Wilhelm Tell Me (hier live beim Musikschutzgebiet-Festival 2013)

Wilhelm Tell Me (hier live beim Musikschutzgebiet-Festival 2013) © Anna Martin

Kein Bandname passt so gut zu den Schillertagen wie Wilhelm Tell Me. Grund genug die Hamburger Band am 25.Juni zu einer der beliebten Schill-Out-Partys im Unteren Foyer des Nationaltheaters einzuladen. Kaum zu glauben, dass es erst ihr zweiter Auftritt in einem Theater war.

Halbzeit bei den Schillertagen, bei denen diesmal der Schweizer Nationalheld in den verschiedensten Formen im Rampenlicht steht. Als Freiheitskämpfer in Ägypten in "Tahir Tell" oder in den Schauspielen zweier Züricher Theater. Doch die musikalische Version des Schweizer Helden Wilhelm Tell Me kommt weder aus dem Land der Eidgenossen, noch schießt sie mit Pfeilen um sich. Dafür überzeugt sie mit frischem, tanzbarem und elektronisch angehauchtem Indie-Pop.

Frieren in der Sauna

Trotz freien Eintritts ist das Foyer des Nationaltheaters zum Konzert der norddeutschen Indie-Popper nur spärlich gefüllt. Mit ein wenig Verspätung betreten Sänger Henning Sommer und seine Bandkollegen die in ein sanftes Licht getauchte Bühne. Alsbald füllt sich auch die Tanzfläche, doch das unterkühlte Publikum lässt sich trotz der schweißtreibenden sommerlichen Temperaturen im Foyer nur allmählich erwärmen.

"MUSS ICH MICH BEWEGEN?" steht in großen Lettern auf dem Tanzparkett. Und dies scheint die Frage zu sein, die sich wohl der ein oder andere an diesem langen Theatertag stellt. Selbst ihre Hitsingle Oh my god, die sie als zweiten Song zum besten geben, erweckt nur schwer die müden Beine des bunt gemischten Publikums. Erst nach einigen Liedern scheint die Entscheidung für die meisten gefallen und die ersten zaghaften Tanzbewegungen sind auszumachen.

Pop-Eleganz und ein innovatives Single-Konzept

Dabei können Wilhelm Tell Me live mit Songs wie You are Water oder Julie durchaus zu der ein oder anderen ekstatischen Bewegung animieren. Die Besucher wahren aber stets eine respektvolle Distanz zur Bühne. Neben den altbekannten Liedern des Debütalbums Excuse My French konnten auch die neuen Songs überzeugen, mit denen Wilhelm Tell Me neue Wege beschreiten. Denn anstatt eines Albums werden die Lieder in sechswöchigem Abstand einzeln im Singleformat produziert und veröffentlicht.

Gekonnt überspielt Henning Sommer bei Get up das Fehlen von Sängerin Birte und reißt zumindest Teile des Publikums mit. Die Ballade Kite hingegen erinnert mit ihrem Refrain ein wenig an One Republics Hit Secrets, wird aber wohl kaum so oft im Radio gespielt werden. Favorite Sound und So Into You bilden das furiose Finale, ehe uns Sänger Henning Sommer mit der lauschigen Solonummer Eve am E-Piano nach nur 45 Minuten Spielzeit in die frische Nacht entlässt.

Wer das Nationaltheater nicht gleich wieder verlässt, erhält nach dem Konzert noch die Gelegenheit bei einem Glas Rotwein mit den Bandmitgliedern zu plaudern und ihre Platten zu erwerben.

regioactive.de präsentiert die "Schill-Outs": Das Programm der 17. Internationalen Schillertage in Mannheim (21.-29.6.13)

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