Kaizers Orchestra

Kaizers Orchestra © Quelle: Verstärker

Entertainment pur: mit einer zirkusreifen Performance brachten die sechs Norweger von Kaizers Orchestra den Berliner Postbahnhof am 7. März zum Kochen und hinterließen dabei literweise Schweiß, heisere Kehlen und den einen oder anderen blauen Fleck.

Ein Kaizers Orchestra-Konzert ist schon etwas Besonderes. Denn dem norwegischen Ompa-Rock-Sextett geht es live nicht um das standardisierte Herunterspielen des eigenen Schaffens, sondern um pures Entertainment. Dazu gehören: Gasmasken, Ölfässer, 60s-Schirmlampen und feine Zwirns. Das alles haben die Nordlichter natürlich auch in Berlin im Gepäck – und so entwickelt sich im Laufe des Abends ein exzessiver Rock’n’Roll-Rausch mit allerlei Show-Einlagen.

Blechernde Ölfässer und wilder Ompa-Rock

Bereits mit dem Einmarsch des mit Gasmaske beginnenden Keyboarders Helge Risa, steht der gut gefüllte Postbahnhof Kopf. Die Hände gehen in die Luft und hunderte Kehlen feiern ihre Helden, noch ehe der Rest der Bande überhaupt auf der Bühne erscheint.

Die lassen aber natürlich nicht lange auf sich warten und legen nach einem kurzen Orgel-Intermezzo mit den Songs Aldri vodka, Violeta und Det polaroide liv gleich richtig los. Die Kaizers wissen natürlich genau, wie sie ihre Gefolgschaft auf Hochtouren bringen können. Mit ihrer wilden Mischung aus Zigeunermusik, Punk, Blues und norwegischem Ompa-Rock bieten die sechs Verantwortlichen alleine schon musikalisch ein Unterhaltungsprogramm sondergleichen.

Wenn dann zwischendurch aber auch noch Ölfässer mit Brechstangen perkussiv malträtiert werden und das Publikum in fast jedem Song mit in das Geschehen einbezogen wird, dann gibt es vor dem Podest kein Halten mehr. Die Musik ist natürlich wichtig, keine Frage. Songs wie Støv og sand, Bøn fra helvete oder Svarte katter & flosshatter sorgen für reichlich Bewegung vor der Bühne. Doch mindestens genauso enthusiastisch wird jedes Animations-Spielchen auf der Bühne abgefeiert.

Schwitzende Männer in feinen Anzügen

Schwitzende Männer in feinen Anzügen, die wie wild mit Brechstangen auf Ölfässer einschlagen und sich im Kollektiv auch gerne unters Publikum mischen, um einen Massen-Steptanz anzuleiern, sieht man selbst in Berlin nicht alle Tage.

Dementsprechend ausgelassen ist die Stimmung im Saal. Spätestens als sich Sänger Janove "The Jackal" als Hauptstadt-Fan outet und der lechzenden Masse verrät, dass man nirgends auf der Welt bessere Schuhläden als in Berlin fände, schreien sich die ersten Jünger heiser.

Ein solche Publikumsnähe kann aber auch schnell unschöne Eigendynamiken entwickeln. So muss sich der Frontmann während des kollektiven Stepptanzes das ein oder andere Mal von umschlingen Armen und Beinen befreien: "Get the fuck out of here while i’m dancing", schallt es plötzlich durch die Boxen. Ein kurzer unschöner Moment – jeoch ohne große Sogwirkung.

Alles bleibt friedlich, keiner wird verletzt. Wie heißt es doch so schön: No Risk, No Fun!

Kaizers Orchestra – Livetermine

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