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Billy Idol (live auf dem Hessentag in Bensheim, 2014) © Akis Konstantinidis

Hochgezogene Lippe, blondierte Haare und Songs wie "Rebel Yell" – dafür ist Billy Idol bekannt. Aktuell ist er mit seinem neuen Album "Kings and Queens of the Underground" auf Tour. Bei seinem Auftritt in der Frankfurter Jahrhunderthalle punktete er vor allem mit seinen Klassikern.

Um 20 Uhr beginnt der Abend mit The Dough Rollers aus New York. Die vierköpfige Band liefert eine halbe Stunde Rock gemischt mit Blues-Elementen. Manche Lieder erinnern ein Stück weit an britische Indie-Bands.

Zugegeben: Die vier Amerikaner um (den an diesem Abend etwas abgedreht wirkenden) Frontman Jack Byrne liefern keine musikalische Höchstleistung ab, aber sie sind definitiv nicht schlecht. Fun Fact: Gitarrist Malcolm Ford ist der Sohn von Hollywood-Legende Harrison. 

Klatschende Hände und sehr viele Smartphones

Nach einer halbstündigen Pause eröffnet Billy Idol seine zweistündige Show mit "Postcards From The Past. Neben dem Opener haben noch drei weitere Lieder vom neuen Album auf die Setlist geschafft. Einer davon ist "Can’t Break Me Down", den Billy wie folgt ankündigt: "Ein neues Lied kann eine schlimme Erfahrung sein – für das Publikum. Aber wir tun es euch trotzdem an."

So schlimm ist es aber überhaupt nicht. Die Zuschauer im geschätzten Durchschnittsalter um die vierzig gehen allerdings nur bei den alten Songs so richtig mit, die sie dafür umso mehr feiern. Dabei stehen die neuen Songs den alten zumindest live in nichts nach.

Fit und publikumsnah

Billy Idol hat es auch mit (fast) 59 noch drauf, sowohl stimmlich als auch körperlich, was beim mehrfachen Umziehen kaum zu übersehen ist. Die hochgezogene Lippe und die typische Billy Idol-Faust haben ebenso ihren Platz in der Show wie "Dancing With Myself", "Cradle of Love" und weitere Klassiker.

Positiv fällt auf, dass Billy Idol auf sein Publikum eingeht, ob bei Ansagen oder wenn er mit rauchiger und tiefer Stimme die Geschichte zum Song "Sweet Sixteen" erzählt. Schön ist auch, dass er seiner Band immer wieder Raum gibt und sein Auftritt dadurch nicht zu einer One Man-Show wird.

Viel Spaß für die Zuschauer

Dabei übertreibt er es allerdings ein wenig, denn die Solos und Instrumental-Parts (hauptsächlich von Billys Haus- und Hofgitarrist Steve Stevens) erzeugen Längen, die man vielleicht besser mit zusätzlichen Liedern gefüllt hätte.

Ein weiteres Manko waren die langen Schlangen vor den Getränkeständen. Das alles ist letztens Endes aber nicht allzu schlimm, denn als der letzte Song "Mony, Mony" um kurz nach elf verklingt, steht fest, dass das Publikum auf jeden Fall viel Spaß hatte.

Setlist

Postcards From The Past | Cradle Of Love | Can't Break Me Down | Dancing With Myself | Flesh for Fantasy | Save Me Now | Ready Steady Go | Sweet Sixteen | Eyes Without a Face | L.A. Woman | Guitar Solo | King Rocker | Whiskey & Pills | Blue Highway | Rebel Yell || White Wedding | Mony Mony

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