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Doro (live in Speyer, 2014) © Rudi Brand

Keine andere Künstlerin ist im Metal so erfolgreich wie die Sängerin Doro. Seit 30 Jahren tourt die Düsseldorferin mit ihrer Band durch die ganze Welt, was sie jetzt auf ihrer "30 Years Strong And Proud" Tour gebührend feiert – so auch gestern in der Alten Seilerei in Mannheim.

Beim Betreten der Alten Seilerei fällt sofort auf: 1. die Mehrheit der Zuschauer tragen ein Doro-T-Shirt (im Idealfall sogar noch eines aus Zeiten von Warlock) und 2. es ist brechend voll, dabei gibt es noch Karten an der Abendkasse. Doro ist heute noch genauso gefragt wie früher und scheint dabei trotz jahrzehntelanger Bühnenpräsenz nicht zu altern. Interessant ist auch, dass das Publikum sehr gemischt ist – hier treffen Alt und Jung zusammen.

Den Anfang an diesem Abend macht jedoch der Schweizer Luke Gasser. Sympathisch unterhält er die Zuschauer mit seinem halbstündigen Set aus Rock'n'Roll. Und es kommt an! Die Köpfe wippen im Takt mit und so langsam pellen sich die Ersten aus ihren Winterjacken. Schnörkelloser, rauer und straight nach vorne gehender Rock – was braucht man schon mehr um die Stimmung aufzuheizen?

Ein blonder Wirbelwind

Bevor Doro Pesch die Bühne betritt wird sie unter tosendem Applaus von einem Bandkollegen anmoderiert. Das erinnert vage an Festival-Anmoderationen, die die Stimmung noch mehr aufheizen sollen. Geschmackssache! Als Doro jedoch endlich die Bühne betritt gibt es kein Halten mehr unter ihren Anhängern: die Haare fliegen und die Faust wird stolz zu den harten Rock-Klängen in die Luft gestreckt, so wie bei richtigen Metalheads eben.

Schon nach wenigen Sekunden wird klar: Die zierliche Sängerin hat ihr Publikum fest im Griff und wirbelt dabei wie eine kleine Naturgewalt über die Bühne. Ihre Mähne fliegt immer wieder in atemberaubender Geschwindigkeit durch die Luft. Zum Dank bekommt sie nach dem ersten Song einen Strauß Rosen von einem Fan in der ersten Reihe geschenkt und ist sichtlich gerührt von dieser Geste. "Dankeschön Mannheim, ich liebe euch", schreit sie in ihr Mikrofon und startet den nächsten Song "Earthshaker Rock".

Ihr Set besteht zum größten Teil aus Songs aus ihrer Zeit mit Warlock, was die Fans besonders freut. Doch hat sie auch neuere Lieder wie "Revenge" dabei oder auch die Wacken-Hymne "We are the Metalheads". Auf diese ist sie besonders stolz, da das Wacken-Festival in ihrer Karriere eine große Rolle spielte und sie damit viele positive Erinnerungen verbindet.

Raise your fist in the air!

Immer wieder animiert sie ihr Publikum zum Mitklatschen oder hebt ihre Faust demonstrativ in die Luft und fordert die Zuschauer auf, es ihr nachzumachen. "Raise your fist in the air" lautet der passende Soundtrack dazu, an den man sich brav hält. Nach kurzer Zeit bilden sich sogar die ersten kleinen Circle Pits und Bierfontänen spritzen durch die Menge. "Ich hoffe ihr habt noch genug Puste, denn wir spielen so lange ihr wollt", erklärt die Queen of Metal und lässt bei manch einem ihrer Songs auch mal Fans aus der ersten Reihe ins Mikro grölen.

Nach dem Song "Out of Control" wird es jedoch dunkel auf der Bühne: Nur noch das Schlagzeug wird beleuchtet. Daraufhin folgt ein fast zehnminütiges Drumsolo von Johnny Dee, der beeindruckend beweist, dass er auch ohne seine Kollegen die großartige Stimmung in der Halle am Siedepunkt halten kann.

"Ihr seid meine Engel, Mannheim"

Besonders wichtig ist der Sängerin jedoch immer wieder die Nähe zu ihren Fans und so spielt sie neben Fanwünschen auch den Song "Engel", der in einer Online-Umfrage ganz oben als Wunschsong angegeben wurde. "Ihr seid meine Engel, Mannheim", erklärt Doro und ist noch gerührter, als sie erfährt, dass Fans extra aus Japan und Tunesien angereist sind für ihr Konzert. "Wir waren noch nie in Tunesien, aber das müssen wir dringend nächstes Jahr nachholen."

Auch ein Judas Priest Cover von "Breaking the Law" schafft es in ihr Repertoire, doch sollte man sich nicht unbedingt mit fremden Federn schmücken, wenn man doch eine eigene große Diskographie aus 30 Jahren vorzuweisen hat. Das merkt man besonders bei ihrem Song "All We Are", bei dem die ganze Halle lauthals mitsingt.

"Was sind schon ein oder zwei Songs mehr?"

Als Doro Pesch nach zwei Stunden und zwei weiteren Zugaben letztendlich die Bühne verlassen will fordern die Fans weite Songs von ihr und übertönen sich dabei gegenseitig mit Vorschlägen. "Ach was solls, was sind schon ein oder zwei Songs mehr", ruft die Sängerin begeistert ins Publikum und erntet dankenden Applaus von ihren Fans.

Nach mehreren Zugaben muss es jedoch auch einmal zu Ende gehen und so verabschiedet sich die "Queen of Metal" unter tosendem Applaus von ihrem Publikum. 

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