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Miles Kane - "Don't Forget Who You Are" © 2013, Mark Cant

Eine Stunde lang heizte Miles Kane am 13. Juni einem begeisterten Kölner Publikum im Luxor mit den Hits seiner beiden Alben ein. Es war laut, wild, stylisch, grandios – aber auch ein bisschen kurz.

Miles Kane ist die momentan vielversprechenste Hoffnung für die UK-Popmusik in Mod-Tradition. Seine Band The Rascals machte ein feines Album, dann löste er sie auf und gründete mit Alex Turner von Arctic Monkeys The Last Shadow Puppets, die ebenfalls ein feines Album machten.

Anschließend kam sein erstes, auch feines, Soloalbum Color Of The Trap und alle, die dachten, er würde sich jetzt nach einem Album konsequenterweise selbst auflösen, konnten jetzt erleben, dass er mit seinem zweiten Werk Don't Forget Who You Are die Solokarriere weiter zementiert.

Diesmal kann er auch auf Unterstützung von alten Helden wie Paul Weller, Ian Bourdie und Andy Partridge (XTC) bauen, die damit einerseits ihrer eigene Karriere frischen Wind spedieren, aber natürlich auch den 27-jährigen adeln.

Für zwei Club-Konzerte kam Miles Kane jetzt nach Deutschland. Anschließend wird er auf heimischen Festivals auftreten, um dann im Herbst wieder bei uns zu touren.

Support durch The Blackberries

Das Kölner Luxor ist mit ca. 250 Zuschauern gut gefüllt und erlebt mit der Solinger Band The Blackberries einen stimmigen Support. Diese überzeugen mit den Songs ihrer Debüt-LP und geschmackvollen Covers wie Why do you love me. Die Leidenschaft ihres Vortrags bringt ihnen sogar Zugabe-Rufe ein. Sie hätten wohl auch gern noch etwas gespielt, durften aber nicht.

Ganz anders als der Hauptact. Der hätte gedurft, aber wollte wohl nicht. Die spinnen, die Briten. Aber halt auch im positiven Sinne.

So ertönt kurz vor dem Hauptact auf einmal (What' the story) Morning Glory, sehr laut vom Band eingespielt, und schon geht das Publikum ab, streckt die Finger in die Luft, singt mit und skandiert "O-A-SIS".

Da wollten wir doch hoffen, dass da keiner auf die Idee kommt, dass man sich Supportbands auch sparen und stattdessen einfach "Stop The Clocks" auflegen kann und so mehr Stimmung erzeugt als anders herum. Just kidding, folks.

Kane als optische Powerachse

Kane ist top gestylt als er die Bühne betritt und legt mit You're gonna get it vom neuen Album los. Jay Sharrock, Sohn von Oasis/Beady Eye-Drummer Chris, steht an den Drums und bildet mit Kane die optische Powerachse, während Bass und zweite Gitarre am Bühnenrand wenig Show bieten.

Ähnlich beeindruckend wie ein stehender Drummer ist ein Sänger, der gleichzeitig die Leadgitarre spielt und beides mit Power und Passion tut wie Kane. Die Stimmung im Publikum steigt von Song zu Song und ab Inhaler geht auch vor der Bühne der Pogo ab. Eine interessante Zuschauer-Mischung hat sich an diesem Abend eingefunden.

Einige wenige alte Mods, ein paar junge Mods, gesetzte Zuhöhrer, aber auch Kids, die aussahen, als kämen sie direkt von Rock am Ring. Und sie geizen nicht mit Applaus und erleben eine intensive Stunde mit den Höhepunkten der beiden Alben sowie der 2012er Single First of my kind.

Dann, nach einer ausgedehnten Version von Come closer, verschwindet die Band und kommt trotz anhaltender Aufforderung nicht zurück auf die Bühne. Stattdessen fangen die Roadies sofort damit an, demonstrativ abzubauen. UK-Standard sowohl von der Stimmung, wie auch von der Länge des Auftritts her.

Man sollte Miles Kane noch mal stecken, dass es für die größeren Gigs im Herbst nicht verkehrt wäre, noch den einen oder anderen Song einzuproben. Denn was im Club oder auf Festivals auch hierzulande funktioniert, könnte bei einem größeren Konzert durchaus zu Unmut führen.

Setlist: Miles Kane, am 13. Juni 2013 im Luxor in Köln

You're Gonna Get It | Kingcrawler | Rearrange | Better Than That | First of My Kind | My Fantasy | Quicksand | Inhaler | Darkness In Our Hearts | Counting Down the Days | Taking Over | Give Up | Don't Forget Who You Are | Come Closer

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