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Alex Clare (Live in Frankfurt, 2015) © Manuela Hall

Das Konzert von Alex Clare ist ein typisches Beispiel für eine Show, die man völlig unterschiedlich betrachten kann. Obwohl das Konzert sehr hörenswert war, blieben am Ende viele verdutzte Fans zurück, da sie nicht das bekamen, was sie erwartet hatten.

Als Alex Clare mit Jeanshemd und Schlapphut die Bühne der Batschkapp betritt, wird schnell klar, dass er sich bei diesem Konzert auf das Wesentliche konzentrieren wird. Unterstützt von nur einem Backgroundmusiker an einer Minidrum beginnt er das auf Akustik angelegte Konzert mit dem Song "Never Let You Go". Seine brachiale Stimme durchflutet den Raum und sorgt schon beim Opening für Riesenapplaus.

Das Geschrei der enthusiastischen Fans vor der Bühne setzt sich fort beim zweiten Song "Damn Your Eyes". Etwas später kommen aus diesen ersten Reihen deutsche Zurufe an Alex Clare, die er beantwortet mit: "That's unfair. Speak English". Der Dialog zwischen dem Künstler und seinen weiblichen Fans entwickelt sich zu einer Belustigung für das ganze Publikum.

Allein mit Irene und Caroline

Für den Mittelblock verschwindet der Backgroundmusiker von der Bühne und Alex Clare steht allein im Licht. Nach den ersten Uptempo-Songs wird es jetzt ruhiger und bedächtiger. Alex Clare bezeichnet "Irene" als seinen besten Song und wirkt tatsächlich bei der Performance vollkommen in sich gekehrt. Das Publikum lauscht andächtig.

Nach zwei Titeln dazwischen folgt mit "Caroline" die beste Performance des Abends. Mitten im Song wechselt Alex Clare von der Brust- in die Kopfstimme und gibt mit seinem gewaltigen Stimmorgan nochmal richtig Vollgas. Es ist eine mitreißende Performance, die für Riesenapplaus sorgt.

Zurück zu den Wurzeln

Das emotionale Highlight des Abends ist aber ein jüdisches Lied, das mit seinen Lyrics beeindruckt und berührt. Es verdeutlicht auch die persönliche Wandlung Clares vom säkularen zum orthodoxen Juden. Danach folgt noch "War Rages On" und Alex Clare verlässt erstaunlich früh die Bühne.

Das lässt bereits in diesem Moment nichts Gutes erahnen und so soll es auch kommen. Das bis dahin gute Konzert nimmt ein schnelles Ende. Die Hardcore-Fans nehmen diese letzten Gelegenheiten wahr und singen kräftig mit bei "Where Is The Heart" und dem letzten Song, seinem großen Hit "Too Close". 

Ein unwürdiges Ende

Mit dem Ende von "Too Close" verschwindet Alex Clare nach knapp mehr als einer Stunde von der Bühne und die eingespielte Rausschmeißmusik verrät, dass es schon vorbei ist. Zurück bleiben Dutzende verdutzt dreinblickende Zuschauer, in deren Gesichtern die Frage auftaucht: Wie? Das wars schon?

Viele Zuschauer verlassen den Saal mit dem Ausdruck der Enttäuschung im Gesicht. Einige machen ihrer Enttäuschung über das frühe Ende Luft. Andere hatten wohl von einem Künstler, der für seine rhythmischen Dubsteptitel und Soulsongs bekannt ist, wohl mehr tanzbare Songs erwartet.

Wer sich bewegen wollte, kam bei diesem Akustikkonzert kaum auf seine Kosten. Für Fans von stimmgewaltiger Songwritermusik war es toll anzuhören und bot emotionale Momente. Aber insgesamt war es ein bestenfalls mittelmäßiger Auftritt.

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