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Fotogalerie: Michael Bublé, am 14.01.2014 in Mannheim © Akis Konstantinidis

Wie kaum ein anderer Künstler der aktuellen Zeit mutiert Michael Bublé immer mehr zum Allroundentertainer. Seine Mischung aus musikalischer Klasse, gepaart mit lustigen Showeinlagen und Interaktion mit den Zuschauern begeistert das Publikum in Mannheim.

Als Vorgeschmack auf einen großen Abend betreten zuerst Naturally 7 die Bühne. Die stimmgewaltige A capella-Band aus New York imitieren mit ihren Stimmen Musikinstrumente teilweise derart laut, dass man sich an ein Rockkonzert erinnert fühlt.

Als sie dann den ersten Auftritt des dreizehnjährigen Stevie Wonder in der Ed Sullivan Show nachsingen, während der Originalauftritt hinten auf dem Vorhang gezeigt wird, geht das Publikum voll mit. Direkt im Anschluss lassen sie auch noch James Brown mit I Got You (I  Feel Good) kurz wiederaufleben, bevor sie die Show in die Hände von Michael Bublé übergeben.

Aus der Feuersäule

Nach lediglich 20 Minuten wird es fast unmerklich dunkler im Saal und plötzlich ertönt eine gigantische Intromusik gepaart mit Trommelschlägen wie beim Einmarsch der Gladiatoren. Der verhüllte Vorhang auf der Bühne wird zur animierten Feuerwand und vorne explodieren mehrere Feuersäulen aus dem Boden. Dann hebt sich der Vorhang in der Mitte und da steht er, der Mann im schwarzen Anzug: Michael Bublé

Über den beweglichen Mittelteil der Bühne, der hier zur Rampe wird, slidet er hinunter durch den Vorhang und reißt gleich mit der Performance von Fever das Publikum aus den Sitzen. Danach begrüßt er mit einem schelmischen Grinsen das Publikum mit einem lauten "What's Up Mannnnnheim" und schlendert zur Verzückung vor allem der weiblichen Fans hinunter in die ersten Reihen.

Fanbeglückung in den ersten Reihen

Dort signiert er ein Herzbild und umarmt die schier ausrastende Frau, um dann als Geschenk einer anderen Frau samt Intensivknutscherei ein Babyhemd mit der Rückenaufschrift "I am little MB" entgegen zu nehmen.  Der gerade frisch gebackene Vater wird ganz selig, als er von seinem Baby erzählt und gerät ins Plaudern. Dabei kann er sich auch einige Seitenhiebe auf Justin Bieber nicht verkneifen und verarscht ihn wegen seiner Eskapaden des letzten Jahres nach Strich und Faden.

Mit dem Hit Try A Little Tenderness von Soulikone Otis Redding setzt er nach einigen Minuten den musikalischen Teil der Unterhaltung fort. Mal ist er einfühlsam, dann wieder gibt er sich als cooler Dandy, bevor er den gefühlt ersten Teil der Show mit Feeling Good zu einem rasanten Abschluss bringt.

Team Bublé

Im zweiten Teil der Show stellt Michael Bublé nun seine Musiker in den Vordergrund. In seinem von ihm so bezeichneten Team Bublé sind zuerst die Bläser an der Reihe. Die Inszenierung mit Einzelvorstellung der Musiker auch an der Rückwand samt Lebenslauf, während die Musiker in einer kurzen Einzelperformance ihr Können zeigen dürfen, erinnert stark an die Zeremonie beim NBA Allstar Game.

Ihnen ist der Teil mit Lucky 13 und World On A String gewidmet. Zu Everything zeigen dann die Rhythmusgruppe der Gitarristen, der stark beklatschte Mann am Schlagzeug sowie sein guter Freund am Klavier, der auch sein Co-Autor bei den selbst geschriebenen Songs ist, wozu sie fähig sind.

Wie von Geisterhand sitzen dann plötzlich auf der rechten Plattform statt der männlichen Bläser mehrere Frauen in Abendkleidern und spielen auf Streichinstrumenten ihre kraftvollen und gleichzeitig verletzlich anmutenden Melodien, deren Höhepunkt die Performance zu Home von Michael Bublé ist. 

Ab durch die Mitte

Nun plötzlich hat Michael Bublé Lust auf Party und performt Get Lucky von Daft Punk. Dies nimmt er zum Anlass, die Hauptbühne zu verlassen und schlendert beim Gesang mit seinen vier schwarz gekleideten Bodyguards nun durch den Innenraum vorbei an den sitzenden Zuschauern zur zweiten Bühne. Diese Rundlaufbühne hinten wird direkt von den Zuschauern bestürmt und Michael Bublé schüttelt viele Hände oder macht sogar kurze Handyvideos mit dem Publikum. 

Gemeinsam mit seiner Vorband Naturally 7 performt er nun Soulklassiker der Jackson 5 wie Who's Loving You oder I Want You Back , bevor er im Konfettiregen der Herzen zu All You Need Is Love wieder durchs Publikum zur Hauptbühne zurückkehrt. Mit Beautiful Day entsteht aus der Hauptbühne dann eine Art Lollipopwelt aus Wolken, Lutschern und Luftballons. Damit verschwindet Michael Bublé vor der Zugabe.

Liebesgrüße aus Kanada

Im frischen Jacket eröffnet Michael Bublé die Zugabe mit einer Performance, die ihn musikalisch eindeutig in eine Reihe mit den großen Songtiteln der James Bond Filme bringt. Kein anderer Künstler weltweit könnte wohl aktuell besser einen solchen Bondsong singen. Als er bei Cry Me A River dann von einer Hebebühne sozusagen in den Himmel gehoben wird und oben mit einem riesigen Knalleffekt seine stimmliche Wucht vollends explodiert, ist die Stimmung auf dem Höhepunkt.

Unten wieder angekommen lädt er das Publikum zu Save The Last Dance (For You) zu einem letzten Tänzchen ein. Zum Abschluss performt er Song For You zuerst mit Mikrofon, dann wechselt die Szenerie zum Trompeter auf die zweite Bühne, während Michael Bublé sich seines Mikros entledigt und den Rest des Songs nur mit purer Stimmgewalt bewältigt. Der Vorhang ist unten, die Band ist weg. Dann geht die Lücke auf und Michael Bublé verlässt die glücklichen Fans.

Es war ein kurzweiliger Abend mit zweieinhalb Stunden bester Unterhaltung auf höchstem Niveau. Die im Vergleich zu früher wesentlich längere Show ist zu keinem Zeitpunkt langweilig und rechtfertigt damit auch den hohen Eintrittspreis.  

Setlist

Intro with Pyro | Fever | Haven't Met You Yet | Try A Little Tenderness | You Make Me Feel So Young | Moon Dance | Come Dance With Me | Feeling Good | Lucky 13 | World On A String | Everything | That's All | Close Your Eyes | How Do You Mend A Broken Heart | Home | Get Lucky | Who's Loving You | I Want You Back | To Love Somebody | All You Need Is Love | Burning Love | Beautiful Day

Zugabe: Cry Me A River | Save The Last Dance | Song For You

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