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Fotos: James Blunt, Frankfurt am Main, Festhalle Frankfurt, 06.03.2014 © Akis Konstantinidis

"Ein kleiner Schritt für einen Mann, aber ein großer Schritt für die Menschheit". James Blunt nimmt das Publikum in der rappelvollen Festhalle Frankfurt mit auf eine Reise zum Mond und sorgt mit seiner Schmusemusik für eine kuschelweiche Landung.

Beim Betreten der Halle fällt als Erstes auf, dass die Reise wohl sitzend stattfinden wird. Das kann ja nur ein gemütlicher Abend werden. Zunächst steht die Österreichische Künstlerin Anna F. – sozusagen als Co-Pilotin – auf der Bühne.

Mit ihrem Singer-Songwriter-Pop bewegt sich die 28-jährige irgendwo zwischen KT Tunstall und Norah Jones und überzeugt vor allem in den tieferen Lagen. Der ein oder andere Radio-Hit wird da sicherlich möglich sein.

Willkommen im Weltraum

Während zwischen den Reihen bereits Merchandise vom Hauptact verkauft wird, läuft auf den oberen Bildschirmen ein kleiner Kurzfilm über die legendäre Mondlandung 1969, passend zur aktuellen Platte von James Blunt, die den Titel "Moon Landing" trägt

Die nun folgenden 90 min sind thematisch an dieses Ereignis angepasst. So wird der Großteil der Songs des Engländers von startenden Raketen oder fliegenden Raumstationen untermalt, die auf dem Bildschirm im Hintergrund zu sehen sind.

In Frankfurt gelandet

"Guten Abend, wie geht's?!" Im Astronauten-Anzug begrüßt Blunt sein Publikum, nachdem er das Konzert mit "Face The Sun", dem Opener von "Moon Landing", eröffnet hat. Das Konzert ist so gut wie ausverkauft: In der Halle ist bis auf ein paar Tribünenplätze alles besetzt.

Bei so viel Schmusepop sind natürlich zahlreiche Pärchen anwesend, die sich während der Schmachtnummern wie "Goodbye My Lover" oder "You're Beautiful" in den Armen liegen. Im Publikum überwiegt der Ü-30-Anteil: So wenige filmende Smartphones wie an diesem Abend sieht man bei Konzerten selten!

Mit angezogener Handbremse

Live wird James Blunt von einer vierköpfigen Band begleitet. Der Bandsound ist jedoch sehr zurückhaltend. Wenn man die Schlagzeug-Becken nicht sehen würde, könnte man meinen, dass Drummer Simon Lea ohne auskommt – zum Mitklatschen reicht ja nur die Bassdrum und die Snare...

Es ist eben ein Popkonzert, was sich auch nicht ändert, nur weil Bassist John Garrison während des gesamten Abends eine Sonnenbrille trägt. Ohne Frage sind aber die ruhigen Momente, wenn James alleine am Klavier "Miss America" performt oder das Publikum den Refrain von "Goodbye My Lover" alleine singen lässt, die stärksten des Abends.

"We only stand for fast songs ok?", fordert Blunt seine Fans auf. Leider kann man die "fast songs" wie "Postcards", "Heart to Heart" oder "Bonfire Heart" an einer Hand abzählen. Ein wenig mehr Pepp zwischendurch hätte der Show durchaus gutgetan.

Kein Mann großer Worte

Wer James Blunt in letzter Zeit bei seinen diversen TV-Auftritten gesehen oder seine Twitter-Kommentare gelesen hat, glaubt vielleicht, dass der gute Blunt auch live hier und da einen lockeren Spruch parat hat oder mit witzigen Anekdoten zwischen den Songs zusätzlich punktet.

Dem ist nur selten so. Ein witziger Spruch wie "I am James Blunt and you are Frankfurt!" ist die Ausnahme. Meistens hat der Engländer nicht sonderlich viel zu erzählen.

Er beschränkt sich auf kurze Kommentare: "Das ist meine kleine Gitarre...and yes i take it to my bedroom", witzelt er bespielsweise wenn er für "Postcards" zur Ukulele greift. Meistens aber folgt ein Song auf den nächsten.

Kollektives Klatschen

Das Publikum stört sich daran keineswegs und feiert seinen Radiostar mit tosendem Beifall und Jubelrufen. Eifrig wird bei jedem Song mitgesungen und mitgeklatscht. James Blunt-Songs eignen sich aber auch so wunderbar zum Mitklatschen. 

Die Leute haben sichtlich ihren Spaß und spätestens als Blunt selbst während ein paar Gitarren- und Keyboard-Soli bei "So Long Jimmy" von der Bühne springt, um einmal quer durch die Reihen zu laufen, kennen seine Fans kein Halten mehr.

Flammende Herzen

So ist es auch nicht verwunderlich, dass diese ihren Schmusebarden mit der samtigen Stimme ohne eine Zugabe nicht gehen lassen wollen.

In "Bonfire Heart" heißt es im Refrain: "People like us, we don't need that much, just someone that starts, starts the spark in our bonfire heart." Für das Publikum in der Festhalle war dieser "someone" wohl James Blunt selbst.

Setlist

Face The Sun | I'll Take Everything | Blue On Blue | Billy | Wiseman | These Are The Words | Carry You Home | Miss America | Sun On Sunday | Postcards | High | Goodbye My Lover | Heart To Heart | So Far Gone | I Really Want You | Same Mistake | You're Beautiful | So Long Jimmy

Zugabe: Stay The Night | Bonfire Heart | 1973

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