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Hundreds (live in Heidelberg, 2014) © Simon Fessler

Schon beim Maifeld Derby brachten Hundreds das Zelt zu später Stunde noch zum beben, jetzt machten sie wieder halt in der Region und taten das was sie am besten können: Mit Elektro-Pop vom Feinsten dem begeisterten Publikum einheizen.

Doppelt hält besser: Nachdem die "Aftermath"-Tour im März bereits nach kurzer Zeit restlos ausverkauft war, ist die Band jetzt wieder mit der "Aftermath Part 2"-Tour unterwegs, inklusive Zwischenstop im Karlstorbahnhof in Heidelberg. 

Konzertgänger in der Region konnten sich schon beim Maifeld Derby von den Hundreds überzeugen lassen, deswegen verwundert es nicht, dass der Karlstorbahnhof beim Auftritt der Hundreds prall gefüllt ist. Bei der Vorband sieht das aber noch ganz anders aus.

Nicht laut genug

Labelkollegin Miss Kenichi bereitet den Auftakt an diesem Abend. Ihre Musik ist ruhig, wunderschön, behutsam arrangiert. Ein Album hat sie auch schon: Es heißt "Betrayal", und die Lieder die sie daraus spielt sind schaurig schön. Der Funke will aber nicht so recht überspringen. Das liegt vor allem daran, dass das Publikum sich nicht so recht darauf einlassen will. Zu groß ist die Vorfreude auf die Hundreds und das Bedürfnis nach ausgelassenem Tanzen. 

Das geht bei Miss Kenichi nicht, und so überrascht es nicht, dass zur Hälfte des Sets viele Zuschauer auf dem Boden sitzen oder zur Bar hin verschwunden sind. Doch wer sich trotz des unruhigen Publikums drauf einlässt wird belohnt: Die sanften Klänge sind vielleicht nicht unbedingt ideal als Auftakt für diesen Abend, aber eins merkt man nichtsdestotrotz, nämlich dass Miss Kenichi echtes Talent hat.

Endlich Beats

Nach dem ruhigen Auftakt kommt dann endlich das, worauf alle schon gespannt warten: Beats, Beats und noch mehr Beats. Sofort wird klar, dass das ein tanzbarer Abend wird. Nach dem lautstarken Intro geht es auch gesanglich los. Mit Evas sanfter Engelsstimme und dem Titelsong des neuen Albums "Aftermath" eröffnen die Hundreds ihren Auftritt und haben das Publikum sofort auf ihrer Seite. Ihr Bruder Philip Milner bedient wie immer Synthesizer und Piano, Verstärkung gibt es noch an den Drums. Hier und da noch ein paar Lichtröhren und Lichteffekte, mehr braucht es nicht um die Menge in Ekstase zu versetzen.

Gespielt wird ein guter Mix aus beiden Alben. Sowohl von der selbstbetitelten Debütplatte als auch vom neuen Album ist einiges dabei. Und alles sitzt perfekt. Ob nun die leiseren Songs, die eher düster-melancholischen oder die lauteren und tanzbaren Lieder, das Publikum geht enthusiastisch mit. Und auch der Band merkt man an, dass sie mit Leidenschaft dabei sind. Sängerin Eva singt und tanzt elfengleich über die Bühne, und steckt mit ihrer Leidenschaft das Publikum an. Der Aufforderung zu tanzen kommt man da nur all zu gerne nach.

Ein besonderes Highlight neben Songs wie "Our Past", "Beehive", "Happy Virus" oder dem ruhigen "Let's Write The Streets" ist vor allem noch das Lied "Wait For My Racoon". Nach eigenen Angaben haben sie den Song schon anderthalb Jahre nicht mehr auf der Bühne gespielt. Man fragt sich nur warum, denn mit dem Hammer-Lied versetzt die Band das Publikum geradezu in Ekstase.

Starker Schluss

Schließlich endet das Konzert, wie es angefangen hat. Nach "Grab The Sunset", das passenderweise mit einer Lichtflut auf der Bühne performt wird, verschwindet Eva hinter der Bühne, und es wird nochmal ordentlich laut. Philip Milner liefert sich mit der Live-Verstärkung gegenüber geradezu ein Beat-Battle, sodass das Publikum noch einmal alles geben kann und euphorisch mittanzt. 

Nach tosendem Applaus folgt dann natürlich noch eine Zugabe. Und die ist wie der Rest auch schon einfach nur gut. Schön, laut, tanzbar. Ein passender Abschluss für ein lohnenswertes Konzert.

Setlist

Aftermath I Fighter I Beehive I Ten Headed Beast I Please Rewind I Wait For My Racoon I Rabbits On The Roof I Stones I Separate The Sea I Our Past I Happy Virus I Let’s Write The Streets I Grab The Sunset I Foam Born I Circus I Song For A Sailor

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