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Broilers (live beim Rock'n'Heim, 2014) © Achim Casper

Die Düsseldorfer Band Broilers lässt sich zu ihrem Jubiläum nicht lumpen: Wegen großer Nachfrage spielen sie gleich zwei Konzerte in ihrer Heimatstadt. Am Freitag vor Heiligabend ging die Party in die erste Runde. "Ihr habt die Messlatte für morgen ziemlich hochgelegt", lobt Frontmann Sammy Amara am Ende des Konzerts.

Nein, im ISS-Dome findet kein Spiel der DEG Metrostars statt, sondern eine andere Art von Heimspiel: Die Broilers feierten in ihrer Heimatstadt ihren 20. Bandgeburtstag. Das Konzert am Samstag war in Kürze ausverkauft, deshalb spielte die Band am Freitag noch ein Zusatzkonzert, das bestens besucht war.

Nicht nur die Fans, sondern auch befreundete Musiker waren zur Jubiläumsparty eingeladen, unter anderem 4 Promille aus Düsseldorf. Die fünfköpfige Band setzte ab 19 Uhr schon mal den Ton für den Abend: Punkrock, der Spaß macht, aber manchmal auch ernst ist. Ein Beispiel dafür ist der Song "Ich werd‘ mich ändern" – passt nicht nur so kurz vor Jahresende, wenn Vorsätze für das neue Jahr gefasst werden.

Wenig Applaus für Misfits

Während 4 Promille sich über eine positive Resonanz des Publikums freuen können, überzeugen Misfits an diesem Abend leider nicht. Das Set der New Yorker wirkt gehetzt: Ein Song folgt direkt auf den anderen und es gibt, abgesehen von der Ankündigung des jeweils nächsten Liedes, keine Ansagen. Mehr noch: Die New Yorker spielen die Songs so schnell, dass sie manchmal nicht hinterherkommen.

Zudem ist der Sound nicht sonderlich gut. Echt schade, denn so kommen Punk-Klassiker wie "Die, Die My Darling" und "Halloween" nicht zur Geltung und die Punk-Heroen erhalten nicht die Aufmerksamkeit, die sie eigentlich verdient haben. So gehen die Misfits an diesem Abend fast ohne Applaus von der Bühne.

Zwei Stunden Geburtstagsfeier

Stimmung kommt erst wieder auf, als es Zeit für wichtigste Band des Abends wird: die Broilers. Mehr als zwei Stunden feiern Band und Publikum, wie es sich an einem solchen Ehrentag gehört. Ein musikalischer Querschnitt durch die Bandgeschichte, Thees Uhlmann bei zwei Liedern als Verstärkung und ein grandioses Finale mit Konfetti und Diskokugel – es darf ein bisschen mehr sein an diesem Abend.

Der Sound ist jetzt wieder erstklassig und die Band mindestens so gut gelaunt wie das Publikum. Bei aller guten Laune ist aber auch Platz für ernste Themen. Vor "Ich will hier nicht sein“ weist Sänger Sammy Amara auf die Aktualität des Songs hin, den er 2013 geschrieben hat, als in Berlin-Hellersdorf Front gegen die dort untergekommenen Flüchtlinge gemacht wurde.

Offene Arme für Flüchtlinge

"Hoffen wir, dass wir nie in eine Situation kommen, in der wir flüchten müssen und wenn doch, dass wir mit offenen Armen empfangen werden." Sammys wahre Worte seien ergänzt mit dem Nebensatz: "...und dass der Song, so gut er auch ist, bald seine Aktualität verliert.

Zum Abschluss zieht Sammy das Fazit: "Es war ein wunderbarer Freitagabend". Mehr muss als Resümee nicht mehr gesagt werden. Außer: Danke, Broilers, und macht bitte noch zwanzig Jahre weiter.

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