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The Intersphere (live in Hamburg, 2014) © Philipp Karadensky

Das Ende ihrer Deutschlandtour bestreiten die vier Abkömmlinge der Popakademie Mannheim in ihrer Heimatstadt, wo sie ihr instrumentales Können in der Alten Feuerwache zur Schau stellen. Die Prog-Rocker The Intersphere, oder anders gesagt, der Drummer und seine Band, geben, was das Zeug hält.

Die schwierige Aufgabe, als Vorband für die technisch versierten The Intersphere die Zuschauer aufzuheizen, fällt den Berlinern Not Called Jinx zu. Ihr Pop-Punk, den man irgendwo zwischen Blink-182 und Boysetsfire verorten kann, entlockt nur hie und da im Publikum ein zartes Kopfnicken oder leicht angedeutete Tanzbewegungen.

Der Gitarrist der Band nimmt diese passive Haltung der Zuhörer gegen Ende des Auftritts ein wenig auf die Schippe: "Viele Leute auf der Tour kommen, um zu sehen, was The Intersphere so drauf haben. Wir mit unseren drei Akkorden stoßen da meist auf verschränkte Arme. Spaß gemacht hat's trotzdem!" Den Zuschauern letztendlich auch, wie der Schlussapplaus zeigt.

Gleich zu Beginn Vollgas

Nach kurzer Umbauphase, in der das Schlagzeug in seiner Größe um das Doppelte erweitert wird, legen The Intersphere sofort alle Karten auf den Tisch. Gespielt werden nicht nur die Songs ihres neuen Albums "Relations In The Unseen", sondern auch ältere Stücke ihrer Anfangszeit.

Hier zeigt sich auch die ungeheure Kraft der vier Jungs als echte Live-Band. Schon nach den ersten beiden Songs, "Sleeping God" und "Thanks for Nothing", sieht man einzelne Schweißtropfen vom Gesicht des Schlagzeugers Motitz Müller heruntertropfen.

Selbstinszenierung in Perfektion

Das hat auch seinen Grund: In jedem Song schlägt er so ziemlich jedes seiner ungefähr zehn Becken mit einer solchen Intensität an, dass man als Zuhörer nicht umhin kommt, das Augenmerk auf das fast hypnotische Kopfwackeln des Drummers zu richten.

In den Passagen einzelner Songs werden nur er und sein Drum-Set beleuchtet, während die restlichen Bandmitglieder im Dunkeln weiterspielen. Dabei spielt er abwechselnd stehend und sitzend, was die ohnehin schon große Aufmerksamkeit, die auf ihn gerichtet ist, noch mehr steigert. Auf ein Drum-Solo wartet man allerdings vergebens.

Atmosphärische Lichtshow

Dennoch tritt der Rest der Band mit Sänger Christoph Hessler, Gitarrist Thomas Zippner und Bassist Sebastian Wagner keineswegs in den Hintergrund, im Gegenteil: Gerade in Songs wie "Prodigy Composers" mit sehr schnellen stakkatoartigen Akkordriffs, die mit kurzen Pausen durchsetzt sind, beweisen sie ihr rhythmisches Können.

In einigen Songs drehen alle drei im Hocken an ihren Effektgeräten, während eine atmosphärische Lichtshow dies alles untermalt. Das Publikum ist mit Herz dabei, was man an den simultanen Kopfbewegungen der Zuschauer sehen kann.

Auch ältere Songs brillieren

The Intersphere bieten ein wirklich abwechslungsreiches Potpourri aus all ihren Songs. Auch bei einigen älteren Stücken, die etwas progressiver und von erheblich längerer Dauer sind, geht das Publikum voll mit.

Einige waren schließlich schon in den Sternstunden der Entstehung der Band dabei. Zu Hause ist eben da, wo deine Freunde und Fans sind. Nicht nur die, sondern auch The Intersphere genießen das Konzert sichtlich.

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