Subway To Sally (live in Hamburg, 2011)

Subway To Sally (live in Hamburg, 2011) © Falk Simon

Schon immer haben sich Subway To Sally mit "harten" Themen befasst. So ist es nur konsequent, dass sich die Band als Konzept für das neue Album "Mitgift" bekannte Mördergeschichten vornimmt, die das Material für ein grandioses Konzert liefern.

Mit dem Song "Mir Allein" vom letzten Album "Schwarz in Schwarz" besangen Subway to Sally schon Themen wie Missbrauch und Gefangenschaft. Das ist nur ein Beispiel einer langen Liste, die für alles steht, was Subway to Sally ausmacht. Mit dem 12. Album "Mitgift – Mördergeschichten" geht es in diesem Stil konsequent weiter. 

Egal ob Mythen oder reale Geschichten, Subway to Sally bringen alles ans Licht. Mit dem neuen Titel "Warte, Warte" startet das furiose Konzert. Der Song über den Werwolf, der im Dunkel lauert, passt zur düsteren Bühne mit dem Maschendrahtzaun und den im Hintergrund scheinbar herunterhängenden Lappen aus zusammengenähter Menschenhaut. Auch die "Schwarze Seide" hinterlässt schaurig-schöne Emotionen.

Alte Rituale

Wer zum ersten Mal ein Konzert von Subway to Sally besucht, dem wird schnell klar, dass diese Band seit Jahren einige Rituale pflegt, die sich wie ein roter Faden durch jedes Konzert ziehen.

Nach den Eröffnungssongs begrüßt Sänger Eric Fish die Fans stets mit den Worten: "Hallo Freunde".  Nicht fehlen darf in so mancher Situation ein "Schrei" und wenn er "Subway to" sagt, antworten die Fans mit "Sally". Später folgt dann das letzte und wichtigste Ritual.

Feuerland hat ausgebrannt

Mit riesiger Feuershow und krachendem Sound sollte es eigentlich weitergehen. Doch dann passiert der Alptraum jedes Livemusikers. Als sie zum Titel "Feuerland" ihre Flammenshow zünden, ist plötzlich der Strom weg. Dafür ertönt nur ein "Ejo, Ejo, Ejo" - Feueralarm.

Nach kurzer Pause, nachdem die Soundcomputer rebootet sind, starten sie einen zweiten Versuch. Wieder knallt das Feuer hoch, wieder ist die Musik weg und es ertönt wieder der Alarm. Also ein dritter Versuch, jetzt aber ohne Feuershow. Jetzt klappt es, während Eric Fish mit den Armen die aufsteigenden Feuersäulen simuliert.

Menschliche und übersinnliche Abgründe

Zuerst beleuchten Subway to Sally die menschlichen Abgründe mit dem Song "Wo Rosen blüh'n". Dann recken sich hunderte Pommesgabeln in die Luft, denn jetzt stellt er die schon so oft beantwortete Frage, was passiert, "Wenn Engel hassen".

Nach der Rache an den Menschen geht es um das Schicksal einer Frau. Die "Arme Ellen Schmitt" wurde erschossen im Morgenrot gefunden. Dafür lebt die Violinistin der Band, Frau Schmitt, und legt sogleich ein Solo auf die Bühne.

Schaudergefühle

So genial die Rockshows von Subway to Sally auch sind, die tiefste Emotionalität entsteht immer bei den Akustikkonzerten. Für drei Songs stöpseln sie aus und jetzt ist Zeit für Gänsehaut.

Zuerst spielen sie "Im Weidengarten", in dem jemand mit einem Schierlingsbecher von seinen Schmerzen erlöst wird. Dann folgt das "Seemannslied", die Sehnsucht nach der Heimkehr. Die Show erweckt große Sehnsucht nach einer weiteren Akustiktour. Nackt II ist einfach schon zu lange her.

Große Hits

Natürlich wissen Subway to Sally genau, welche Songs bei den Fans den größten Kultstatus besitzen. Diesem Bedürfnis kommen sie nach und es folgen nacheinander die größten Hits. Zuerst kommt " Das Schwarze Meer", bevor Eric Fish mit "Meister, Meister" das "Kleid aus Rosen" anstimmen lässt, das fast nur von den Fans gesungen wird.

Ein "Falscher Heiland" wird demaskiert. Den sonst üblichen Rundlauf in der Fanmitte zu "Besser du rennst" gibts diesmal nicht, weil der Platz nicht ausreicht. Dafür bietet die Band den "Veitstanz" und als Abschluss des Hauptblocks den "Tanz auf dem Vulkan", sogar mit reparierter Feuershow ohne Alarm.

"Blut, Blut, Räuber saufen Blut"

Das Wort Zugabe gibt es auf einem Konzert von Subway to Sally nicht. Dafür singen die Fans aus vollem Hals "Juila und die Räuber". Doch wie immer gibt es erst noch zwei weitere Songs mit der "Henkersbraut" und der ganzen Hand plus Pommesgabel für die "Sieben".

Aber jetzt dürfen sie endlich loslegen. Mit musikalischer Unterstützung endet jedes Konzert im Chor der Fans mit: "Blut, Blut, Räuber saufen Blut / Raub und Mord und Überfall sind gut / Hoch vom Galgen klingt es, Hoch vom Galgen klingt es / Raub und Mord und Überfall sind gut."

Neu und alt harmonieren

Wie immer war es eine grandiose Show. Die neuen Songs von Mitgift passen perfekt zu den alten Songs und Titel wie "Warte, Warte"  oder "Arme Ellen Schmitt" haben die Fans bestimmt nicht zum letzten Mal gehört.

Ein wirklich schlechtes Konzert von Subway to Sally gibt es nicht. Es kann höchstens sein, dass sie mal einen Lieblingssong nicht spielen. Bei über 100 Songs ist es aber schwer, stets alle Bedürfnisse zu befriedigen.

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