo wieder an. Mike Rutherford feuert mehrere Solos an der Gitarre ab, während Tim Howar kreuz und quer über die Bühne rennt und mehrere Bandmitglieder ins Mikro singen lässt. Am Ende fängt er wieder mit dem ins Publikum gehaltenen Mikroständer den Sound der Halle in und so wird die Band mit Standing Ovations in die kurze Pause vor der Zugabe verabschiedet.

Mit "Over My Shoulder" spielen die sechs bestens gelaunten Musiker feinsten Pop für die Ohren, bevor sie es nochmal richtig krachen lassen. Die Megaperformance von "Word Of Mouth" ist der grandiose Schlusspunkt dieses Spektakels. Das Publikum schwenkt die Arme in alle Himmelsrichtungen.

Ein Geschenk für die Besucher

Gefeiert werden vor allem Mike Rutherford und Anthony Brennan an den Gitarren und schließlich auch Gary Wallis, der dienstälteste Mechanic am Schlagzeug. Schließlich schließen sie das Konzert mit dem Refrain ab und Mike Rutherford erhält bei der Verabschiedung Sonderapplaus.

Da stehen sechs Weltklassemusiker auf der Bühne, die Bock haben, die so richtig Bock haben, die Halle zu rocken und brennen vom ersten bis zum letzten Song ein Soundfeuerwerk ab. Es ist ein Geschenk für jeden Konzertbesucher, eine solche Show miterleben zu dürfen.

Setlist

A Beggar On A Beach Of Gold / Another Cup Of Coffee / Get Up / Silent Running / Seeing Is Believing / Let Me Fly / Turn It On Again / The Road / Everybody Gets A Second Chance / Cuddly Toy / I Can't Dance / The Living Years / All I Need Is A Miracle // Over My Shoulder / Word Of Mouth

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