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Katzenjammer (live in Mannheim 2015) © Rudi Brand

Der Ruf für einzigartige und energiegeladene Liveshows eilt Katzenjammer meilenweit voraus. In Mannheim beweisen die vier Ladys aus Norwegen mal wieder, dass das auch völlig zurecht so ist.

Norwegen, wo war das nochmal? Ach ja, "irgendwo im Norden, wo alle nackt rum laufen und auf Eisbären reiten". So jedenfalls beschreibt es Sängerin Solveig später am Abend. Ob sie damit die Stereotypen trifft, die das Publikum im Kopf hat, kann dahingestellt bleiben. An eine Girlband denken die meisten aber wohl im ersten Moment nicht.

Vier mal Katzenjammer

Und trotzdem stehen sie da oben auf der Bühne, die vier Powerfrauen, die sich unter dem Namen Katzenjammer zusammengetan haben und insgesamt gefühlt hundert Instrumente beherrschen. Aber an Katzenjammer ist gar nicht zu denken, denn das, was die vier abliefern, ist ein echtes Spektakel. Eine geballte Ladung Girlpower, kunterbunt und auf typisch katzenjammerische Art einzigartig.

Los geht's mit einem Knall: Mit dem Song "Old De Spain", der sich schon auf dem aktuellen Album "Rockland" als Opener bewährt hat, geht es gewaltig los. Als die Band da auf die Bühne marschiert, ist jeder Zuschauer sofort hellwach und weiß, dass das ein lauter Abend wird, bei dem gute Laune garantiert ist. 

Die Mischung macht’s

Das ist wohl das Motto der Band. Und das gilt nicht nur für die Bandmitglieder. Auch das Publikum könnte gemischter nicht sein. Jung und alt halten die Waage, weder Männer noch Frauen scheinen in der Überzahl, Normalos, ein paar Alternative, und auch der ein oder andere Hipster hat sich eingeschlichen.

Auch die Bühnendeko spiegelt dieses Motto wieder. Ein paar Sterne hier, ein paar Vögel da, noch ein Flugzeug im Hintergrund und ein Elch, fertig ist das perfekte Hintergrundbild. Klingt komisch, passt bei Katzenjammer aber perfekt. Das auf der Bühne ein ganzes Sammelsurium an Instrumenten aufgebaut ist, muss da kaum noch erwähnt werden.

Rollentausch ist angesagt

Nicht ein Lied vergeht, ohne dass die Bandmitglieder über die Bühne wuseln und die Instrumente tauschen. Wäre aber auch langweilig, ständig an der gleichen Stelle zu stehen und nur ein Instrument zu spielen. Das kann ja jeder.

Und wie sich das für eine waschechte Girlband gehört, muss natürlich noch ein bisschen Pink auf die Bühne. Bei "My Own Tune" und "Shine Like Neon Rays" geschieht das in Form eines Mini-Pianos, dass den Liedern ein hübsches pinkes Sahnehäubchen aufsetzt. 

Keiner kommt zu kurz

Aber nicht nur Fans des neuen Albums kommen auf ihre Kosten. Auch die früheren Songs finden Einzug in die Setlist. Sei es nun das allseits beliebte "Rock-Paper-Scissors", die Gute-Laune-Nummer "A Bar In Amsterdam", bei der Sol mit Trompete über die Bühne marschiert und die Menge zum Toben bringt, "Demon Kitty Rag" oder "Hey Ho On The Devil’s Back", die vier liefern einen perfekten Mix.

Dabei ist jede der vier Ladys stets stimmsicher, und jede liefert auf ihre eigene Art und Weise eine grandiose Show ab. Und das Zusammenspiel der Gruppe könnte besser nicht sein. Das Publikum freut's, die Stimmung ist bereits nach dem ersten Lied bombastisch.

Es geht auch ruhiger

Wer jetzt allerdings denkt, die können nur laut und hibbelig, der täuscht sich. Auch bei den ruhigeren Liedern überzeugen Katzenjammer auf ganzer Linie. Sei es nun "Lady Grey", eine Hommage an eine Alzheimer-Patientin, die Sängerin Marianne noch zu Krankenschwestern-Zeiten betreute, der Titeltrack "Rockland“ oder das melancholische "Lady Marlene". Und sogar ohne Instrumente stimmt jeder Ton. Bei "God’s Great Dust Storm" beweisen die vier Frauen, dass sie auch düster und atmosphärisch können, und vor allem eins: stimmgewaltig. 

Überhaupt ist die Band wahnsinnig präsent auf der Bühne. Turid Jørgensen ist mit ihrer Katzen-Bass-Balalaika, die sie meistens bedient, sowieso nicht zu übersehen, Solveig Heilo und Anne Marit Bergheim strahlen beide um die Wette und sorgen für Gute-Laune-Höhepunkte und Marianne Sveen ist einfach nur laut und bombastisch, wenn sie über die Bühne wirbelt. Besonders bei Liedern wie "Curvacious Needs" sticht sie hervor oder bringt am Schlagzeug die Halle zum Beben und die Zuschauer zum Tanzen. 

Kindergeburtstag mit Jahrmarktsflair

Insgesamt hat das ganze die Atmosphäre eines Kindergeburtstages für Erwachsene, auf einem abgefahrenen Jahrmarkt, mit Pauken und Trompeten, mit Konfettikanone, Gruselkabinett und unendlich viel Spaß, wo einfach alles erlaubt ist, Hauptsache es ist verrückt.

Ganze zwei Stunden ziehen die Frauen das Publikum in ihren Bann, sorgen dafür, dass getanzt, gelacht, und kräftig mitgesungen wird. Damit auch ja niemand ohne breites Grinsen die Halle verlässt. Mission geglückt. 

Setlist

Old De Spain // Ouch // Curvaceous Needs // Rock-Paper-Scissors // My Own Tune // Flash In The Dark // Driving After You // My Dear // I Will Dance (When I Walk Away) // Bad Girl // Lady Grey // Rockland // God’s Great Dust Storm // Mother Superior // Demon Kitty Rag // Oh My God // Shine Like Neon Rays // A Bar In Amsterdam // Hey Ho On The Devil’s Back // Lady Marlene // Land Of Confusion // Aint No Thang

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