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I Heart Sharks (live beim Berlin Festival 2012 © Julian Reinecke

Während das Mannheimer Stadtfest beginnt, befinden sich die 17. Internationalen Schillertage auf der Zielgeraden. Am 28. Juni begeisterten I Heart Sharks auf der vorletzten Schill-Out Party dieses Jahres die Kritische Masse im Unteren Foyer des Nationaltheaters mit ihrer Mischung aus Indie und Elektropop.

Große Bands haben auch ein eigenes Intro, wie der Ansager des gestrigen Abends richtig bemerkte, und so betreten I Heart Sharks im flackernden Neonröhrenlicht zu ihrer eigenen Eingangsmelodie die Bühne, vor der sich bereits das gespannte Publikum versammelt hat.

Pierre, Simon und Martin werden dabei seit neuestem von Craig und Birte unterstützt. Letztere verzückt mit ihrem Lächeln gleich alle männlichen Hipster des Abends. Und so muss beim Eröffnungssong Secrets gar nicht lange das Eis gebrochen werden. Der Indietronic- und Synthiesound des internationalen Quintetts aus Berlin hat zahlreiche Fans ins Nationaltheater gelockt und sorgt für zappelnde Tanzbeine, Hüften und Köpfe.

Das Wunder der Technik

Doch wo viel Elektronik ist, da hapert es auch ab und an mit der Technik. Die langen Schillertage scheinen das sonst so gute Equipment des Nationaltheaters ein wenig in Mitleidenschaft gezogen zu haben. Nach dem dritten Lied kommt es zu einem Ausfall des E-Drum-Pads.

Durch die notgedrungene Pause lassen sich Sänger Pierre und Co. jedoch nicht die Stimmung vermiesen und köpfen der Location entsprechend erst mal eine Flasche Weißwein auf der Bühne. Auch das zahlreich erschienene, überwiegend junge Publikum nimmt die erzwungene Pause gelassen hin, ehe es sich bei To be young wieder ein bisschen mehr bewegen kann.

Der Aufruf im anschließenden Suburbia, das Vorstadthäusschen niederzubrennen, trifft dabei ganz gut das Thema der Schillertage "Die Kritische Masse" und lädt selbige zum Tanzen ein. Doch die Technik bleibt stets ein Thema. So muss zwischen den Songs immer wieder am Sound geschraubt werden.

Auch der Backgroundgesang wirkt zuweilen zu leise und manchmal dann wieder etwas schrill. Da ist es dann auch ganz gut, dass das Publikum beim neuen Song Reykjavik so bereitwillig und euphorisch mitsingt.

Liebesgrüße nach Manchester, Sommergefühle und eine neue Geschichte

"Let's just pretend it's summer" – selten passten diese Zeilen wohl so gut wie in diesem bislang verregneten und kühlen Sommer. Die fröhliche und lässige Klangwelt des Titelsongs des gleichnamigen Debütalbums Summer und die schweißtreibenden Temperaturen im Foyer des Nationaltheaters lassen an diesem Abend tatsächlich so etwas wie Sommergefühle aufkommen.

Anschließend kündigt der kommunikationsfreudige Sänger Pierre ein Liebeslied mit schönen Grüßen nach Manchester an. "I love it when you lie to me" und "You're so much more interesting when you're being untrue" schallt es uns entgegen.

"Önd das ist die neua Geschichta" sing das begeisterte Publikum beim bekanntesten Song der Großstadthaie aus Berlin, Neuzeit. Hier erreicht die tänzerische Euphorie ihren Höhepunkt. Pierres südbritischer Akzent klingt zwar, verglichen mit seinen Ansagen, schon gar nicht mehr so echt, doch der Charme bleibt einzigartig.

Auf Tuchfühlung mit dem Publikum

Beim vorerst letzten Lied des Abends, The world is yours, geben I Heart Sharks im sphärisch blauen Scheinwerferlicht nochmal alles. Die zahlreich erschienenen Zuschauer kommen der Aufforderung Pierres zum Setzen bereitwillig nach, um kurze Zeit später kollektiv in die Lüfte zu springen und wild zu tanzen.

Gitarrist Simon hat sich derweil unters euphorisierte Publikum gemischt. Nach wenigen Momenten beglücken uns die Berliner Musiker schließlich mit zwei Zugaben: der Debütsingle Wolves und einem Cover von Florence and the Machine's You've got the love. Unter frenetischem Applaus verabschieden sich die fünf Haifreunde nach 75 bewegten Minuten schließlich standesgemäß mit einer Verbeugung aus dem Nationaltheater.

Setlist: I Heart Sharks live im Nationaltheater Mannheim, 28. Juni 2013

Secrets | Monogamy | Animals | To be Young | Suburbia | Fools | Reykjavik | Summer | Lies | Neuzeit The World is Yours

Zugabe: Wolves | You've Got The Love

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