Royal Republic boten in Mannheim schweißtreibende Unterhaltung

Royal Republic boten in Mannheim schweißtreibende Unterhaltung © Falk Simon

Wenn ein König zur Audienz lädt, lässt sich seine Gefolgschaft nicht lange bitten. So geschehen bei Royal Republic, die am gestrigen Samstag ihr Headlinerdebüt in der nahezu ausverkaufen Alten Seilerei in Mannheim gaben. Ein Abend über schwitzende Männerkörper, viel Bier und einen gewissen Campino.

Punkt 20 Uhr steht aber erstmal das Hamburger Trio Montreal auf der Bühne, das zeigen könnte, dass Punk größtenteils doch nicht so eintönig und vorhersehbar ist...schade, einen Versuch war es wert.

Beim Publikum kommen Montreal aber ziemlich gut an. Nicht nur dadurch, dass es relativ einfach ist, ihre Refrains und Hooks nach erstmaligem Hören direkt mitzusingen, sondern auch aufgrund des Smalltalks zwischen den Songs, der mitunter an Genregrößen wie die Ärzte erinnert. Auch die Texte über selbstgebastelte Drogen oder Diskobesuche passen gut ins Gesamtbild. 

The Royals are in the house!

Nach einer kurzen Umbauphase endet dann um 21.15 Uhr das Warten auf den Hauptact. Unter Strobogewitter und tosendem Applaus betreten Royal Republic die Bühne und haben vor allem die vorderen Reihen mit ihrem Opener Molotov direkt im Griff.

"We're gonna play til we die...or the set is over...pretty much the same thing", verkündet Frontmann Adam Grahn. Zunächst zur Beruhigung: alle haben überlebt. Aber was die vier Schweden innerhalb von 75 Minuten in ein Set packen, grenzt schon an Hochleistungssport.

Sie präsentieren neunzehn Songs in einem ausgewogenen Mix ihrer beiden Alben We Are The Royal und Save The Nation – und das überwiegend ohne Pausen oder Ansagen.

So wird auch dem immer größer werdenden, tobenden Pulk in der Mitte vor der Bühne keine Pause gegönnt. Kein Wunder, dass schon während der ersten paar Songs im Publikum alle (oberen) Hüllen fallen.

Wer sind Die Toten Hosen?

Umso angenehmer ist es dann, wenn Grahn seine Entertainerqualitäten unter Beweis stellt und sich die Zeit nimmt, ein paar Anekdoten aus der Bandhistorie zu erzählen. Beispielsweise wie es dazu kam, dass Royal Republic die Toten Hosen supportet haben, die übrigens in Schweden völlig unbekannt sind.

Somit hatte auch Grahn zunächst keine Ahnung, wer ihn da 2011 nach ihrer Show bei Rock am Ring Backstage besucht hat. "Campino came and said: Hey, this was a great show. And your album is also great. We should play together guys. And I just thought: Who is this old drunk guy?", witzelt Grahn.

Mit diesen kleinen Geschichten lockert Grahn das Konzert zusätzlich auf. Entertainment besteht eben nicht nur aus Musik und musikalisch gibt's bei den Schweden sowieso nichts zu meckern.

Bis zur Erschöpfung...und noch viel weiter

Das Quartett brettert der auf und ab springenden Meute souverän einen Song nach dem anderen um die Ohren und spielt bis zur Erschöpfung. Doch das Publikum will ihre Royals nicht so einfach gehen lassen.

Erst nach einem für beide Seiten schweißtreibenden Set beenden die vier Schweden ihre Show mit drei Zugaben, darunter Full Steam Spacemachine. Wer bis dahin von Royal Republic noch nicht mitgerissen war, war es bei diesem Song definitiv.

Mit den Worten "We fucking love you!" und "Was für eine geile Samstagabend!" verabschieden sich Royal Republic ordentlich bei ihren Fans. So endet eine Show, spannender und unterhaltsamer als jede Königshochzeit.

Setlist

Molotov | Strangers Friends Lovers Strangers | Underwear | Everybody Wants To Be An Astronaut | Good To Be Bad | Make Love Not War | Addictive | OIOIOI | Save The Nation | You Ain't Nobody ('Til Somebody Hates You) | Be My Baby | The Royal | President's Daughter | Walking Down The Line | I Must Be Out Of My Mind | Tommy-Gun | Revolution | All Because Of You | Full Steam Spacemachine

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