© Karsten Jahnke

Ihr letzter Besuch in Leipzig ist schon fünf Jahre her, ein guter Grund also für Livingston auf ihrer aktuellen Animals Tour, zum gleichnamigen brandneuen Album wieder einmal vorbeizuschauen. Trotz der langen Abwesenheit zeigt sich die Band ihrer Aufgabe gewachsen.

Einige Zeit war es eher ruhig um Livingston geworden. Nach Hits wie "Broken", ihren Alben "Sign Language" und "Fire To Fire" und natürlich einigen Live Shows haben sich die Jungs zurückgezogen, um an neuen Songs zu arbeiten. Während sie sonst weiterhin Shows spielten, wollten sie bei diesem Album einen anderen Weg gehen.

Daher zog sich die Band für einige Zeit in einer Hütte im Wald in der Nähe von Berlin zurück, um neue Musik aufzunehmen. Was dabei herausgekommen ist, präsentieren sie aktuell auf ihrer Clubtour durch Deutschland, deren Auftakt in Leipzig stattfand.

Wenig Bewegung bei Suzerain

Etwas Geduld musst das Publikum allerdings noch aufweisen, denn zuerst betreten die Briten von Suzerain die Bühne. Allerdings will zwischen der Band und dem Publikum nicht so recht der Funke überspringen. Vielleicht hätte mehr Interaktion mit den Zuschauern helfen können. Es wird zwar zur Musik etwas gewippt, einen bleibenden Eindruck hinterlassen Suzerain aber nicht. Ganz anders sieht das aber beim Hauptact des Abends aus.

Mit einem Intro und dem darauf folgenden Song "When It Goes Away" betritt die Band um Sänger Beukes Willemse die Bühne. Direkt zu Beginn wird klar, dass Beukes von Interaktion mit dem Publikum viel mehr versteht. Sympathiepunkte sammelt er mit seinen Deutsch-Versuchen. Außerdem stellt er schnell klar, dass ein Konzert in einem kleineren Rahmen, wie es an diesem Abend der Fall war, keinesfalls schlecht sein muss. Im Gegenteil, die Band genießt die intime Atmosphäre und den Überblick über das gesamte Publikum. Und das kann ebenso ganz nah an der Band sein.

Weiterentwicklung und Unabhängigkeit

Seit ihrer letzten Tour und dem dazugehörigen Album "Fire to Fire" hat sich die Band weiterentwickelt und elektronische Elemente auf ihrem neuen Album "Animal" verwendet. Livingston beweisen zudem, dass man auch ohne den Einfluss von Plattenfirmen Erfolg haben kann, denn anders als noch bei der vorherigen Platte haben sie sich nichts vorschreiben lassen, sondern einzig allein ihre Vorstellungen durchgesetzt. Dass das auch live direkt noch mehr Spaß macht, merkt man den Männern aus England, Südafrika und Deutschland deutlich an.

Die Setlist an diesem Abend besteht natürlich zum großen Teil aus Titeln der neuen Platte, aber auch ältere Songs werden nicht vergessen. So spielen Livingston unter anderem Stücke wie "Disease" und "Somebody" von den Vorgängerwerken.

Der größte Hit als Highlight

Die Setlist soll eine Geschichte erzählen und das gelingt auch. Die Zuschauer hängen gebannt an den Lippen des Sängers und genießen sein enormes Gesangspotential, das er bei jedem einzelnen Song unter Beweis stellt.

Besonders intim und vor allem romantisch wird es bei ihrem wohl größten Hit "Broken". Keine Frage, dass die meisten Zuschauer bei diesem Song besonders textsicher sind, aber in der Mischung mit der prägnanten Stimme des Sängers, der leisen Begleitung der Band und dem Publikum als Chor, wird "Broken" zu einem Highlights.

Nicht wieder fünf Jahre warten

Während Beukes noch in der Deutsch-Lernphase ist, überlässt er die längeren Ansprachen an das Publikum dann doch seinem deutschen Gitarristen Jakob Nebel, der von der Albumproduktion erzählt und auch in Erinnerungen an das letzte Konzert in Leipzig schwelgt.

Das ist zwar schon einige Jahre her, aber einige Wiederholungstäter befinden sich dennoch im Publikum. So hatten Livingston auch damals schon einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mit "Human" endet der erste Teil des Konzertes, bevor die Band noch einmal für die Zugabe die Bühne betritt.

Mit "Animal", dem Titelsong des neuen Albums verabschiedet sich die sympathische Band endgültig vom Leipziger Publikum. Nach diesem Abend haben allerdings alle Zuschauer die Hoffnung, dass es nicht wieder fünf Jahre bis zum nächsten Konzert dauern wird.

Setlist

Intro | When It Goes Away | Big Mouth | Six by Four | Time Bomb | The Unter | Reckless | Disease | Skin and Bones | In My Head | Somebody | Broken | Chemicals | Human || Control Reset | Set Fire To Fire | Animal

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